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Wurzen Grimma macht die Schotten dicht
Region Wurzen Grimma macht die Schotten dicht
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15:27 12.05.2019
Mit der Mulde im Rücken werden die fünf Tore an der erst kürzlich fertiggestellten Pergola am Gymnasium geschlossen. Quelle: Frank Schmidt
Grimma

Am Samstag sind in Grimma etwa 100 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Grimma, Hohnstädt, Cannewitz und Thümmlitzwalde sowie der Wasserwehr Wagelwitz und Böhlen zur Hochwasserschutzübung gerufen worden. „Alles, ohne Hektik aufkommen zu lassen, denn es geht nicht um Schnelligkeit, sondern um Präzision mit Lerneffekt“, stellte Oberbürgermeister Matthias Berger klar.

Training für den Ernstfall: Rund 100 Helfer der Feuer- und Wasserwehren haben am Samstag in Grimma geübt, die insgesamt 78 Flutsperren der Stadt so schnell wie möglich zu verschließen.

Doch Petrus sorgte dafür, dass es eine authentische Übung wurde. Während die Kameraden Tore und Durchlässe zu schließen hatten, öffnete der Wettergott die Himmelpforte und ließ es ordentlich regnen. Jedoch ohne Gefahr für den Flusspegel, der in Golzern bei gut einem Meter, und damit im absolut gefahrlosen Bereich lag. Doch mit diesem Messpunkt könne man sowieso nicht ein Überschwappen der Mulde prognostizieren, erlärte Heinz Kaiser von der Talsperrenmeisterei.

Wasserdurchlass entscheidet über Sicherheit in Grimma

„Entscheidend ist zu wissen, dass diese Hochwasserschutzanlage 2000 Kubikmeter Wasserdurchlass pro Sekunde verträgt. Das ist geltender Richtwert und kann im Internet abgerufen werden“, sagte der Experte und wollte sich partout nicht auf einen Pegelstand festlegen lassen. Denn der unterliege mit verschiedenen Einflüssen in der Strömung gewissen Schwankungen.

Am Polizeirevier gilt es mit Fenstern „nur“ kleinere Öffnung zu sichern. Quelle: Frank Schmidt

Dieses Hochwasserbollwerk ist in mehrere Sektoren untergliedert. „Zwei Drittel der insgesamt 78 Öffnungen sind Fenster, Türen oder noch kleinere Durchlässe, ein Drittel machen mehr oder weniger große Tore aus“, sagte Axel Bobbe, Chef der Talsperrenmeisterei. „Und bis auf das letzte Tor an der Pöppelmannschen Steinbrücke, das in etwa zwei Wochen eingehangen werden wird, konnten mit der Übung erstmals alle Öffnungen dicht gemacht werden“, fügte Bobbe mit „gutem Gefühl“ an.

Von Christian Nadansky (li.) gibt es vor dem Schließen der Tore an der erst kürzlich fertiggestellten Pergola wertvolle Hinweise. Quelle: Frank Schmidt

Auch die jüngst fertiggestellten fünf großen Tore in der sogenannten Pergola am Gymnasium. Doch hier traten diverse Widrigkeiten mit den zur Verfügung stehenden Maul- und Ringschlüsseln zutage. Was aber kein Grund zur Beunruhigung sei, besänftigte Christian Nadansky als bestens eingeweihter Experte der Stadtverwaltung. Bei einer Vorlaufzeit von etwa sechs Stunden im Ernstfall könnten solche auftretenden Probleme ohne Hektik gelöst werden.

Schwachstellen werden bei Flutgefahr in Grimma dokumentiert

Damit das aber gar nicht passieren kann, sind diese Mängel notiert worden. „Völlig ohne den Hauch einer Kritik an der Anlage, denn die Talsperrenmeisterei ist dankbar für jeden Hinweis, den wir dank dieser Übung geben können“, sagte Abschnittsleiter Thomas Knoblich. Für Ronny Granzow ging es bei der Übung nicht um die Handhabung eines Schraubenschlüssels. „Das kann jeder. Aber damit in Ruhe und Besonnenheit die Tore richtig schließen zu können, war mir persönlich der zeitliche Übungsaufwand wert.“

Schwachstellen, wie hier an einem Tor an der Pergola, werden dokumentiert. Quelle: Frank Schmidt

Jens Eisermann indes freute es, „dass wir viele junge Kameraden an das System der Hochwasserschutzwand heranführen konnten.“ Von den schon erwähnten Problemen wollte er nicht sprechen, denn für ihn sind es „Schwachstellen, die nur mit so einer Übung aufgedeckt werden können“.

An den verschiedenen Einsatzstellen wie hier an der Großmühle wurden die Kamerden vor dem Schließen der Tore in diverse Besonderheiten eingewiesen. Quelle: Frank Schmidt

Und so wurde es auch von offizieller Seite gewertet. Während sich die Truppe mittags mit einem Schlag aus der Gulaschkanone von den Kameraden aus Kössern stärkte, zogen Bobbe, Kaiser und Berger eine durchweg positive Bilanz der Übung und danken allen daran Beteiligten.

Von Frank Schmidt

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