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Wurzen Freiluftschau im Steinarbeiterhaus Hohburg
Region Wurzen Freiluftschau im Steinarbeiterhaus Hohburg
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09:30 16.04.2019
Letzte Handgriffe: 50 Alltagsbilder im XL-Format präsentiert das Museum Steinarbeiterhaus Hohburg am Ostersonntag in der Kirchgasse 5. Für die Freiluft-Ausstellung konnte Museumsleiter Matthias Müller (l.) den bekannten Grimmaer Fotografen Gerhard Weber (r.) gewinnen. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Lossatal/Hohburg

Mit wachem Blick schaut eine alte Frau aus dem Fenster ihres Hauses an der Ecke Färbergasse/An den Schultreppen in Wurzen, das längst abgerissen wurde. Oder ein junger Mann beobachtet aufmerksam, wie die Verkäuferin des Nemter Molkereiladens die Alu-Kanne mit frischer Milch füllt – nur zwei Motive von 50 Alltagsbildern, die das Museum Steinarbeiterhaus in Hohburg zu Ostern in einer Freiluftausstellung präsentiert. Die Motive längst vergangener Zeiten bannte einst der Grimmaer Fotograf Gerhard Weber auf Film.

Hausfassade und Gelände werden zur Schaufläche

Das Bild von Gerhard Weber zeigt die Molkereiverkaufsstelle in Nemt. Quelle: Kai-Uwe Brandt

„Sämtliche Aufnahmen entstanden zwischen den 60er-Jahren bis kurz nach der Wende und bilden das Leben in der DDR ab. Speziell im ländlichen Raum von Colditz bis Thallwitz“, berichtet der 79-Jährige. Dass die Fassade des Steinarbeiterhauses samt Gelände über die Feiertage zur Schaufläche seiner Schwarzweiß-Werke wird, freut ihn natürlich. Zumal gerade im Museum noch bis zum 31. Oktober die Sonderausstellung „Alltagsgegenstände aus der DDR-Zeit“ läuft, die bislang großen Anklang findet.

Viel zu entdecken: In der Kantine des Steinarbeiterhauses können die Besucher noch einmal in vergangene Zeiten eintauchen. Gezeigt werden ihr gut 200 DDR-Alltagsgegenstände. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Weber und Museumsleiter Matthias Müller kennen sich gut. Immerhin arbeitete der Fotograf nicht nur viele Jahre als Fotoreporter für die Leipziger Volkszeitung, sondern drückte ebenso für die Heimatzeitschrift „Der Rundblick“, die Müllers Vater Manfred 1954 aus der Taufe hob, auf den Auslöser seiner Kamera.

Über die Jahre entstehen Abertausende Motive

Während Matthias Müller noch die eine oder andere Stelle für Webers Bilder auf dem Areal des Steinarbeiterhauses sucht, kommt dieser ins Erzählen. „Damals musste ich für die Zeitung lediglich viermal im Jahr aktuelle Fotos liefern – zum 1. Mai, der Kreisdelegiertenkonferenz, zum DDR-Geburtstag am 7. Oktober und anlässlich des Jahrestages der Novemberrevolution.“ Ansonsten erledigte er für die Redaktion eher Aufträge langfristiger Natur. Den Freiraum nutzte der gebürtige Berliner für seine eigene Passion. Über die Jahre hinweg entstanden so Abertausende Motive in Schwarzweiß, die der Fotografiker später teils in Bildbänden veröffentlichte.

Weber schwört auf Fotos in Schwarzweiß

Weber schwört auf das Verfahren ohne Farbe. „Farbe lenkt den Betrachter vom eigentlichen Inhalt ab. Und außerdem ist weniger stets mehr.“ Wer sich davon gern überzeugen möchte, sollte Ostersonntag eine Tour nach Hohburg planen. Denn dann, so Museumsleiter Müller, gebe es ab 14 Uhr neben den Alltagsbildern von Gerhard Weber unter freiem Himmel und der Sonderausstellung ein buntes Nachmittagsprogramm für alle Sinne. Kulinarisch tischt der Heimatverein „Hohburger Schweiz“ nämlich frische Osterfladen aus dem hauseigenen Backofen auf, kredenzt dazu Bohnenkaffee und Fassgetränke. Ab 15 Uhr erklingt außerdem am Osterfeuer neben der neuen Gartenlaube Folk- und Rockmusik der Nerchauer Musikgruppe „Eismann & Freunde“.

Eierkullern am Hang im Obstgarten

In der Konzertpause eröffnet Weber schließlich seine Schau mit den Motiven im wetterfesten XL-Format. Zuletzt lockt Müller mit dem traditionellen Eierkullern am Hang im Obstgarten und einer Hüpfburg zum Herumtollen für die kleinen Besucher. „Falls es regnet, findet das Konzert in der Hohburger Dorfkirche gleich neben dem Museum statt.“

Ostern im Museum“, Steinarbeiterhaus Hohburg: Öffnungszeiten Karfreitag bis Ostersonntag von 13 bis 17 Uhr, Beginn der Veranstaltung am Ostersonntag mit Freiluftausstellung ab 14 Uhr sowie Konzert ab 15 Uhr.

Von Kai-Uwe Brandt

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