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Wurzen Im Muldental können Paare fürs Hochzeitsfoto abtauchen
Region Wurzen Im Muldental können Paare fürs Hochzeitsfoto abtauchen
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15:04 28.06.2019
Tanz unter Wasser: Britta Diebel aus Fuchshain bietet Unterwasser-Hochzeitsfotoshootings an. Quelle: Johannes Rausch
Naunhof/Fuchshain

Mal fix abtauchen, bei Britta Diebel aus Fuchshain gewinnt die Redensart eine ganz neue Bedeutung. Der Hochzeits- und Eventplanerin geht es nicht ums Verstecken, sondern im Gegenteil ums Präsentieren. Sie verspricht interessierten Kunden eine völlig neue Welt der Fantasie – und zwar unter Wasser.

Foto-Sessions immer spektakulärer

„Jungvermählte fahren heute auf die Malediven, reiten in Marokko auf dem Kamel, springen mit dem Fallschirm oder fahren im Heißluftballon“, sagt die 37-jährige Inhaberin der Agentur Ideenwiege, die vergangenen Sommer durch die Organisation einer Wave-Gothic-Hochzeit in Podelwitz von sich reden gemacht hatte. Die Foto-Sessions, die Paare in Auftrag geben, würden immer verrückter und spektakulärer. Diesem Trend folgend, stellte Diebel Überlegungen an, was in der Gegend rund um Leipzig noch aufsehenerregend sein könnte.

Atemberaubende Bilder entstanden bei der Foto-Session Unterwater love.

Unter dem Wasser eröffnen sich neue Möglichkeiten, dachte sie sich. Und so produzierte sie jetzt mit einem kompetenten Team ein Video. Es zeigt, wie nach der Eheschließung eine Fotoserie des Brautpaars in dem ungewohnten Element entstehen könnte.

Unterwasser-Liebe mit vielen Details

In Lena Williams (31), die im sächsischen Oberlungwitz die eine Hochzeits-Agentur betreibt, fand sie eine Partnerin, die ebenfalls schon lange im kreativen Bereich tätig ist. Beide lernten sich in Leipzig kennen. Schnell war für sie klar, dass sie das Projekt gemeinsam auf die Beine stellen wollen. „Underwater love“, zu deutsch „Unterwasser-Liebe“, nannten sie es.

Lara Rabe und Milian Köblitz beim Tanz unter Wasser. Quelle: Johannes Rausch

Taucherhochzeiten sind nicht wirklich neu. Doch Diebel und Williams schwebte etwas ganz anderes vor. Ihre Gedanken gingen hin zu einer festlichen Atmosphäre mit Kronleuchtern, wallenden Stoffbahnen und Strahlern unter der Wasseroberfläche. Die Eheleute sollten keine Taucheranzüge tragen, sondern festliche Kleidung. „Es ging uns um viele Details“, schildert Diebel.

Offene Fragen zum Wasser beantworten

Zusammen erstellten beide eine erste Skizze, wie sie sich die Abläufe vorstellen. „Wasser ist unberechenbar“, sagt Williams. „Wir wussten nicht, wie schwer die Gewichte an den Tüchern sein müssen, damit sie sich ideal bewegen.“ Wie viel kann ein Protagonist an Kleidung verkraften, wie lange kann er die Luft anhalten? Wie wird das Licht unter Wasser gebrochen? Fragen über Fragen, die vorab geklärt werden mussten.

Protagonisten aus Leipziger Tanzschule

Nicht zuletzt waren zwei junge Menschen zu finden, die sich der Kamera stellen. „Wir schickten einen Aufruf an Tanzschulen in der Umgebung“, berichtet Britta Diebel. „Lara Rabe von der Tanzzentrale Leipzig meldete sich recht schnell bei uns. Und sie brachte Milan Köblitz mit.“ Die beiden absolvieren eine Ausbildung zum Tanzpädagogen, ihre Neigungen könnten aber kaum unterschiedlicher sein. Sie ist die Ballerina, er der Breakdancer.

Sprung ins kalte Wasser

„Zwar befassten wir uns mit der Choreografie. Aber wir konnten nicht vorher üben, wussten nicht, was unter Wasser wirklich passiert“, räumt die 19-Jährige ein. Ihre Pirouette und der Head Spin (Drehung auf dem Kopf) ihres Tanzpartners am Beckenrand waren noch so etwas wie Routine. Doch dann folgte der Köpper ins nasse Element. „Es war wirklich wie der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser“, berichtet Lena Rabe.

Wirklich atem-beraubende Bilder

„Ich versuchte, die Bewegungen, die ich im Sinn hatte, einzubringen“, schildert Milan Köblitz. „Der Widerstand des Wassers war jedoch sehr groß. Die ganze Sache wurde spannend, aber auch im Verlauf anstrengender. Immer häufiger mussten wir auftauchen und Luft holen, die Szenen wurden mit der Zeit kürzer.“ Es sollten im wahrsten Wortsinn atem-beraubende Bilder werden.

Das Becken des Tauchturms Plauen. Quelle: Arvid Wünsch

Für die Aufnahmen hatte das Team den zehn Meter tiefen Tauchturm Plauen gewählt. „Ein normales Schwimmbecken wäre zu flach gewesen für das, was wir vorhatten“, erklärt Lena Williams. Der Leipziger Filmer Arvid Wünsch drehte die Sequenzen zu Lande. Im Wasser war der Moritzburger Videograf Johannes Rausch mit der Kamera unterwegs.

Zwei Tauch-Videos entstehen

Ein Making off zeigt, wie der Film entstand. Der eigentliche Streifen, der auf der Seite ebenso angeschaut werden kann, besticht durch atemberaubende Aufnahmen, die künstlerisch zusammengeschnitten wurden. Dem Make-up für Tänzerin Lara Rabe machte das Wasser kaum etwas aus.

//🥃🥂Absolute Liebe🥃🥂// *Leute, ich sortiere mich immer noch, am Samstag gab es ganz viel von allem: große Emotionen,...

Gepostet von Ideenwiege am Montag, 17. Juni 2019

Der Fantasie keine Grenzen gesetzt

Mit dem Werbefilm wollen die beiden Geschäftsfrauen zeigen, was im Rahmen von Foto-Sessions alles möglich ist. „Wir verleihen der Individualität Ausdruck. Niemand muss Profitänzer oder Taucher sein für solche Bilder“, sagt Lena Williams. Britta Diebel möchte ihren Kunden Dinge nahelegen, an die sie nicht mal im Traum gedacht hätten. „Das muss sich nicht auf Hochzeiten begrenzen, auch alle anderen Feste können einen Anlass bieten. Es lassen sich ebenso die Elemente Luft und Feuer einbeziehen“, sagt sie. „Der Fantasie sind bei uns keine Grenzen gesetzt.“

Von Frank Pfeifer

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