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Wurzen Früchte der Wurzener Tafelgärten gehen nach Trebsen und Grimma
Region Wurzen Früchte der Wurzener Tafelgärten gehen nach Trebsen und Grimma
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14:10 06.06.2019
Sie haben derzeit alle Hände voll zu tun: Die Teilnehmer des Projektes Tafelgärten bewirtschaften in Wurzen derzeit 18 Parzellen. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Wurzen

Pflanzen, säen, pflegen, gießen – die 15 Teilnehmer des Projektes „Wurzener Tafelgärten“ haben derzeit alle Hände voll zu tun. Auf insgesamt 18 Parzellen der Sparten „Wurzen Ost“ (13 Gärten) und „Feldschlößchen“ (5) sorgen die Frauen und Männer mit ihrem Betreuer Sven Ulke von April bis September für eine reiche Ernte von frischem Obst und Gemüse.

Seit anderthalb Jahren immer noch keine Lösung

Jedoch kommt der Lohn ihrer mühevollen Arbeit nicht den Bedürftigen aus Wurzen zugute. „Wir liefern sämtliche Erträge an den Verein Tafel Muldental, der Ausgabestellen in Grimma und Trebsen unterhält“, so Ulke. Der 46-Jährige bedauert wie auch Tafelgärtnerin Carmen Beuche, dass es nach der Schließung des einheimischen Tafelservices in der Stephanstraße 1 vor nun schon anderthalb Jahren keine Lösung gibt. Im November 2017 stellte der Verein Zuversicht nach zwölf Jahren seinen sozialen Dienst ein. Grund dafür war das Fehlen eines Fahrzeuges. Denn bis dato nutzten die Ehrenamtler ihre Privatautos für den Transport. Daher wandte sich Vereinschefin Orsina Wehner an die Stadtverwaltung und bat um finanzielle Unterstützung – umsonst. Wurzen lehnte einen Zuschuss ab und läutete damit das Aus des Tafelservices ein.

Verband fordert Stadträte zum Handeln auf

Trotz dieser Konsequenz tat sich seither nichts. Lediglich im Oktober des Vorjahres mahnte der sachkundige Bürger Stefan Winkelmann im parlamentarischen Kulturausschuss an, das Thema „nicht vom Tisch zu wischen“. Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) versprach damals, die Wohlfahrtsverbände anzuschreiben, um eine Lösung zu finden.

„Reinweg gar nichts ist passiert“, sagt Frank Lichtenberger, Präsident des Regionalverbandes (RV) Muldental der Kleingärtner. Für ihn sei es ein Trauerspiel, dass Wurzen bis heute untätig blieb. „Über ein Jahr weist unser Verband daraufhin, dass alle Produkte der Wurzener Tafelgärten nach Grimma gehen“, betont der 51-Jährige und fragt zugleich: „Wann werden die Stadträte wach und setzten dem Zustand ein Ende?“ Immerhin müsste es im Interesse der Mandatsträger liegen, dass die Früchte der Region auch an die Bedürftigen vor Ort gehen. „Sollte es keine baldige Lösung geben, müssen wir uns leider Gedanken über das Fortbestehen der Tafelgärten machen.“

Lokale Wirtschaft unterstützt Projekt Tafelgärten

Dabei, so der RV-Chef, seien die 15 Teilnehmer des Kommunalen Jobcenters stets mit Herzblut bei der Sache. In Teams bewirtschaften sie zwanzig Stunden die Woche von 8 bis 12 Uhr die ansonsten leerstehenden Kleingärten. „Das verdient höchsten Respekt.“ Zwar wollte der Verband gern das Projekt auf Grimma und Colditz ausdehnen, aber der Initiative mangelte es an Personen.

In Wurzen unterzeichnete die Dachorganisation bereits 2007 einen Rahmenvertrag mit dem Kommunalen Jobcenter, um Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. „Ganz ohne Hilfe von außen funktioniert eine solche Aktion natürlich nicht.“ Vor allem braucht es Unternehmen, die beispielsweise für das entsprechende Pflanzengut sorgen. „Zu unseren Partnern, denen wir zu Dank verpflichtet sind, gehören der Obi-Baumarkt, die Raiffeisen-Handelsgenossenschaft Wurzen und seit neuestem die Gärtnerei an der Wasserburg in Röcknitz.“

Von Kai-Uwe Brandt

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