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Wurzen Hannelore Dietzschold beendet ihre politische Laufbahn
Region Wurzen Hannelore Dietzschold beendet ihre politische Laufbahn
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17:20 21.09.2018
Ihr Arbeitsplatz in der CDU-Kreisgeschäftsstelle Wurzen: Von hier aus leitete Hannelore Dietzschold die Geschicke ihres Wahlkreises. Zu Landtagswahl 2019 will sie nicht mehr antreten. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Wurzen

Seit 2009 vertritt Hannelore Dietzschold die Region von Borsdorf bis Lossatal und von Thallwitz bis Trebsen im sächsischen Landtag. Doch damit ist nächstes Jahr Schluss. Ein Jahr vor der Wahl des Parlaments verkündet die Wurzenerin das Ende ihrer politischen Laufbahn. „Ich trete definitiv am 1. September 2019 nicht wieder an.“ Über ihren Schritt, so die 64-Jährige, haben sie bereits die Ortsverbände ihres Wahlkreises schriftlich informiert und die persönlichen Beweggründe geschildert. „Kurz nach Beginn der neuen Legislatur werde ich 66 Jahre alt. Für weitere fünf Jahre fehlen mir schlichtweg die Kraft und Kondition.“

Dietzschold tritt der CDU 1991 bei

Dietzscholds christdemokratische Karriere begann mit der Wende. Nach kurzer Arbeitslosigkeit bewarb sie sich im September 1991 als Mitarbeiterin bei dem damaligen Abgeordneten Karl Czok und trat in die Partei ein. Czok folgten der ehemalige Landrat des Altkreises Wurzen, Werner Hubrich, und ab 1999 Angelika Pfeiffer. Allen blieb Dietzschold als Büroleiterin treu, fuchste sich über die Jahre hinweg ins politische Tagesgeschäft ein, um schließlich 2009 selbst zu kandidieren. Jenen Schritt, berichtet die gelernte Instandhaltungsmechanikerin, deren Eltern in Dehnitz einen Landwirtschaftshof betrieben, habe sie nie bereut.

Wurzen war und ist Dietzscholds Heimat

„Mir ging und geht es in Dresden um die Region und meine Heimatstadt.“ Schließlich verbrachte sie in Wurzen ihre Kindheit, besuchte hier die Diesterwegschule und absolvierte seinerzeit im Nahrungsmittelkombinat „Albert Kuntz“ ihre Berufsausbildung. Nach der Geburt der beiden Söhne wechselte Dietzschold die Arbeitstelle und wurde Gütekontrolleurin im Wurzener Betriebsteil des VEB Landmaschinenbau Torgau in der Marienstraße. Zudem ist die Landespolitikerin seit 1999 Wurzener Stadträtin und seit 2005 Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes.

Ein Verdienst: Stärkung des Oberschul-Standortes Lossatal

Zu ihren ersten Erfolgen als Mandatsträgerin in der Landeshauptstadt zählt Dietzschold die Komplettsanierung des Evangelischen Rüst- und Freizeitheimes Schmannewitz. Damals gehörten noch Teile des Landkreises Nordsachsen zum Verantwortungsbereich der Landtagsabgeordneten. Mit der Aufstockung des Haushaltes erreichte sie, dass 3,7 Millionen Euro ins Objekt flossen – „sonst wäre es aufgrund des desolaten Zustandes geschlossen worden“. Darüber hinaus kämpfte die Volksvertreterin, wie sie sagt, um die Stärkung des Standortes der Oberschule Lossatal sowie für den Neubau des Sportzentrums Lossatal. Minister gaben sich in Falkenhain reihenweise die Klinke in die Hand.

Für Senkung des Betreuungsschlüssels eingesetzt

Ebenfalls am Herzen lag Dietzschold die „Sicherung der Muldentalkliniken“. Sie erinnert an die Eröffnung der Palliativstation in Wurzen 2016 oder die Geburtenstation in Grimma. Nicht zuletzt verweist Dietzschold auf den Ausbau des Radweges zwischen Röcknitz und Böhlitz, den Erweiterungsbau für das Freie Gymnasium Borsdorf sowie ihren Einsatz bei der Senkung des Betreuungsschlüssels in den Kindertagesstätten. „Zum 1. September gilt jetzt endlich laut Gesetz der Personalschlüssel von einer Vollzeitfachkraft pro fünf Kinder in der Krippe sowie einer Vollzeitfachkraft für zwölf Kinder im Kindergarten.“

Nachfolger soll Engagement für Region zeigen

Bleibt zum Schluss nur eine Frage: Wer wird für die CDU statt Dietzschold im Wahlkreis 26 kandidieren? Das, so die scheidende Politikerin, stehe auf dem Programm die Kreismitgliederversammlung zur Nominierungsveranstaltung am 30. Oktober im Herrenhaus Röcknitz. Von ihrem Nachfolger oder der Nachfolgerin wünscht sich Dietzschold nur eines: „Sehr viel Engagement für die Region in Dresden“.

Von Kai-Uwe Brandt

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