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Wurzen Grimma: Neue Reifen für den Tierheim-Opel
Region Wurzen Grimma: Neue Reifen für den Tierheim-Opel
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14:01 22.05.2019
Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Muldental, Ricarda Höfer (r.), freut sich über einen Satz Reifen für den Tierheim-Opel, gespendet von Point S Reifen & Autoservice Blümel. Firmenchefin Annett Blümel übergab die Spende. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Ohne Spenden könnte der Tierschutzverein Muldental sein Tierheim im Grimmaer Ortsteil Schkortitz nicht betreiben. Keiner weiß das besser als Ricarda Höfer, Vorsitzende von Verein und Heim in einer Person. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte sei es schwierig, „alle Rechnungen punktgenau zu zahlen“, erklärt sie. Denn die 50 Cent je Einwohner, die von den drei Vertragskommunen Grimma, Geithain und Trebsen in die Kasse fließen, sowie weitere Einnahmen wie Vermittlungsgebühren und Tagespauschalen decken den Aufwand bei weitem nicht. „Allein die Tierarzt-Rechnungen kosten uns 2000 bis 3000 Euro im Monat“, nennt die 44-Jährige den größten Posten. Alles in allem bewegt der Verein für seine gemeinnützige Arbeit jedes Jahr 80.000 bis 100.000 Euro hin und her. 

Bundesweite Aktion der Fachbetriebe

Geld- wie Sachspenden sind deshalb jederzeit willkommen und unentbehrlich. Eine wohl eher ungewöhnliche Gabe für ein Tierheim nahm Höfer am Dienstag in Empfang: vier nagelneue Pirelli-Reifen für den 15 Jahre alten Tierheim-Opel – nebst Montage. Zu verdanken ist das Annett Blümel, Geschäftsführerin der Grimmaer Firma Reifen-Blümel GmbH. In der diesjährigen bundesweiten Aktion der Point-S-Fachbetriebe „500 Reifen für einen guten Zweck“ entschied sich die 49-Jährige für ihren Bereich für die Muldentaler Tierschützer. Denn sie weiß, dass Tierheime bei der Vergabe von Spenden nicht gerade an erster Stelle stehen. Die eingesparten rund 400 Euro könne der Verein nun an anderer Stelle sinnvoll einsetzen.

Zu DDR-Zeiten größter privater Runderneuerer

Annett Blümel führt den 1952 gegründeten Betrieb in der August-Bebel-Straße in dritter Generation und beschäftigt derzeit 13 Mitarbeiter. „Zu DDR-Zeiten waren wir der größte private Runderneuerer-Betrieb im gesamten Land“, blickt sie stolz auf das vom Großvater und Vater Geschaffene zurück. Nach dem Mauerfall schloss sich der Grimmaer Autoservice der Point S Reifen an, einer Dachorganisation von Reifenhändlern, und entwickelte sich weiter.

5000-Euro-Privatspende dient der Futterküche

Reifenfachfrau Blümel schätzt den aktiven Vorstand im Tierschutzverein und weiß, dass die Spende an der richtigen Adresse ist. Spenden seien auch unentbehrlich, um im Tierheim zu investieren, erläutert Vereinschefin Höfer. So freut sie sich besonders über die 5000 Euro einer Privatperson aus Grimma, mit der endlich die Futterküche auf Vordermann gebracht werden kann. Die Arbeiten sollen im zweiten Halbjahr über die Bühne gehen. In der nächsten Woche wird ein Lüftungsgerät für die Krankenstation der Katzen eingebaut – ein gemeinsames Vorhaben mit der Stadt Grimma. „Per Aufruf sammelten wir 2500 Euro an Spenden, es sind die Eigenmittel des Vereins“, informiert Höfer. Insgesamt koste das Vorhaben zur Verbesserung der Raumluft 7500 Euro.

Über jede Hilfe sind die Tierfreunde dankbar. Manche Leute sammeln zum Geburtstag für den Verein, einige Geschäfte stellen Sammelbüchsen hin. Hersteller und Händler von Futtermittel bringen zwei bis drei Mal im Jahr einen größeren Posten Futter. Höfer könnte noch weitere Beispiele nennen.

Zahlreiche Tiere werden jedes Jahr vermittelt

Derzeit sind knapp 30 Hunde und fast 50 Katzen im Tierheim untergebracht. Auch ein Frettchen, ein Hase und zwei Meerschweinchen müssen versorgt werden. „Wir vermitteln jedes Jahr etwa 100 Hunde und 150 bis 250 Katzen“, verdeutlicht die Vorsitzende. Für so ein kleines Tierheim sei das ein Erfolg. Immerhin schaffe jedes vermittelte Tier Platz für ein anderes Notfall-Tier. Neben Höfer kümmern sich derzeit zwei geringfügig beschäftigte Frauen, eine Bundesfreiwillige und ein Ein-Euro-Jobber um die Vierbeiner. Sie werden dabei von ehrenamtlichen Helfern unterstützt. Zwei weitere Bundesfreiwilligen-Plätze sind frei. Höfer: „Wir würden sie gern besetzen.“

Von Frank Prenzel

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