Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Hans Große aus Borsdorf besitzt Autogramm von Heinz Rühmann
Region Wurzen Hans Große aus Borsdorf besitzt Autogramm von Heinz Rühmann
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:57 25.06.2019
Ein Schatz, den Hans Große seit vielen Jahren aufbewahrt: das Filmplakat mit den Autogrammen von Heinz Rühmann und Hertha Feller. Quelle: Thomas Kube
Borsdorf

Hans Große aus Borsdorf ist aufmerksamer Leser der Leipziger Volkszeitung. So vertiefte sich der 89-Jährige kürzlich auch in den Artikel zum Jubiläum von Vogels Ballhaus in Grimma. Darin las er mit großer Aufmerksamkeit, dass der bekannte Schauspieler Heinz Rühmann (1902 – 1994) auch in unserer Region bei Theaterstücken auf der Bühne stand.

In Vogels Ballhaus kam es zu gleich fünf Aufführungen von „Der Mustergatte“ gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Filmdiva Hertha Feiler. Weil Rühmann zu Kriegszeiten gute Kontakte zu den Nazigrößen Göbbels und Göring hatte, was ihm viele Sondergenehmigungen einbrachte, stand er nach Kriegsende erstmal auf dem Prüfstand. Am 28. März 1946 wurde im Rahmen der Entnazifizierung festgestellt, es bestünden „keine Bedenken gegen eine weitere künstlerische Betätigung des Herrn Rühmann“. Bis dahin hatte für ihn ein Auftrittsverbot bestanden. Rühmann beantragte im Juli desselben Jahres eine Genehmigung für das Aufführen von Theaterstücken und reiste mit einer kleinen Theatergruppe umher. Grimma war somit einer der Spielorte.

Schulfreund besorgt ihm das Autogramm

Unter den dortigen Zuschauern war auch ein guter Schulfreund und Klassenkamerad von Hans Große. Und auch damals gab es schon Autogramme. Wenn auch auf dem falschen Filmprogramm, weil Papier und Druck sehr teuer waren. Hans Große, der acht Jahre in Grimma zur Schule ging und 1946 mittlerweile 16 Jahre alt war, hatte keine Chance dem Theaterspiel beizuwohnen. Dabei wäre es gerade für ihn eine gute Schule gewesen. Schließlich gehörte er schon 1946 zur Borsdorfer Laienspielgruppe – die offiziell „Laienspielschar der FDJ“ hieß. Später wurde daraus die Junge Bühne Borsdorf, die zur Deutschen Volksbühne Leipzig gehörte.

„Wir spielten damals im Kaffeebaum“ – dem späteren Landwarenhaus von Borsdorf. Mittlerweile ist das Gebäude aber abgerissen“, so der rüstige Borsdorfer, der ab 1948 dann als Grundschullehrer seine Brötchen verdiente. Das Schauspieltalent von Große muss innerhalb der Borsdorfer Gruppe jedoch herausragend gewesen sein, weil Fachleute ihm sogar zu einem Schauspielstudium geraten haben. „Das hat mir mein Vater allerdings ausgeredet, Lehrer sei schließlich ein soliderer Beruf und das hat sich dann auch bewahrheitet“, blickt Große zurück.

Filmplakat mit Rühmann-Autogramm jahrelang aufbewahrt

Mit der Schauspielerei war in Borsdorf sowieso bald Schluss. 1953 nämlich wurde die Junge Bühne Borsdorf verboten, weil man nicht bereit war – sich einem volkseigenen Betrieb anzuschließen. Im offiziellen Schreiben, das Große in seinem Laienspiel-Ordner sauber abgeheftet hat, heißt es: „Jegliche schauspielerische Tätigkeiten sind untersagt, illegal und würden entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen“.

Als kleinen Trost und wohl auch weil er dem Theaterschauspiel immer verbunden blieb, bekam Hans Große von seinem Schulfreund immerhin das Filmplakat mit den original Autogrammen von Hertha Feiler und Heinz Rühmann geschenkt. Ein Schatz, den er bis heute gut aufbewahrt hat.

Von Thomas Kube

Zu einem Familienfest in der Industriestraße lädt für den 29. Juni das Wurzener Unternehmen Wutra Fördertechnik GmbH ein. Der Betrieb, einst von Klempner Gustav Ferdinand Lieder gegründet, wird 130 Jahre alt.

25.06.2019

Der Kreis verlangt von Machern ein Sparkonzept. Die Kommune hat in der Folge viele Investitionen auf Eis gelegt. Fortgeführt werden nur Vorhaben, für die bereits Fördermittel gesichert sind, so unter anderem die Erneuerung der Plagwitzer Straße. Die Baumaßnahme wurde an die Firma Umwelt 2000 aus Leipzig vergeben.

26.06.2019
Wurzen Kommunaler Gesundheitsversorger - Muldentalkliniken rutschen in die roten Zahlen

Einen Verlust von 3,7 Millionen Euro haben die Muldentalkliniken im Vorjahr eingefahren. Eine Strategiekommission soll Ideen entwickeln, um das dicke Minus zu schmälern.

25.06.2019