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Wurzen Ein Toter und Millionenschaden nach Großbrand in Thallwitz
Region Wurzen Ein Toter und Millionenschaden nach Großbrand in Thallwitz
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09:39 24.04.2019
Die Flammen haben schnell den gesamten Dachstuhl des Gasthauses erfasst. Die Flammen haben schnell den gesamten Dachstuhl des Gasthauses erfasst. Quelle: Frank Schmidt
Thallwitz/Wurzener Land

Ein Toter und Millionenschaden sind die Bilanz eines Großbrandes in Thallwitz. Dort ist in der Nacht zu Dienstag, gegen drei Uhr morgens, in der neuen Hauptstraße direkt an der Ortsdurchfahrt S11 das „Gasthaus zum Reußischen Hof“ in Brand geraten.

Im „Gasthaus zum Reußischen Hof“ in Thallwitz haben Feuerwehrleute einen Toten gefunden.

Großeinsatz für Feuerwehren aus der ganzen Umgebung

70 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Thallwitzer Ortsverband sowie aus Wurzen, Großzschepa und Eilenburg kämpften mit 15 Einsatzfahrzeugen stundenlang gegen die Flammen. Gegen 5.30 Uhr hatten die Löschkräfte die Flammen unter Kontrolle und konnten deren Übergreifen auf einen Anbau verhindern.

Das Feuer ist gelöscht, zerstörte aber den Dachstuhl und die erste Etage des Hauses. Der Giebel ist nach Angaben der Feuerwehr einsturzgefährdet und muss gesichert werden, so ein Statiker, der die Lage vor Ort einschätzte. Diese Aufgabe übernimmt das Technische Hilfswerk. Bei den Arbeiten am Dienstagnachmittag steigt erneut Qualm aus dem Gebäude auf.

Der Grund für das Feuer ist noch unklar. Brandursachenermittler dürfen das Haus frühestens am Mittwoch betreten. Aktuell darf wegen der Einsturzgefahr niemand ins Gebäude.

Nach ersten Erkenntnissen ist das Feuer in der Nacht im ersten Obergeschoss des Hauses dort ausgebrochen, wo sich die Wohnung des Gaststättenbetreibers befindet. Der Thallwitzer Bürgermeister Thomas Pöge (parteilos) hatte schon während der ersten Löscharbeiten per Handy mehrfach versucht, den etwa 50-jährigen Mann zu erreichen.

Kameraden finden leblose Person in Gasthof in Thallwitz

In den Räumlichkeiten der Wohnung fanden die Feuerwehrleute schließlich eine leblose Person. Pöge geht mit davon aus, dass es sich dabei um den Wohnungsinhaber, also den Gasthausbetreiber handelt. Abschließende Gewissheit müsse eine Obduktion erbringen.

Polizeisprecher Uwe Voigt bestätigte am Dienstagmorgen den Fund einer männlichen Leiche. Ob es sich dabei um den Gasthofbesitzer handelt, könne er noch nicht sicher sagen. Erste Ermittlungen zur Identifizierung der Leiche wurden aufgenommen. Ein Rechtsmediziner kam zum Brandort. Die Obduktion der Leiche wurde angeordnet.

Besitzer des Gasthofs war wohl im Haus

Nach Informationen von Pöge war der Besitzer der Gaststätte am Abend nach Wurzen gefahren und kam mit einem Taxi zurück nach Thallwitz. Die Polizei bestätigte, dass der Gaststättenchef in der Nacht nach Ostermontag in seine Wohnung über dem Gasthof zurückkehrte. Eine zweite Person sei in der Wohnung gemeldet, so Pöge, diese war aber wohl in der Nacht nicht anwesend.

Herabstürzende Dachteile wurden zur Gefahr für Feuerwehr

Für die Feuerwehr wurden die Löscharbeiten zur Herausforderung. Dicker Qualm drückte aus den Giebelfenstern der Wohnung im ersten Obergeschoss nach außen. Unter Atemschutz, mithilfe der Drehleiter aus Wurzen und mit Leitern versuchten die Kameraden zum Brandherd im Inneren des Gebäudes vorzudringen. Dabei sei es nach Angaben von Pöge nicht gelungen, einen Brandherd auszumachen, da die Qualmentwicklung immens war.

So sieht der Gasthof am Tag nach dem Brand aus. Der Giebel droht einzustürzen. Quelle: Frank Schmidt

Kurz darauf brannte der gesamte Dachstuhl. Herabstürzende Teile des Dachs wurden zur zusätzlichen Gefahr für die Einsatzkräfte. Mit Hilfe der Eilenburger Kameraden konnte verhindert werden, dass die Flammen auf einen Anbau des Gasthauses übergriffen. Das Löschwasser wurde aus der etwa 120 Meter entfernten Lossa geholt.

Das Kriseninterventionsteam des Landkreis Leipzig betreute in der Nacht die Angehörigen des Brandopfers.

Gasthof in Thallwitz zu Ostern noch geöffnet

Bürgermeister Pöge von einem Millionenschaden aus. Das Gebäude gehört der Gemeinde. Während der Löscharbeiten musste die S11 komplett gesperrt werden, der Verkehr wurde innerorts beziehungsweise weiträumig am Unglücksort vorbeigeführt.

Zu Ostern hatte das Gasthaus noch geöffnet und war stets gut besucht. Laut Bürgermeister Pöge, „ein schlimmer Verlust für Thallwitz. Das Gasthaus war im Ort und darüber hinaus sehr beliebt.“

Von Frank Schmidt

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