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Wurzen Die Pfarreien in Wurzen und Grimma fusionieren
Region Wurzen Die Pfarreien in Wurzen und Grimma fusionieren
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18:00 25.04.2019
Uwe Peukert ist katholischer Pfarrer in Wurzen. Quelle: Andreas Döring
Muldental/Wurzen

Man soll nicht nur bis zur eigenen Ortsgrenze schauen, sagt Pfarrer Uwe Peukert: „Wir sind eine Weltkirche, die über den Horizont hinaus denkt.“ In diesem Sinne brechen die Muldentaler Katholiken am 5. Mai in Wurzen zu neuen Ufern auf: Im Beisein von Bischof Heinrich Timmerevers gründen sie ihre neue, vereinigte Pfarrei.

Zum Festgottesdienst, der 9.30 Uhr beginnt, werden gut 300 Gläubige erwartet. Weil die Herz-Jesu-Kirche dabei an Kapazitätsgrenzen stößt, wird auch nach außerhalb übertragen, um weiteren Besuchern die Möglichkeit zu geben, dem feierlichen Akt beizuwohnen. Den ganzen Tag über ist allerlei geboten: Bühnenprogramm, Andacht, Kaffee und Kuchen.

Gottesdienste in Wurzen und Grimma weiter vor Ort

Der Fusion der bislang selbstständigen Pfarreien Wurzen und Grimma war eine fünfjährige Strukturdebatte vorausgegangen. Wie immer bei Neuerungen gab es Befürworter, aber auch Kritiker. Die Fakten jedoch sind unstrittig: Gottesdienstbesucher werden weniger. Im Gegenzug steigen die Unterhaltungskosten. Daher müsse überlegt werden, was finanziell noch leistbar sei.

Man soll nicht nur bis zur eigenen Ortsgrenze schauen, sagt Pfarrer Uwe Peukert. Quelle: Andreas Doering

Während es künftig nur noch einen Haushaltsplan und ein Konto gebe, dazu einen Gemeinde- und einen Kirchenrat, ändere sich für die Gläubigen vor Ort kaum etwas, hieß es. Die Gottesdienste finden wie gehabt in St. Trinitatis in Grimma, in der Wurzener Herz-Jesu-Kirche, in der Naunhofer Kirche „Zum Guten Hirten“ sowie in St. Ludwig in Beucha statt. Weitere Kapellen in Seelingstädt, Grimma und Wurzen gibt es in den Caritas-Pflegeheimen.

Heiliger Franziskus steht für die Umwelt

Die vereinigte Pfarrei bekommt den Namen St. Franziskus. Susan Martin und Gisela Laakmann-Ditges, Pfarrgemeinderatsvorsitzende in Grimma beziehungsweise Wurzen, begrüßen die Wahl des Patrons: „Franziskus ist der Heilige, der am meisten mit der Natur in Verbindung gebracht wird. Pflanzen und Tiere sind für ihn Brüder und Schwestern, die Erde betrachtet er als Mutter.“

„Franziskus ist der Heilige, der am meisten mit der Natur in Verbindung gebracht wird. Die neue Pfarrei trägt seinen Namen. Quelle: dpa

Voraussichtlich schon zu Weihnachten werden in der Wurzener Pfarrkirche die drei neuen Glocken erklingen. Weil für die Gemeinde das Thema Nachhaltigkeit ein zentrales sei, wird die große Glocke den Namen „Schöpfung“ tragen, die mittlere soll „Gerechtigkeit“, die kleine Glocke „Frieden“ heißen, so die engagierten Frauen.

Büro der Pfarrei befindet sich in Wurzen

Die bisherige Pfarrei Wurzen hat gut 900, die Pfarrei Grimma etwa 1100 Mitglieder. Für die insgesamt 2000 Schäfchen ist fortan der Wurzener Pfarrer Uwe Peukert verantwortlich. Zwar teilt er sich mit seinem Grimmaer Kollegen Bernd Fischer in die Gottesdienste, doch befindet sich das Büro der Pfarrei in Wurzen.

Gegenüber der LVZ kündigt Peukert überraschend an, der Region nur noch ein Jahr erhalten zu bleiben. Er sei massiv in Verwaltungsfragen eingebunden, sagt der Mittfünfziger. Da er sich eher als Seelsorger denn als Manager begreift, wolle er die Amtsgeschäfte bald einem Nachfolger übergeben, dem die Administration eher liegt.

Pfarrer: Fusion hat auch Vorteile

Peukert, der 2015 aus dem Erzgebirge kam, bezeichnet seine Zeit in Wurzen schon jetzt als persönlichen Gewinn: In städtischem Umfeld und angesichts der Flüchtlingskrise stehe er vor ganz anderen Fragestellungen als damals im Gebirge. Unvergessen seine symbolhafte Einladung auf den Wurzener Bahnhof, um mit Zugezogenen, wie er selber einer war, in Kontakt zu treten. Zu Pfingsten will er sich in Wurzen auf die Suche nach dem guten Geist begeben.

Der Zusammenschluss im Muldental sei vergleichsweise überschaubar, sagt der Geistliche: „Anderswo fusionieren nicht zwei, sondern mehr als zehn Pfarreien.“ Überhaupt sieht Peukert auch Vorteile in dem Prozess: „Schon jetzt entdecken wir neue Möglichkeiten des Miteinanders. Fronleichnam, Familiengottesdienste und Emmausgang konzipierten wir bereits gemeinsam.“

Von Haig Latchinian

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