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Wurzen Irakische Familie aus Wurzen übernimmt Kleingarten in der Georg-Schumann-Straße
Region Wurzen Irakische Familie aus Wurzen übernimmt Kleingarten in der Georg-Schumann-Straße
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16:33 08.05.2017
Neue Pächter im Sonnenblick: Baraa A. (M.) und ihre drei Kinder freuen sich auf den Garten. Unterstützt wird die Aktion des Vereins durch die DRK-Betreuungsstelle mit Claudia Thieme (4.v.l.) und Aziz Abdelkrim (1.v.l.) sowie RHG-Marktleiterin Anke Schwenker (2.v.l.), die einen Gutschein übergab. Ebenfalls im Bild: Vereinsvorsitzender Frank Lichtenberger (2.v.r,) und sein Vize Christian Meißner (1.v.r.). Quelle: Kai-Uwe Brandt
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Wurzen

Die Freude ist Baraa Alshabaki und ihren drei Kindern anzusehen. Denn gemeinsam mit Ehemann Nabham übernimmt die Flüchtlingsfamilie aus dem Irak eine leer stehende Parzelle in der Sparte Sonnenblick – 300 Quadratmeter mit Laube und einem alten Brunnen. „Es gibt viel zu tun“, sagt der Vereinsvorsitzende Frank Lichtenberger, denn bereits seit zwei Jahren wuchert hier das Unkraut auf dem verwaisten Pachtland.

„Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir Familie bei uns begrüßen können.“ Zugleich hofft der 49-Jährige, dass das aktuelle Projekt im Sonnenblick auch anderswo Schule macht. Immerhin, bestätigt Aziz Abdelkrim, der beim DRK Muldental als Flüchtlingssozialarbeiter und Dolmetscher tätig ist, würden einige Asylbewerber in Wurzen sehr gern Gärten nutzen. „Zur Freizeitgestaltung sowie natürlich zum Anbau von Obst und Gemüse, aber insbesondere für die Kinder.“ Mehr noch, fügt die Teamleiterin der Flüchtlingssozialarbeit und Migrationsberatung des DRK, Claudia Thieme, an: Die Übernahme des Gartens sei vor allem „nachhaltige Integration“. Mit Blick auf die Brachfläche und einem Lächeln auf den Lippen sagt Thieme: „Schrebergärten sind ja typisch deutsch.“

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Die Alshabakis kamen Ende 2015 nach Wurzen und werden seit Februar 2016 durch den Wohlfahrtsverband betreut. Die Kinder lernen derzeit in der Ringelnatz-Grundschule, ihre Eltern absolvieren Sprachkurse. Zudem verfüge die Familie laut Thieme über eine sogenannte Anerkennung als Asylberechtigte und folglich den gesetzlichen Anspruch auf eine Aufenthaltserlaubnis für vorerst ein Jahr. Schon aus diesem Grund steht die DRK-Beratungsstelle hinter der Initiative des Kleingartenvereins Sonnenblick.

Um den Start für die neuen Vereinsmitglieder auf der grünen Oase zu erleichtern, hatte Lichtenberger zusammen mit Anke Schwenker, Marktleiterin der Raiffeisen Handelsgenossenschaft (RHG) Bau & Garten Wurzen, zur Übergabe eine kleine Überraschung im Gepäck. „Die RHG unterstützt unseren Verein schon seit langem.“ Daher sei es nicht schwer gewesen, das Unternehmen für einen Gutschein zu gewinnen. Ein Teil des Geldes floss aus der Vereinskasse. Hilfe der anderen Art versprachen Lichtenberger und sein Vize Christian Meißner außerdem als unmittelbare Nachbarn der irakischen Flüchtlingsfamilie. Und zwar per kurzem Draht über den Gartenzaun, falls es mal Fragen oder Probleme gebe.

Übrigens sieht der Sonnenblick-Chef in der Aktion nicht allein nur eine ganz wichtige Form der Integration für Flüchtlinge. „Vereine können mit solchen Angeboten für Asylbewerber ihren Leerstand minimieren.“ Denn in der Gartenstadt Wurzen mit den 17 Vereinen und über 2100 Parzellen liegen derzeit etwa 540 Areale brach – ein Viertel des Bestandes. „Glücklicherweise sind wir davon nicht betroffen, sondern führen momentan sogar eine Warteliste“, hofft Lichtenberger auf ein breites Echo in jenen Vereinen, die unter hohem Leerstand leiden.

Von Kai-Uwe Brandt