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Wurzen Geschichtsverein Wurzen würdigt mit Festakt zwei Ereignisse
Region Wurzen Geschichtsverein Wurzen würdigt mit Festakt zwei Ereignisse
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16:04 05.04.2019
Einst das Königliche Gymnasium Wurzen: Im heutigen Berufsschulzentrum, Straße des Friedens, wurden vor 110 Jahren die monumentalen Wandgemälde des bekannten Künstlers Max Seliger eingeweiht. Quelle: Archiv
Wurzen

Der Wurzener Geschichts- und Altstadtverein will Anfang Juni gleich zweier Jahrestage gedenken, die eng mit dem Gebäude des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) in der Straße des Friedens 12 verbunden sind.

Zum einen wurde hier am 14. Januar 1909 der Vorgänger der heutigen Gemeinschaft auf Initiative des damaligen Rektors des Königlichen Gymnasiums Wurzen, Professor Otto Eduard Schmidt (1855 – 1945) ins Leben gerufen. Zum anderen stellte der berühmte Künstler Max Seliger (1865 – 1920) in der Aula der Bildungsstätte seine beiden monumentalen Wandbilder fertig. Die Einweihung fand am 20. Oktober 1909 nur neun Monate nach der Geburtsstunde des Altertumsvereins statt.

Künstler Max Seliger ist heute in Vergessenheit geraten

„Leider ist Seliger als großer Künstler heutzutage in Vergessenheit geraten“, merkt Jürgen Schmidt, Vorsitzender des Geschichts- und Altstadtvereins, an. „Wir möchten ihn deshalb wieder ein Stück ins öffentliche Bewusstsein holen – gerade in Wurzen.“ Immerhin schuf Seliger zahlreiche Gemälde, Glasmalereien und Mosaike für öffentliche Einrichtungen, unter anderem für das Reichstagsgebäude oder die Eingangshalle der Deutschen Bücherei in Leipzig. „Literarisch trat er außerdem durch Beiträge über das Buchgewerbe und Kunstrichtungen der Gegenwart sowie durch verschiedene Monografien in Erscheinung.“

Aula war Kinosaal der sowjetischen Besatzungsbehörde

Wechselvoll, so Schmidt, sei vor allem die Geschichte der Aula des BSZ. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Versammlungsraum der sowjetischen Besatzungsbehörde SMAD als Kinosaal. Von 1984 bis 1986 erfolgte die Rekonstruktion der übertünchten Wurzener Arbeiten „Schule von Athen“ und „Mars leitet die Spiele der Jünglinge“ von Seliger. Übrigens war es Vereinsgründer und Rektor Schmidt, der 1908 anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Königlichen Gymnasiums die Ausschmückung der Aula anregte.

Neugründung des Geschichtsverein im Oktober 1991

Ihm zu verdanken, so Namensvetter Schmidt, habe die Muldestadt auch den jetzigen Geschichtsverein mit über 40 Mitgliedern. Vor gut 100 Jahren zählte der Interessensbund 202 Personen, hauptsächlich Lehrer, Unternehmer, Kaufleute, Ärzte, Juristen und Beamte. Bis zur Auflösung im Sommer 1945 entstand unter seiner Ägide eine heimatgeschichtliche Sammlung sowie eine eigene Bibliothek und ein Fotoarchiv. Jenes Wirken der Altvorderen erweckte der Wurzener Geschichts- und Altstadtverein am 17. Oktober 1991 neu und sorgte beispielsweise mit der Wiedererrichtung der Wettinsäule, Aktionen für das Denkmal auf dem Alten Friedhof, mit Publikationen und Vorträgen für sichtbare Erfolge.

In Erinnerung an beide Ereignisse, die Vereinsgründung und die Entstehung der Wandgemälde, findet Schmidt zufolge am 5. Juni eine öffentliche Festveranstaltung in der Aula des BSZ Wurzen statt. „Neben einer musikalischen Umrahmung wird außerdem Stadtchronist und Ehrenbürger Wolfgang Ebert in einem Vortrag die zwei Anlässe entsprechend würdigen.

Von Kai-Uwe Brandt

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