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Wurzen EU-Wahl: CDU hat im Landkreis knapp die Nase vorn, hohe Gewinne für die AfD
Region Wurzen EU-Wahl: CDU hat im Landkreis knapp die Nase vorn, hohe Gewinne für die AfD
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09:08 28.05.2019
Europawahl Quelle: Jens Paul Taubert
Landkreis Leipzig

Bei der Europawahl bleibt die CDU zwischen Hohburger Bergen und Kohrener Land stärkste Kraft – wenn auch mit herben Verlusten. Den ganzen Wahlabend über konnten die Christdemokraten die AfD auf Distanz halten. Als am Sonntag gegen 22.15 Uhr nur noch die Stimmen von Wurzen und Zwenkau fehlten, deutete sich der knappe Vorsprung der CDU bereits an. 22.24 Uhr war der Landkreis dann mit seiner Entscheidung für Brüssel durch: Für die CDU blieb der Balken bei 26,6 Prozent, für die AfD bei 25,2 Prozent stehen.

CDU-Kreisvorsitzender Georg-Ludwig von Breitenbuch sprach am Tag danach von einer herben Enttäuschung: „Wir gehören zwar zu den drei sächsischen Landkreisen, in denen die CDU vor der AfD liegt. Aber das kann uns insgesamt nicht zufriedenstellen“, erklärte der Kohren-Sahliser. „Mit Peter Jahr und Hermann Winkler haben wir auf ein erfahrenes und etabliertes Duo in Brüssel gesetzt. Dass Hermann Winkler nicht den Sprung geschafft hat, wird auch für unsere Arbeit vor Ort Auswirkungen haben“, befürchtet von Breitenbuch. Die Ablehnung der europäischen Ideen, die sich aus den Ergebnissen ablesen lasse, stimme die Kreis-CDU auf jeden Fall sehr nachdenklich. „Wir müssen das gut auswerten und vor allem die richtigen Konsequenzen in Richtung Landtagswahl ziehen.“ Dazu werde sich der CDU-Kreisvorstand bereits am Dienstagabend treffen.

CDU büßt bei Europawahl zwölf Prozent ein

Während die CDU gegenüber 2014 fast zwölf Prozent einbüßte, verbucht die AfD Zugewinne von 16,2 Prozent und wird mit 25,2 Prozent zweitstärkste Kraft. „Wir Sachsen haben bewiesen, dass wir besser sind als Deutschland“, kommentierte AfD-Kreissprecher Bodo Walther das Ergebnis. Zurückzuführen sei das gute Abschneiden seiner Meinung nach auf einen überzeugenden Spitzenkandidaten und die „allgemeine Verärgerung über die Demokratiedefizite innerhalb der Europäischen Union“. Die Nase vorn hat die AfD in 14 von 30 Kommunen. Die höchste Zustimmung erntet die Partei in Thallwitz (32,2 Prozent), Otterwisch (30,7 Prozent) und Wurzen (30,0 Prozent). Die wenigsten AfD-Wähler wohnen in Markkleeberg, wo es nur zu 17,5 Prozent reicht.

Linken-Kreischef Luedtke: „Offensichtlich wird am Bürger vorbei regiert“

Die Linkspartei muss bei der EU-Wahl ebenfalls Verluste hinnehmen und kommt nur noch auf 10,8 Prozent. „Das Wahlergebnis ist in allen Punkten verheerend. Nicht für uns, sondern für alle demokratischen Parteien“, zeigt sich Linken-Kreischef Holger Luedtke tief enttäuscht. „Offensichtlich wird am Bürger vorbei regiert. Und wenn sich daran bis zur Landtagswahl nichts ändert, wird Sachsen am 1. September einen ähnlich verheerenden Wahlausgang erleben.“ Die Linken konnten wie so oft in Böhlen punkten und fuhren hier mit 14,8 Prozent ihr bestes Ergebnis ein. Am schwächsten schnitten sie dafür mit 6,8 Prozent in Elstertrebnitz ab.

SPD verliert – Grüne verdoppeln ihr Ergebnis

Die SPD erleidet bei der EU-Wahl dramatische Verluste und schafft mit Ach und Krach die zehn Prozent. Das sind 7,2 Prozent weniger als vor fünf Jahren. Die Stadt Markkleeberg verteidigt ihren Ruf als SPD-Hochburg, hier reicht es für die Partei von Andrea Nahles immerhin zu 13,9 Prozent. Elstertrebnitz meldet einen Minusrekord für die Sozialdemokraten von 6,3 Prozent.

Vom Höhenflug der Grünen profitiert hingegen auch der hiesige Kreisverband, der es auf acht Prozent bringt und damit sein Ergebnis verdoppeln kann. Sogar zweistellig gehen Bündnis 90/Grüne in Markkleeberg (15,1 Prozent) und Naunhof (10,1 Prozent) durchs Ziel.

FDP-Kreisverband positiv gestimmt

Auch die FDP gehört zu den Siegern. Die Liberalen kommen bei der EU-Wahl auf 4,6 Prozent und legen damit 2,2 Prozent zu. „Das stimmt uns positiv. Darüber hinaus wissen wir, dass dies vom landes- und kommunalpolitischen Profil der FDP zu trennen ist. Auf Kreisebene und in den Gemeinden, wo die FDP antrat, sind wir im Durchschnitt deutlich über der Fünf-Prozent-Hürde. Damit sind wir dort erwartungsgemäß stärker als bei den Europawahlen und starten mit Rückenwind in den anstehenden Landtagswahlkampf“, erklärt FDP-Kreissprecher Stephan Mielsch. Zum kreisweit besten Ergebnis reicht es für die Liberalen in Großpösna mit 6,2 Prozent.

Von Simone Prenzel

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