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Wurzen Federn schleißen - Heimatverein lässt altes Handwerk aufleben
Region Wurzen Federn schleißen - Heimatverein lässt altes Handwerk aufleben
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21:20 12.06.2015
Beim Schleißen von Federn: Die Damenrunde hatte nicht nur viel zu tun, sondern ebenso so viel zu lachen und zu plaudern.
Beim Schleißen von Federn: Die Damenrunde hatte nicht nur viel zu tun, sondern ebenso so viel zu lachen und zu plaudern. Quelle: Privat
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Wurzen/Kühren

Denn anlässlich des Geburtstages wurde das Domizil in der Schulstraße für ein paar Stunden zu einem wahrhaften Erlebnismuseum.

"Mit großem Engagement trugen Britta Partzsch und ihr Team unermüdlich zahllose Exponate zusammen und arrangierten sie liebevoll", lobte Monika Schliemann im Nachgang den Einsatz der Trebelshainerin, die sich seinerzeit den Hut für das ehrgeizige Projekt aufsetzte. Als Dankeschön für sie und ihre Mitstreiter, aber ebenso aus Neugierde folgten trotz hochsommerlicher Temperaturen viele Gäste der Einladung und erfuhren dabei allerlei über das dörfliche Leben und altes Handwerk. Zum Beispiel das Binden von Besen, das Flechten von Körben, Seiledrehen, Federnschleißen oder Sensedengeln. Kuno Reimann erklärte Jung und Alt die Imkerei, schleuderte an seinem Stand sogar Honig und ließ gar manches Schleckermäulchen vom süßen Produkt probieren. Unter Anleitung des Seilermeisters übte sich so mancher im Reepern. Sehr beliebt seien laut Schliemann die handgemachten Besen gewesen. "Die Besenbinder konnten sich vor Nachfrage kaum retten - selbst beim Hexenbesen."

Genauso unermüdlich arbeitete Korbflechterin Ina Lommatzsch aus Dahlen, und mit rhythmischen Hammerschlägen brachte sich der Sensen-Dengler zu Gehör. Den wohl besten Posten hatten jedoch die Waschfrauen, da das Wasser wenigstens ab und an für Abkühlung sorgte. Besonders bei der Butterherstellung erwies sich die Hitze als hinderlich. Lediglich Eric Glauche gelang es, mit ausdauerndem Schütteln, Butter im Glas zu gewinnen.

Nicht zuletzt präsentierte eine lachende und plaudernde Damenrunde, dass es früher beim Schleißen von Federn lustig zugehen konnte. Flink entfernten sie den Kiel und stopften die Daunen in Kissen.

Im Vereinsheim flimmerte außerdem eine Videoshow der 850-Jahr-Feier über die Leinwand, und die Wurzener Folkloregruppe Vergissmeinnicht spielte am Nachmittag auf - sogar mit Liedern, die vom Handwerk erzählen. Das Resümee von Schliemann im Namen der Gastgeber: "Eine wirklich gelungene Geburtstagsfeier des Heimatvereins Kühren."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.06.2015
Kai-Uwe Brandt