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Wurzen Dornreichenbacher Erdmännchen trotzen der Hitze
Region Wurzen Dornreichenbacher Erdmännchen trotzen der Hitze
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07:00 08.08.2018
Erdmännchen sind die heimlichen Stars im Tiergehege Dorneichenbach. Quelle: Andreas Röse
Lossatal/Dornreichenbach

 Es wäre eine Idee für den 1. April: Dornreichenbach und Erdmannshain tauschen die Namen. Aus dem Dorf bei Naunhof wird Dornreichenbach – aus dem Ort im Wurzener Land wird Erdmannshain. Der Grund liegt auf der Hand: In Dornreichenbach ist eines der größten Erdmännchen-Gehege in Sachsen beheimatet. Gerade in den Ferien lohnt ein Besuch. Geöffnet ist täglich von 8 bis 18 Uhr, der Eintritt an der Kasse des Vertrauens kostet einen Euro pro Nase.

Einbuddeln bei Hitze

Gratis dazu gibt’s Tipps zum richtigen Verhalten bei Hitze: So buddeln sich die Erdmännchen mit Vorliebe ein – ganz ohne Spaten. Mit ihren vier Zehen und den langen, scharfen Krallen scharren sie für ihr Leben gern. Damit sie keinen Sand in die Lauscher bekommen, klappen sie die einfach zu. Es heißt, Erdmännchen hätten dunkle Augenringe, damit sie beim Blick in die Ferne nicht allzu sehr von der Sonne geblendet werden.

Im ehrenamtlich geführten größten Tierpark des Landkreises Leipzig mit jährlich bis zu 40000 Besuchern tummeln sich auf rund zehn Hektar 200 Tiere und über 20 Rassen. Ob Jakobschafe mit vier Hörnern, Seidenhühner mit schwarzen Knochen oder Costa-Rica-Hörnchen Rico auf Partnersuche – die 80 Vereinsmitglieder halten den Tierpark im nunmehr 46. Jahr am Laufen.

Erdmännchen sind die Stars

Die Erdmännchen sind die Stars in der Manege. Arbeitsteilung wird bei ihnen groß geschrieben. Sichert sich der eine die Traube, steht der andere „Schmiere“. Erdmännchen sind Meister im Männchen-Machen: Sie legen sich nicht auf die Lauer – sie recken und strecken sich, stehen auf Zehenspitzen und stützen sich mit dem Schwanz ab. Mit Adleraugen erkennen sie Greifvögel meist frühzeitig. Dann wird wie der Wachhund gebellt und alles zieht sich in die Löcher zurück. Dennoch: Nur ein Jahr nach Eröffnung des Erdmännchen-Geheges wurden 2010 alle Lieblinge vergiftet. „Die Täter konnten nie ermittelt werden“, sagt Vereinsvorsitzender Reinhard Otto.

Noch kein Nachwuchs

Die Nachfolger stammen allesamt aus Mittweida. Es sind drei Mädchen und fünf Jungs. Wie auch beim Menschen haben bei den Männchen vor allem die Frauen das Sagen. Bis jetzt gab es noch keinen Nachwuchs: „Ich hab’ die Tierchen zwar schon beim Vater-Mutter-Spiel ertappt, aber – leider – elf Wochen sind längst um und birnenförmig ist bis heute niemand“, lacht Otto.

Arbeitseinsätze im Gehege

In jeder freien Minute treffen sich die Tierfreunde zu Arbeitseinsätzen. Derzeit wird die Schweineinsel gestaltet, der Zaun vom Ziegengatter erneuert, die Mauer am Erdmännchen-Gehege geputzt. Besucher dürfen die Erdmännchen nicht füttern, sagen die Vereinsmitglieder. Sie hätten schon erlebt, wie mancher seine übel riechenden Küchenabfälle auf diese Art entsorgen wollte. Freie Hand hat dagegen Galina Heitzmann. Die 78-jährige Wolgadeutsche gehört zum Tierpark wie das feine Näschen zum Erdmännchen. Fast jeden Abend versorgt sie die Katzen mit Milch, die Hühner mit Sonnenblumenkernen und das Damwild mit Äpfeln, vielen Äpfeln.

Kuscheltiere

Erdmännchen gelten als unzertrennlich. Die kleinen Kerle lieben es warm. Deshalb kuscheln sie gern und liegen nachts oft übereinander – niemand soll frieren. In freier Wildbahn besiedeln sie Halbwüsten und Savannen. Der Untergrund darf ruhig hart und steinig sein. So wie im Dornreichenbacher Gehege. Erdmännchen, die bis zu 15 Jahre alt werden, sind echte Blitzmerker. Sie prägen sich genau ein, wo sie die Erde ausgehoben haben. Weil im Tiergehege jedes Jahr neuer Sand aufgefahren wird und das große Buddeln stets von vorn beginnt, gelten gerade die Dornreichenbacher Erdmännchen als besonders ficheland.

Von Haig Latchinian

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