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Wurzen In Machern sprießt das Unkraut – Kritik am Ortsbild
Region Wurzen In Machern sprießt das Unkraut – Kritik am Ortsbild
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00:17 03.07.2018
Da keine Firma beauftragt ist, wächst an vielen öffentlichen Stellen in Machern das Unkraut bereits meterhoch.
Da keine Firma beauftragt ist, wächst an vielen öffentlichen Stellen in Machern das Unkraut bereits meterhoch. Quelle: Thomas Kube
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Machern

Gesprächsthema Nummer eins ist in Machern derzeit die Grünpflege. Nachdem das Rathaus versäumt hatte, eine Firma zu beauftragen, ist an allen Ecken und Enden das Ergebnis zu bestaunen. Wildwuchs an Straßenrändern, Unkraut auf bepflanzten Verkehrsinseln, zugewucherte Radwege – auf Schritt und Tritt ist die Vegetation auf dem Vormarsch. Besonders dort, wo Gästen eigentlich ein freundlicher Empfang bereitet werden soll, ist die Unordnung nicht zu übersehen: Das Straßendreieck in der Ortsmitte ist mit Grün übersät. Unkraut sprießt, wo ein gestaltetes Ortswappen normalerweise als Willkommensgruß gedacht ist.

Einwohner schlagen Alarm

In der jüngsten Gemeinderatssitzung hagelte es heftige Kritik am ungepflegten Ortsbild. Teilweise stehe das Gras meterhoch. Einige Straßen in der Muldenaue seien schon nicht mehr gefahrlos zu passieren, schlugen Einwohner Alarm.

Auftrag nicht rechtzeitig ausgelöst

Normalerweise vergibt die Kommune das Stutzen des Grüns an eine Firma. Aber was in Machern ist derzeit normal? So kam im allgemeinen Zuständigkeits-Wirrwarr das Thema Grünpflege komplett unter die Räder. Mit dem Ergebnis, dass jetzt natürlich keine Dienstleister Schlange stehen, um den Macherner Straßen-Dschungel zu lichten. Die Grünbau-Firmen haben ihre Kapazitäten zur Jahresmitte für gewöhnlich durchgeplant.

Unkraut sprießt, wo ein gestaltetes Ortswappen normalerweise als Willkommensgruß gedacht ist. Quelle: Thomas Kube

So war guter Rat teuer. Nachdem Vertragsverlängerungen mit den bisherigen Partnern nicht rechtzeitig vereinbart worden waren, zeigten sich die meisten auch nicht bereit, Machern zu den bisherigen Konditionen aus der Patsche zu helfen. Die Firma Stackelitz habe die Weiterführung der Leistung aus Kapazitätsgründen abgelehnt, und die Firma Grünbau GmbH habe ein deutlich teureres Angebot zur Reinigung der Straßen erstellt, das nicht angenommen werden konnte, so Rathausmitarbeiter Steffen Funke. Einzig die einheimische Macherner Grünprofi GmbH sei bereit gewesen, jetzt noch einzuspringen.

Teure Vergabe für zweites Halbjahr

Dem Gemeinderat blieb angesichts der zunehmenden öffentlichen Kritik nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen. Auch wenn das von Grünprofi unterbreitete Angebot nicht allen Abgeordneten plausibel erschien, gab es eine deutliche Mehrheit für die Beauftragung der Firma. Unterm Strich erhält das örtliche Unternehmen für sämtliche Grünpflege-Arbeiten sowie die Reinigung von Parkplätzen, gemeindeeigenen Grundstücken und Straßen für die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 2018 rund 75 000 Euro.

Von Simone Prenzel