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Wurzen Digitalisierung ist in der Landwirtschaft gelebter Alltag
Region Wurzen Digitalisierung ist in der Landwirtschaft gelebter Alltag
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12:02 25.04.2019
Um auf den vier Meter hohen Mähdrescher zu steigen, braucht Matthias Lindner eine Leiter. Quelle: Ines Alekowa
Machern/Gerichshain

In Reih’ und Glied und auf Hochglanz poliert säumen die John-Deere-Traktoren auf dem Betriebsgelände des Landmaschinen Vertriebs Deuben (LVD) den Weg. Denny Docherty nimmt zusammen mit Deutschland-Vertriebschef Olaf Turß die Parade im Gewerbegebiet Gerichshain ab. Docherty hat erst zu Jahresbeginn als Vice President Sales und Marketing bei John Deere die Verantwortung in der Region 2 (Europa, Naher und Mittlerer Osten, Nordafrika und Gemeinschaft Unabhängiger Staaten/GUS) übernommen. Jetzt besucht er die fünf John-Deere-Händler in Deutschland. „Solche Arbeitsbesuche finden alle vier, fünf Jahre statt“, informiert LVD-Geschäftsführer Matthias Lindner. „Docherty hat sich einen Überblick verschafft, wie Landwirtschaft in Europa, Deutschland und eben bei uns in Sachsen funktioniert. Vor allem aber ging es um die Unternehmensstrategie bis 2022.“

Landmaschinen Vertrieb Deuben: Auf dem Firmengelände in Gerichshain warten auf hochglanz polierte Traktoren auf Kunden. Quelle: Ines Alekowa

Eine große Rolle spielt dabei die Digitalisierung. „Wir reden nicht nur darüber, bei uns ist sie schon eingezogen“, sagt Lindner. Wenn es der Kunde wünscht, kann der technische Status von Traktoren und Mähdreschern von Gerichshain aus überwacht werden. „Wir können bei Problemen sofort einen Schlosser schicken und so größere Schäden abwenden“, erklärt Lindner. „Die Testphase im vergangenen Jahr war erfolgreich.“ Neu biete Deere in diesem Jahr ein Dieselsparprogramm an. Wenn ein Traktor mehr als den Sollwert verbraucht, zahlt Deere dem Kunden den Mehrverbrauch. Verbraucht er weniger, belohnt Deere das mit einer Prämie.

Deubener Unternehmen steht vor 30-jährigem Betriebsjubiläum

LVD ist seit seiner Gründung 1990 John-Deere-Partner, nächstes Jahr feiert die Firma ihr 30-jähriges Bestehen. Lindner, damals technischer Leiter in der LPG „Lenin“ Machern, hatte den durch die Wende auch in der Landwirtschaft ausgelösten Umbruch beobachtet. „Mir war klar, dass die Genossenschaften nicht weiter existieren können – die ersten Bauern verlangten ihre Felder zurück, Holländer waren schon unterwegs, um Nutzflächen zu kaufen.“ Auch der Agrotechnik-Vertrieb war in Auflösung begriffen. Linder machte sich selbstständig und besetzte die Lücke. „Mein Ziel war, alles abzudecken, was in der Landwirtschaft gebraucht wird.“ Linder bewarb sich um eine Partnerschaft mit John Deere, Weltmarktführer im Bereich Landtechnik mit Sitz im US-amerikanischen Moline, Illinois. Die Amerikaner boten nicht nur die gesamte Palette vom Handrasenmäher bis zur Erntemaschine, sondern bauten auch eigene Motoren und Getriebe ein. „Wir haben also alles aus einer Hand.“

1,3 Hektar – Firmensitz in Gerichshain seit 1995

Allerdings erwies sich der Dreiseithof in Deuben, wo LVD gegründet wurde, als wenig geeignet für den Firmensitz. Einem Interim in der Landwirtschaftlichen Anwendungsforschung im Panitzscher Ortsteil Cunnersdorf, heute Stickstoffwerke Piesteritz, folgte 1995 der Umzug nach Gerichshain, wo ein 1,3 Hektar großes Areal genug Platz für die Großmaschinen bietet. Seitdem ist LVD „gesund gewachsen“, wie Lindner sagt. Weitere Niederlassungen folgten – in Rochlitz, Bad Schmiedeberg und Lissa bei Delitzsch. Und die Zahl der Mitarbeiter wuchs – von anfangs fünf auf heute 80, Azubis inbegriffen. Lindner selbst arbeitet gerade Tochter und Schwiegersohn in die Geschäftsführung ein.

Lieferungen in die ganze Welt

Die Gerichshainer verkaufen und vermieten die Landtechnik. Kunden sind Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe, ebenso Hobby-Landwirte. „Trotz starker Konkurrenz halten wir in unserem Verbreitungsgebiet einen Marktanteil von 26 Prozent“, sagt Lindner nicht ohne Stolz. Auch mit dem Gebrauchtmaschinengeschäft ist er zufrieden. „Wir liefern ins westliche wie östliche Ausland, besonders gute Kontakte haben wir in die GUS.“ So werden im Spätsommer drei ukrainische Landwirtschaftsstudenten ein Praktikum im Muldental absolvieren.

Arbeitstreffen in Gerichshain: Vice President Denny Docherty (4.v.l.) besuchte zusammen mit Deutschland-Vertriebschef Olaf Turß (l.) den von Matthias Lindner (r.) geleiteten LVD. Quelle: Ines Alekowa

„In kleinerem Umfang bieten wir zudem Dienstleistungen an wie Mähdrusch oder Schlauchsilierung“, sagt Lindner. LVD hat sich darauf spezialisiert, Gras, Luzerne, Futterroggen oder Zuckerrüben nach der Ernte zu häckseln und in 70 Meter lange Plastikschläuche zu verpressen. Portioniert wird das Gärfutter dann direkt zu den Ställen gebracht.

Projekte mit dem Brandiser Gymnasium für „Jugend forscht

Überhaupt ist Innovation ein großes Thema: „Wir bemühen uns, jedes Jahr ein Projekt mit dem Brandiser Gymnasium für ,Jugend forscht’ zu kreieren“, sagt Lindner. „Wir waren schon 2004 mit satellitengestützter Feldbestellung beim Bundeswettbewerb erfolgreich, als noch keiner über GPS gesprochen hat.“ Aktuell steht die Nutzung von Maisspindeln im Fokus. „Uns sind zukunftsfähige Themen wichtig. Und wir wollen junge Leute für die Landtechnik begeistern, denn sie sind unser Nachwuchs.“

Wer sich für Landtechnik interessiert, hat übrigens bis 28. April Gelegenheit, das Neueste der Branche auf der Agra auf der Neuen Messe in Leipzig zu bestaunen. Auch die mitteldeutschen John-Deere-Händler sind auf der alle zwei Jahre stattfindenden Landwirtschaftsausstellung mit einem Gemeinschaftsstand vertreten,

Von Ines Alekowa

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