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Wurzen Gedenktafel des ersten Baumes im Wurzener Stadtpark entdeckt
Region Wurzen Gedenktafel des ersten Baumes im Wurzener Stadtpark entdeckt
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14:09 16.04.2019
Kupferne Gedenktafel: Das circa 30 mal 15 Zentimeter große Schild markierte einst die Stelle des ersten gepflanzten Baumes vor 140 Jahren im Wurzener Stadtpark - die Fischer-Eiche. Quelle: Regina Schmidt
Wurzen

Für die eigentliche Überraschung des Abends sorgte René Rätze. Zur jüngsten Jahreshauptversammlung des Wurzener Geschichts- und Altstadtvereins überreichte er eine eher unscheinbare Kupfertafel, die allerdings ein bedeutendes Ereignis in Wurzen bezeugt. Einst markierte die circa 30 mal 15 Zentimeter große Plakette jenen Baum im Stadtpark, den der damalige Bürgermeister Heinrich Alfred Mühle im Beisein von Gästen am 12. Oktober 1879 symbolisch als ersten pflanzte und der heute noch am Spielplatz steht.

Ehrenbürger Wurzens ist Namensgeber der Eiche

Trotz der Patina auf dem Schild lässt sich deutlich der Schriftzug erkennen. „Fischer-Eiche, gepflanzt am 12. Okt. 1879“. Wilhelm Fischer, 1796 in Wurzen geboren und 1884 in Dresden gestorben, war sächsischer Bergmeister und setzte sich seinerzeit für das Vorhaben des Verschönerungsvereins ein. Dem Spatenstich vor 140 Jahren musste der Ehrenbürger der Stadt (1873) jedoch aufgrund „unerfreulicher Witterung“ fernbleiben, berichtete das Wurzener Wochenblatt. Dass Rätze die Historie des Stadtparkes nunmehr wieder auffrischt, verdankt er einem Zufall. „Die Tafel stammt aus dem Nachlass meiner Familie“, erzählt der Betriebsleiter des Abwasserzweckverbandes Muldenaue. Da er selbst bereits seit zehn Jahren Mitglied des Geschichtsvereins ist, fiel es ihm nicht schwer, das Fundstück der Gemeinschaft zu übereignen.

Kupfertafel soll jetzt aufgearbeitet werden

Im Nachlass seiner Familie fand René Rätze nicht nur das Kupferschild der Fischer-Eiche, sondern ebenso einen vollständigen Abreißkalender aus dem Jahre 1941. Quelle: Regina Schmidt

„Wir wollen schon seit längerem mit einer Gedenktafel oder einem Denkmal an die Geschichte des Wurzener Stadtparkes erinnern“, sagt Vereinschef Jürgen Schmidt. Bislang scheiterten die Bemühungen am Denkmalschutz. Rätzes Schenkung jedenfalls könnte die Initiative beleben, glaubt Schmidt. „Zunächst soll die Kupfertafel aufgearbeitet und später dann am originalen Ort angebracht werden.“

Einmal mehr erinnerte Stadtchronist und Vereinsvize Wolfgang Ebert zum Treffen der Mitglieder im Blauen Saal des Kulturhauses Schweizergarten an die Geburtsstunde der 16 Hektar großen Grünoase. Wie er sagt, sei neben der Fischer-Eiche noch ein weiterer Baum aus Anfangszeiten vorhanden – die sogenannte Albert-Eiche. Sie wurde 1898 zu Ehren des 25-jährigen Dienstjubiläums des sächsischen Königs Albert (1828 – 1902) eigens aus dem Sachsenwald von Fürst Otto von Bismarck nach Wurzen geschafft und hier eingepflanzt. „Deshalb ist sie manchmal auch als Bismarck-Eiche bekannt.“

Verein erinnert an 30 Jahre Städtepartnerschaft

Fernab vom Stadtpark dominierte vor allem der Rück- und Ausblick von Vereinschef Schmidt die Zusammenkunft der mittlerweile 40-köpfigen Gemeinschaft, die die Meilensteine der über tausendjährigen Geschichte Wurzens wachhält und näherbringt. Erfolge verzeichnete der Verein laut Schmidt mit Publikationen, wie der Biografie von Hermann Ilgen, dem Historisch-topographischen Lexikon und den Büchern über die städtische Sportgeschichte sowie die Wurzener Bürgermeister. Ebenso ruft die Interessensgruppe Ehrentage jüngeren Datums ins Gedächtnis. „2020 jährt sich die Städtepartnerschaft von Wurzen mit Warstein und Barsinghausen zum 30. Mal. Denn am 3. Oktober 1990 unterzeichneten alle drei Bürgermeister im Plenarsaal die Urkunden.“

Der nächste Höhepunkt, so Schmidt, findet übrigens angesichts gleich zweier Jubiläen am 5. Juni im Beruflichen Schulzentrum (BSZ) Wurzen statt – 110 Jahre Vereinsgründung sowie die Einweihung der Wandgemälde von Max Seliger in der Aula des BSZ.

Von Kai-Uwe Brandt

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