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Wurzen Gesamtvorstand stimmt für die Fortführung des Kleingartenentwicklungskonzeptes
Region Wurzen Gesamtvorstand stimmt für die Fortführung des Kleingartenentwicklungskonzeptes
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14:54 04.03.2018
Sitzung des Gesamtvorstandes im Vereinsheim Sonnenblick: Mit einem klaren Votum stimmten die Teilnehmer für die Weiterführung des Konzeptes gegen den Leerstand. Quelle: privat
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Wurzen

Fast 70 Vereinsvorsitzende des Gesamtvorstandes des Regionalverbandes (RV) der Kleingärtner Muldental haben zu ihrer jüngsten Sitzung über die Weiterführung des Kleingartenentwicklungskonzeptes (KEK) entschieden. Wie Präsident Frank Lichtenberger sagte, herrschte „überraschend Einigkeit“, gerade weil im Nachgang der Vorstellung des 53-seitigen Gutachtens am 29. August „kontroverse Meinungsäußerungen“ in der Öffentlichkeit folgten. Damals präsentierte Lichtenberger im Vereinshaus Sonnenblick den Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates Wurzen und nach Zuarbeit durch das Stadthaus die Eckpunkte des KEK.

Hintergrund des Exposés ist der seit 23 Jahren ungebremste Leerstand in den grünen Oasen der Muldestadt. Mittlerweile sind von den 2139 Parzellen über 500 verwaist.

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Um die Lage für die Vereine zu entschärfen und sie nicht in den finanziellen Ruin zu treiben, müssten laut Studie die Flächen reduziert werden – bis hin zur Auflösung einzelner Sparten. Lichtenberger dazu: „Vereine mit über 150 Parzellen besitzen zurzeit einen Leerstand zwischen 30 und 94 Kleingärten. Insgesamt sind derzeit in der Stadt etwa 420 nicht beräumt.“ Ebenfalls ein Problem des Trends sei die hohe Gartendichte. Wurzen zählt im Einwohnervergleich zu den gartenreichsten Städten im Freistaat – mit 13,1 Prozent. In Grimma beträgt das Verhältnis 4,75 Prozent (980 Parzellen auf 19 106 Einwohner), in Leipzig 5,8 Prozent (32 479 auf 560 000) und in Oschatz 9,12 Prozent (1383 auf 15 158).

Trotz heftigen Gegenwindes einzelner Vereinsvorsitzender und deren Bedenken, betonte Lichtenberger, erhielt das Präsidium jetzt ohne Gegenstimme einen klaren Auftrag. „Noch dieses Jahr soll es folglich tragfähige Ergebnisse in der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung geben, ehe der Gesamtvorstand im kommenden Jahr dann über die Umsetzung befindet.“ In den anstehenden Verhandlungen will der RV auf jeden Fall weiterhin auf „den bestehenden Kündigungsschutz, die Aussetzung der Beräumungspflicht sowie die sofortige Befreiung der freigelenkten Flächen von Pacht und Pflege“ beharren, fügte der 48-Jährige an.

Gleichwohl das Dokument die aktuelle Versammlung des Gesamtvorstandes bestimmte, legte das Präsidium einen positiven Sachstand der geleisteten Arbeit ab. Hierbei hob Lichtenberger insbesondere die erfolgreiche Arbeit der Vorstände hervor. Stellvertretend dafür erhielten Karsten Gey, Vorsitzender des Kleingartenvereins (KGV) „Am Kirschgarten“ in Beiersdorf sowie René Opolka, Vorsitzender des KGV „Siedler“ Roitzsch die Ehrennadel des Landesverbandes in Silber überreicht .

Zugleich dankte Lichtenberger dem Schatzmeister Andreas Kanzok. Er habe in den vergangenen neun Jahren stets die „Sicherheit und Ausgewogenheit der Verbandsfinanzen in den Vordergrund seines Wirkens gestellt“. Anlässlich seines Abschiedes aus dem Präsidium einerseits und aufgrund der Leistungen Kanzoks als Vorsitzender des KGV „Schweitzerberg“ Grimma andererseits bedachte ihn der Landesvorstand mit der Ehrennadel in Gold.

Von Kai-Uwe Brandt