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Wurzen Heiße Debatte um Laufbahn-Ersatz der Pestalozzi-Oberschule Wurzen
Region Wurzen Heiße Debatte um Laufbahn-Ersatz der Pestalozzi-Oberschule Wurzen
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15:21 16.01.2019
Blick auf die Laufbahn der Pestalozzi-Oberschule: Sie soll für die Baupläne rund um den Wasserturm weichen. Über den künftigen Standort entschied jetzt der Kulturausschuss. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Wurzen

„Für mich wird hier die Chance einer ordentlichen Anlage für den Schulsport vertan. Ich verstehe nicht, weshalb sich die Schulleiter nicht verständigen konnten.“ Mit diesen Worten eröffnete CDU-Stadträtin Hannelore Dietzschold die Debatte um die Verlegung der Laufbahn und Weitsprunggrube auf dem Gelände der Pestalozzi-Oberschule. Zunächst aber erläuterte Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) den Mitgliedern des Kulturausschusses zur Sitzung am Dienstagabend die Hintergründe des aktuellen Beschlussvorschlages.

Markt-Investor muss Sportstätten-Ersatz bezahlen

Wie berichtet, muss die angrenzende Freiluft-Sportstätte dem Projekt Wasserturm inklusive des Baus eines Aldi-Discounters weichen. Der Betreiber benötigt das Teilstück als künftige Zufahrt für Lieferfahrzeuge. Daher verpflichtete die Stadtverwaltung den Investor des Marktes bereits bei der Ausschreibung zum Flächenkauf, eine Ersatzanlage zu errichten – Kostenpunkt 120. 000 bis 130 .000 Euro. Sogar der neue Standort stand zu diesem Zeitpunkt fest: das Areal der Grundschule An der Sternwarte.

Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) erklärt, dass die Laufbahn der Oberschule einer Zufahrt weichen muss. Quelle: Frank Schmidt

Zumindest die Stadtverwaltung sah im notwendig gewordenen Umzug einen gravierenden Vorteil. Bislang verfügt die Pestalozzi-Oberschule über eine Sprintstrecke von 80 Metern, die allerdings nicht den Anforderungen des Lehrplans entspricht. Mit der Sternwarte-Offerte hätten sich die schulsportlichen Voraussetzungen zum Positiven geändert.

Noch im Oktober des Vorjahres sagte Oberbürgermeister Röglin: „Für den Sportunterricht werden in rund zweihundert Metern Entfernung beste Bedingungen geschaffen. Bedingungen, mit denen entsprechend des Lehrplanes unterrichtet werden kann.“ Das war jedoch vor der Schulkonferenz am 1. November an der Pestalozzi-Oberschule, zu der das Stadthaus über die Details der Wasserturm-Pläne informierte.

Neue Anlage entspricht nicht der Lehrplan-Norm

Denn im Nachgang der Versammlung erfolgte ein Kompromissvorschlag, teilte der Verwaltungschef dem Ausschuss jetzt mit. Demnach wünschten die Ober- wie auch die Grundschule nach gemeinsamen Gesprächen keine Verlegung der Sportstätte. Vielmehr sollen Laufbahn und Sprunggrube auf dem Pesta-Schulhof verbleiben – nur ein paar Meter parallel von der alten Anlage entfernt und dann jedoch nicht nach Lehrplan-Norm.

Die Pestalozzi-Oberschule in Wurzen. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Platz sei nämlich an Ort und Stelle lediglich für 50 bis 60 Meter. Nicht unerwähnt ließ der Oberbürgermeister eine Aussage der Schulleiterin Heike Bohne, die davon ausgeht, dass sich mit dem Bau der Sportanlage für Pesta-Schüler keineswegs die Attraktivität ihrer Grundschule erhöhe.

Eben diese Meinung stieß bei CDU-Stadträtin Dietzschold sowie ihrem Fraktionskollegen Wolf-Rüdiger Jacoby auf Unverständnis. Immerhin würde die Stadt quasi kostenfrei eine lehrplangerechte Sportstätte erhalten, argumentierten die beiden Christdemokraten. Zweifel äußerten ferner Martina Schmerler (SPD) und Jens Kretzschmar (Linke). Dennoch wollten sie sich dem Kompromissvorschlag der Bildungsstätten beugen. Insofern lehnten sie kurz nach der Debatte einen Antrag von Jacoby ab. Er schlug vor, die Sternwarte-Variante weiterhin zu favorisieren.

CDU-Abgeordnete bleiben beim klaren Nein

Im Anschluss votierte das Gremium über den eigentlichen Beschlussvorschlag – die Verlegung der Sportanlage innerhalb des Geländes der Pestalozzi-Oberschule. Röglin, Schmerler, Kretzschmar und Stadtrat Andreas Fricke (Bürger für Wurzen) stimmten dafür, Dietzschold und Jacoby blieben beim Nein.

Von Kai-Uwe Brandt

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