Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Igefa verkauft von Borsdorf aus Sauberkeit
Region Wurzen Igefa verkauft von Borsdorf aus Sauberkeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:06 03.08.2019
Im Lager: Igefa-Betriebsleiter Sven Hinneburg im Gespräch mit Konrad Becker und Heiko Wirkus (v.l.).
Im Lager: Igefa-Betriebsleiter Sven Hinneburg im Gespräch mit Konrad Becker und Heiko Wirkus (v.l.). Quelle: Ines Alekowa
Anzeige
Borsdorf

„Allein die intelligent klimatisierten Räume haben den Umzug von Gerichshain nach Borsdorf schon gelohnt“, schmunzelt Igefa-Betriebsleiter Sven Hinneburg (50). Während die Temperaturen draußen Schweißtropfen auf die Stirn zaubern, hält eine Kühldecke die Hitze im Bürogebäude in Schach, und die Angestellten können bei konstant 22 Grad entspannt arbeiten.

Bau in Borsdorf war super Entscheidung

Auf den Tag vor zwei Jahren – am 3. August – erfolgte der Spatenstich für das neue Logistikzentrum des Fachgroßhandels für professionelle Reinigung und Hygiene im Borsdorfer Gewerbegebiet. „Es war in Gerichshain deutlich zu eng geworden“, sagt Hinneburg. Dabei hatte die Igefa Leipzig GmbH & Co. KG, eine 100-prozentige Tochter der Eichler-Kammerer-Unternehmensgruppe, nach ihrem Start im Wurzener Motorenwerk mit sieben Leuten auch schon 1993/94 in Gerichshain neu gebaut, weiß Hinneburg, der von Anbeginn an in dem Unternehmen arbeitet und seit sieben Jahren als Betriebsleiter für Gebäude und Logistik verantwortlich zeichnet.

Aber der Umsatz stieg – worüber der Betriebschef nicht traurig ist . Die positive Entwicklung hat zur Folge, dass über zehn Jahre wöchentlich drei bis vier Sattelzüge mit Waren zwischen Gerichshain und einem in Trebsen zusätzlich angemieteten Lager hin- und her pendelten, weil die Kapazität in Gerichshain nicht mehr reichte. „Irgendwann war dann der Punkt erreicht, an dem wir gesagt haben: Wir müssen etwas tun. Und in Borsdorf neu zu bauen, war eine super Entscheidung.“

Hochlager bietet 20.000 Artikelstellplätze

„An dieser Stelle hätten wir in Gerichshain schon mitten in der Lagerhalle gestanden“, zeigt Hinneburg auf die Säulen nach dem Ladebereich mit zehn Rampen, hinter denen jetzt gerade erst das Hochlager mit 20000 Artikelstellplätzen anfängt – insgesamt 9000 Quadratmeter Fläche. Mit der konzentrierten Lagerung ist vor allem besserer und schnellerer Service möglich, betont Hinneburg. Im Fuhrpark- und Lagerleitstand werden die Touren optimal zusammengestellt und die Paletten anschließend für eine Beladung der LKW in der Reihenfolge der Auslieferung an der Laderampe aufgereiht. „Strategiegeführte Kommissionierung“ nennt er das. Und die spart auch im Lager selbst Zeit, immerhin verlassen täglich bis 7 Uhr elf LKW das Logistikzentrum. „Früher haben wir anderthalb bis zwei Stunden gebraucht, um einen LKW zu beladen, heute ist das in 30 Minuten erledigt.“ Trotz der ständigen Warenbewegung ist der Boden wie geleckt. „Wir verkaufen Sauberkeit, deshalb sollte es auch bei uns sauber sein“, sagt Hinneburg.

Kundenspektrum vom Krankenhaus bis zum Industriebetrieb

Igefa versorgt seine Geschäftspartner im Umkreis von 150 Kilometern mit Artikeln vom Allzweckreiniger bis zum Zahnstocher. Das Kundenspektrum reicht dabei von Krankenhäusern über Altenpflegeheime bis zu Industriebetrieben und Kommunen. „Insbesondere die Altenpflege ist ein wachsender Markt“, konstatiert Hinneburg. Verstärkt wurde das Sortiment jetzt durch persönliche Schutzausrüstung wie Kittel für Krankenschwestern oder den Blaumann für Handwerker – Schaufensterpuppen werben für die neuen Produkte am Eingang des Bürotraktes.

Das neue Igefa-Logistikzentrum im Gewerbegebiet Borsdorf. An den Bürotrakt schließt sich rechts die 9000 Quadratmeter große Lagerhalle an. Quelle: Ines Alekowa

Auch dieser, 1000 Quadratmeter groß, strahlt Großzügigkeit aus. In einer offenen, lichtdurchfluteten Bürolandschaft wechseln sich gedämmte Bereiche für ungestörtes Arbeiten mit Meetingpoints für Kundengespräche ab. „Es ist richtig schick geworden“, freut sich der Betriebsleiter. Statt eines Schulungsraumes für Kunden stehen nun vier zur Verfügung. Nebenan treffen sich Büroangestellte, Lagerarbeiter und Fahrer – insgesamt hat Igefa 75 Mitarbeiter, darunter zwei Azubis – jetzt in einer gemeinsamen Kantine oder gern auch mal auf der Terrasse. „Das bringt das Team zusammen“, sagt Hinneburg. Miteinander und Familie gehören ebenso wie Sicherheit, Innovation, Offenheit für Veränderungen und Gestaltungsfreiheit zur Firmenphilosophie.

Nachhaltige Bauweise

Dass die Sessel im Foyer leuchtend grün sind, ist kein Zufall. „Wir haben sehr nachhaltig gebaut und eigentlich alles an grüner Technologie genutzt, was geht“, sagt Hinneburg und verweist auf begrünte Flachdächer, durch Bewegungsmelder gesteuerte Beleuchtung, eine Ladestation für E-Mobil und E-Bikes und die Photovoltaikanlage, die das gesamte Lagerhallendach bedeckt. „Wir produzieren gerade bei solch schönem Wetter guten Strom, den wir selber nutzen – insbesondere in den Kühlbereichen für Gefahrstoffe wie Desinfektionsmittel haben wir einige Stromfresser – , den Überschuss speisen wir ins Netz ein.“

Igefa hat 13 Millionen Euro investiert

Insgesamt hat Igefa in Borsdorf 13 Millionen Euro investiert. Und die Halle ist so konzipiert, dass sie auf dem 24000 Quadratmeter großen Areal an der Rudolf-Diesel-Straße bei Bedarf problemlos erweitert werden kann. „Denn ich hoffe, dass wir weiter wachsen. Schließlich wollen wir ja Geld verdienen“, lacht Hinneburg.

Von Ines Alekowa