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Wurzen Handlungsbedarf auf Brandiser Schulcampus
Region Wurzen Handlungsbedarf auf Brandiser Schulcampus
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19:32 26.06.2019
Gymnasium Brandis: Neben dem Haus II (r.) ist das Containerinterim längst zum Dauerzustand geworden. Quelle: Ines Alekowa
Brandis

Die Oberschule und das Gymnasium in Brandis platzen aus allen Nähten. „Wir haben dringenden Handlungsbedarf“, erklärte Bürgermeister Arno Jesse (SPD). In seiner letzten regulären Sitzung am Dienstag fasste der Stadtrat deshalb einen Grundsatzbeschluss zur Entwicklung des Schulcampus. Einstimmig wurde die Verwaltung beauftragt, eine Planung mit Zukunft zu erarbeiten. Mit so gestärktem Rücken will Jesse Mitte Juli im Kultusministerium vorstellig werden. Zwar seien die Fördertöpfe für die nächsten zwei Jahre ausgeschöpft, aber er wolle „das Thema in Dresden schon mal platzieren“, um eine mittelfristige Umsetzung zu ermöglichen.

Der heutige Bildungs-Campus Brandis besteht aus der Grundschule (2,5-zügig) – eine zweite gibt es in Beucha – einschließlich Schulhort, sowie Oberschule und Gymnasium (jeweils 4,5-zügig) und den jeweils dazugehörigen Sport- und Außenanlagen, wie der Mehrzweckhalle. „Unser Bildungs-Campus mit einer beachtlichen und exzellenten Bildungsvielfalt genießt ein hervorragendes Ansehen in der Region und prägt damit maßgeblich unseren guten Ruf als familienfreundliche Stadt“, sagte Jesse. Die Kehrseite: Diese Reputation, verbunden mit starkem Einwohnerzuwachs, führt zu einer vermehrten Nachfrage, der der Campus schon jetzt nicht gerecht werden könne. „Und laut der aktuellen Schulnetzplanung ist mit weiteren erheblichen Steigerungen der Schülerzahlen zu rechnen.“ Die wirken sich vor allem auf die beiden weiterführenden Schulen aus.

Beide Grundschulen „kommen im Bestand zurecht“, so Jesse. Die Brandiser, 1954 als Krippe errichtet, wurde 1991/92 umgebaut und erhielt 2005 einen Anbau. „Wir haben viel getan, aber natürlich besteht kontinuierlich Sanierungsbedarf.“ Aktuell lernen hier 172 Schüler in acht Klassen, 2028/29 werden es 192 in acht Klassen sein – genehmigt sind zehn. Im 2010 energetisch sanierten Beuchaer Haus, wo sechs Klassen im Plan sind, steigt die Zahl der Schüler, verteilt auf je acht Klassen von 149 auf 169 Schüler.

Kritisch ist die Situation in der für 18 Klassen ausgelegten Oberschule. Schon jetzt gibt es 482 Schüler in 21 Klassen, für 2028/29 sind 583 (24) prognostiziert. „Unterricht in Fachkabinetten ist nur noch bedingt möglich“, so Jesse. Dabei wurde die Schule erst vor 19 Jahren errichtet – um Förderung eines dreigeschossigen Neubaus hatte sich Brandis damals vergeblich bemüht – und 2010 erweitert.

Nicht weniger dramatisch die Situation im für 24 Klassen gedachten Gymnasium – die Schülerzahl steigt von 610 (27 Klassen) auf 868 (35). Das Interim von 1996 – zwei Klassenräume und die Bibliothek im Container-„Haus 3“ – hat sich längst verfestigt. „Für die Bibliothek gibt es zwar eine Perspektive im ehemaligen Ratskeller und damit Spielräume. Ab 2020/21 ist trotzdem zwingend eine zusätzliche Zwischenlösung mit Containern für sechs Klassenräume notwendig“, informierte Jesse.

Unbefriedigend auch die Schulspeisung. Im jetzigen Speiseraum neben dem Gymnasium werden rund 450 Schüler aus allen drei Schulen versorgt. „Das ist die absolute Kapazitätsgrenze, Modernisierungen wie Schallschutz wirken hier nur noch bedingt“, sagte Jesse. Zudem sei die Ausgabeküche zu klein für eine eigenständige Herstellung des Mittagessens. Hinzu kommt der lange Weg der Grund- und Oberschüler zum Speiseraum. „Das bringt dann beim Essen Hektik, die mit gesunder Ernährung nicht vereinbar ist.“

Der Bürgermeister forderte den Stadtrat deshalb auf, zu dem in Leitbild und Kinder- und Jugendkonzeption verankerten Ziel zu stehen, „reibungslose Übergänge zwischen den Bildungseinrichtungen zu gewährleisten, um den Schulstandort für die Stadt als Standortvorteil zu generieren“. Jesse: „Wir können nicht weiter Stückwerk betreiben und von Interim zu Interim denken, sondern brauchen eine nachhaltige Gesamtlösung.“ Zumal die Konkurrenz, die privaten Gymnasien in Naunhof und Borsdorf, wachse. Ziel sei eine bauliche und räumliche Entwicklung des Campus. „Nicht“ – und das unterstrich auch die anwesende Gymnasiumsleiterin Silke Kirsten – „zur Maximierung von Schülerzahlen, sondern zur qualitativen Absicherung einer 4,5 zügigen Beschulung der weiterführenden Schulen.“

Die Brandiser Schullandschaft von oben: 1a - Erweiterungsbau an der Oberschule, 2 - Haus III neben Haus II Gymnasium, 3- Speiseraum, links davon Gymnasium Haus I. Quelle: stadt brandis

Dass der Weg dahin langwierig ist, „trotz Unterstützung durch das Landesamt für Schule und Bildung“, macht der bereits 2016 als Basis zur Fördermittelbeantragung beauftragte Entwurf für einen zweiten Erweiterungsbau an der Oberschule deutlich. Von dem neuen Trakt könnten alle Schulen profitieren, die Idee ist, hier auch die gemeinsame Mensa unterzubringen. „Das könnte der Dominostein sein, um auf dem gesamten Campus handlungsfähig zu werden“, sagte Jesse. So könnte mit Fertigstellung des Erweiterungsbaus der Speiseraum umgenutzt werden.

Der Stadtrat teilte Jesses Einschätzungen. „Wir müssen aber nicht nur wollen, sondern auch können“, brachte Ulrich Gäbel (Linke) den finanziellen Aspekt ins Spiel. Frank Mieszkalski verwies darauf, dass viele der Schüler aus den Nachbargemeinden kommen, Brandis aber die Kosten trägt. „Wir sind im Gespräch mit den anderen Kommunen“, verwies Jesse auf die Zusammenarbeit im Partheland.

Von Ines Alekowa

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