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Wurzen Falkenhainer fürchten Gestank von Kläranlage an der Lossa
Region Wurzen Falkenhainer fürchten Gestank von Kläranlage an der Lossa
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15:00 22.11.2018
Wohngebiet Dorfblick in Falkenhain: Anwohner der Straße fühlen sich von ihrer Gemeindeverwaltung nicht über die Pläne eines Gruppenklärwerkes informiert und kritisierten das zur Ratssitzung.
Wohngebiet Dorfblick in Falkenhain: Anwohner der Straße fühlen sich von ihrer Gemeindeverwaltung nicht über die Pläne eines Gruppenklärwerkes informiert und kritisierten das zur Ratssitzung. Quelle: Kai-Uwe Brandt
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Lossatal/Falkenhain

Die Pläne zur Errichtung einer sogenannten Gruppenkläranlage in Falkenhain erregt die Gemüter. So nutzten einige Anwohner entlang des Straßenzuges Dorfblick zur jüngsten Gemeinderatssitzung im Kulturhaus Hohburg die parlamentarische Fragestunde, um Bürgermeister Uwe Weigelt (SPD) mit ihren Bedenken zu konfrontieren.

Wie Wortführerin Ulrike Schmidt im Namen der Anwohner sagte, sei das Areal, auf dem die Anlage entstehen soll, keineswegs dafür geeignet. Zum einen liege es nur 20 bis 40 Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt, zum anderen inmitten des Hochwasserbereichs der Lossa. Darüber hinaus, betonte Schmidt, sei das Gelände als Flora-Fauna-Habitat ausgewiesen.

Dorfblick-Anlieger fürchten Lärm und Gestank von der Kläranlage

Vor allem aber monierten die Gäste, dass bereits eine Genehmigung seitens der Kreisbehörde für den möglichen Bau 2019 vorliege, die Betroffenen jedoch keinerlei Informationen seitens der Gemeindeverwaltung erhalten haben. Im Umfeld jedenfalls, ließ Schmidt wissen, sorgen sich die Dorfblick-Anlieger um möglichen Lärm, Gestank und damit eine Wertminderung ihrer Grundstücke, sobald die Anlage gebaut wird.

Lossatal-Bürgermeister Uwe Weigelt denkt nicht, dass die Kläranlage für die Anwohner eine Geruchsbelästigung mit sich bringt. Quelle: Thomas Kube

Eben diese Befürchtungen versuchte Uwe Weigelt den Besuchern zu nehmen und schilderte zugleich die Hintergründe des Vorhabens. Demnach wird das Abwasser des Wohngebietes über eine Druckleitung in die Kläranlage der Käsemanufaktur Falkenhain, ehemals Molkerei- und Weichkäserei Zimmermann, geleitet. Die Nutzung regelte ein Vertrag, der laut Weigelt nicht nur jederzeit gekündigt werden könne, sondern 2015 auslief.

Gruppenkläranlage ist Plan B

Das Rathaus wolle mit dem Vertragspartner sprechen, eine Lösung werde geprüft. Zum Plan B gehöre die avisierte Gruppenkläranlage. Allerdings sei die Abwasserproblematik bereits mehrfach im Betriebsausschuss behandelt und die Varianten im Oktober 2016 dem Ortschaftsrat vorgestellt worden, dementierte der Rathauschef den Vorwurf des Stillschweigens. Zugleich deutete Weigelt an, dass es bei den Verhandlungen mit der Molkerei, die seit Mitte des Vorjahres durch die Heinrichsthaler Milchwerke betrieben wird, einen neuen Sachstand gebe.

Dass Ängste bezüglich Lärm und Gestank unbegründet seien, teilte zuletzt Gerhard Winkelmann, Leiter des kommunalen Wirtschaftsbetriebes Lossatal, anhand einiger technischer Daten mit. Den eigentlichen Schlusspunkt indes setzte Bürgermeister Weigelt und schlug einen Termin mit den Anrainern für Anfang Januar vor.

Zum Treffen, versprach er, erhalten die Bewohner des Dorfblicks dann nicht nur sämtliche Informationen über die Gruppenkläranlage, sondern auch Details über die aktuellen Verhandlung mit der Käsemanufaktur Falkenhain.

Von Kai-Uwe Brandt