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Wurzen Grundschulen Wurzen und Trebsen bekommen Besuch von Kilian
Region Wurzen Grundschulen Wurzen und Trebsen bekommen Besuch von Kilian
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16:05 12.06.2017
Kilian steht auf der Bühne: Genauer gesagt das Lernprojekt „Kinderliteratur anders“, wie es vom Theater Kirschkern & Compes dargestellt wird.
Kilian steht auf der Bühne: Genauer gesagt das Lernprojekt „Kinderliteratur anders“, wie es vom Theater Kirschkern & Compes dargestellt wird. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Wurzen/Trebsen

Grundschüler in Wurzen und Trebsen haben Besuch. Kilian ist da. Kilian ist aber kein neuer Klassenkamerad, sondern ein Lernprojekt, mit dem „Kinderliteratur anders“, so die genaue Bezeichnung, vorgestellt wird. Lebendig wird Kilian mit einem Theaterstück, in dem das Kinderbuch „Kuckuck, Krake, Kakerlake“ ins Szene gesetzt wird. Bereits am Montag gastierte dafür das Theater Kirschkern & Compes im Schweizergarten Wurzen. Am Dienstag stehen die beiden Hauptdarsteller und Verwandlungskünstler Judith Compes und Sabine Dahlhaus in der Trebsener Sport- und Kulturstätte auf der Bühne. Im Publikum sitzen vor allem Viertklässler der örtlichen Grundschulen. Sie werde die merkwürdigsten Lebewesen der Welt kennenlernen - verrückte Tierchen, die zum Lachen, Lernen und Staunen animieren.

Was auf dem ersten Blick wie von den Bibliotheken der Städte organisierte leichte Kost zum Konsumieren aussieht, damit die Lehrer in den Grundschulen die Zensuren schreiben können, habe freilich einen ernsten Hintergrund. „Das Ziel ist es, Lesen mal etwas anders den Kindern schmackhaft zu machen, in der Hoffnung, dass sie nach dem erlebten Theaterstück dann auch dieses Buch in die Hand nehmen“, erklärte Gabriele Kraft von der Stadtbibliothek Wurzen. Denn die Schulen bekommen nach dem Theaterstück dieses Buch zur Ausleihe für ihre Schüler. Der Hintergrund wiederum sei einem eher negativen Trend geschuldet, der sich auch schon bei Grundschülern bemerkbar mache. „Man merkt schon bei Veranstaltungen in der Bibliothek, dass das Lesen teils sehr stotternd ist, wo man meinen sollte, Viertklässler müssten da viel sicherer sein. Auf der anderen Seite hat das Buch, und damit das Lesen starke Konkurrenz durch Handy, Tablet und Co bekommen, weshalb das Lesen bei vielen Kindern auf der Strecke bleibt“, konnte die Bibliothekarin beobachten. Zum positiven Nebeneffekt wird für die Kinder die Erkenntnis, was man aus dem Inhalt eines Buches mit Schauspiel und Musik machen kann.

Von Frank Schmidt