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Wurzen Brandis schmiedet mit umliegenden Kommunen kleine EU
Region Wurzen Brandis schmiedet mit umliegenden Kommunen kleine EU
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11:04 29.05.2019
Das Thema interkommunale Zusammenarbeit interessiert auch die Bewohner, weshalb die Besucherreihen im Stadtrat gut besetzt sind. Quelle: Frank Schmidt
Brandis

Die Interkommunale Zusammenarbeit der Region Partheland stand im Stadtrat Brandis auf der Tagesordnung. Was erklärte, warum in den voll besetzten Besucherreihen auch Gabriela Lantzsch (parteilos) als Bürgermeisterin von Großpösna saß sowie der Borsdorfer Bürgermeister Ludwig Martin (CDU) und sein Naunhofer Amtskollege Volker Zocher (parteilos).

Brandis übernimmt Führungsrolle

Einleitend machte der Brandiser Bürgermeister, Arno Jesse (SPD), aus seinen Befürchtungen keinen Hehl, dass mit Blick auf den Großraum Leipzig sowie die Mittelzentren Wurzener Land und Grimma die Region um Brandis „ein Stück weit irgendwie untergehen“ könnte. Deshalb hätten sich im Herbst 2018 die Kommunen Belgershain, Borsdorf und Brandis sowie Großpösna, Naunhof und Parthenstein in einer Vereinbarung auf die als Partheland bezeichnete Region verständigt. Zuvor aber wurde von diesen Kommunen in einem sogenannten „Letter of Intent“ ausgelotet, wo es Möglichkeiten gibt, Projekte gemeinsam anzugehen und Kräfte zu bündeln.

Brands agiert federführend, um die interkommunale Zusammenarbeit in der Region Partheland vorzubereiten. Quelle: Frank Schmidt

In diesem Kontext fiel der Stadt Brandis eine gewisse Führungsrolle zu, denn man einigte sich darauf, dass diese Kommune für das Prozedere der Programmbegleitung die Fäden in der Hand hält. Über das Bund-Länder-Programm „Kleine Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ (KSP) haben die beteiligten Kommunen Fördermittel über die Sächsische Aufbaubank bewilligt bekommen. Nun galt es einen Partner zu finden, der die Absichtserklärung der interkommunalen Zusammenarbeit bündeln und ein Umsetzungskonzept erarbeiten soll. Die Wahl viel auf die Firma Beratungsraum Kommunal- und Unternehmensberatung GmbH mit Sitz in Leipzig, die sich aus fünf Bietern herauskristallisiert hatte. Der Stadtrat war nun gefordert, den Vorschlag der Verwaltung abzusegnen – dafür gab es ein einstimmiges Votum.

Zusammenarbeit auf Verwaltungsebene bündeln,

Die Amtskollegen von Arno Jesse lobten das Vorhaben und machen das Potenzial dieser Zusammenarbeit deutlich. „Es gibt Beispiele, wo eine Zusammenarbeit auf der Hand liegt, etwa im Gewerbeamt“, sagte Gabriela Lantzsch. Ihrer Ansicht nach gibt es mehr Möglichkeiten, die Zusammenarbeit auf Verwaltungsebene zu bündeln, als nur auf Eingemeindungen zu schauen. Ludwig Martin erinnerte daran, dass Borsdorf und Brandis schon ein gemeinsames Standesamt haben. Auf Verwaltungsebene ist das schon „beispielhaft“. Doch es würden sich weitere Chancen bieten. Etwa im Tourismus und in der Regionalentwicklung, die, so Martin, mit gebündelter fachlicher Kompetenz einfacher zu stemmen seien. Und: „Wir werden als Region viel besser wahrgenommen“, betonte der Borsdorfer Gemeindechef und nannte für diese Vision das Wurzener Land als exemplarisches Beispiel.

Michael Kubach, Vanessa Hicke und Sabine Heymann von der Leipziger Beratungsfirma stellen Arno Jesse (v.l.) und dem Gemeinderat das Projekt sowie die weiteren Schritte darin vor. Quelle: Frank Schmidt

Für Volker Zocher blieb somit nicht mehr viel übrig, um es ins rechte Licht der interkommunalen Zusammenarbeit zu rücken. Denn auch seine Kommune arbeite schon mit Brandis in verschiedenen Punkten eng zusammen. Und aus dem, was nun in einen ordentlichen Vertrag gegossen werde, wolle man das Beste machen, versprach der Naunhofer Rathauschef.

Inhalte gemeinsam erarbeiten

Statt darauf sinnbildlich mit Sekt anzustoßen, erhob Frank Mieszkalski (SPD) ein Seltersglas. Er verglich die angestrebte Verwaltungsgemeinschaft mit einer „kleinen EU“, in der alles vereinheitlicht werde. Aber: „Wir stülpen Ihnen keine Ideen über, die es wo anders schon einmal gab“, konterte Sabine Heymann von der Firma Leipziger Beratungsraum. Und Gabriela Lantzsch stellte klar, dass man sich von dem Büro nichts „auftischen“ lassen wolle. „Wir müssen gemeinsam die Inhalte erarbeiten“, mahnte sie abschließend an.

Von Frank Schmidt

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