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Wurzen Jesse: Ich hoffe, dass wir 2018 mit dem Kita-Bau beginnen können
Region Wurzen Jesse: Ich hoffe, dass wir 2018 mit dem Kita-Bau beginnen können
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18:00 19.01.2018
Vorstellung des Modellvorhabens "Muldental in Fahrt" - von links Steffen Lehmann (Geschäftsführer MDV); Busfahrer Uwe Gürgens, BM Brandis Arno Jesse, Andreas Kultscher (Geschäftsführer Regionalbus Leipzig), Landrat Henry Graichen. Foto: Andreas Döring BOG MTL
Brandis

Wie lief 2017, und was steht in Brandis 2018 auf der Agenda? Die Leipziger Volkszeitung sprach mit Bürgermeister Arno Jesse (SPD) über die wichtigsten Vorhaben.

Was war das erfolgreichste Projekt in 2017?

Ich würde gern vier nennen: Erstens unseren neuen Stadtbus. Brandis profitiert in besonderem Maß vom Projekt Muldental in Fahrt. Als zweites ist uns ein großer Erfolg bei der Planung der neuen Kita gelungen. Noch sind nicht alle Hürden übersprungen, aber der Landkreis hat uns eine Förderung über 1,5, Millionen Euro zugesagt. Wir sind eine von nur drei Kommunen, die Unterstützung erhalten. Ich hoffe, dass wir noch 2018 mit dem Bau beginnen können. Die Aufnahme ins Städtebauförderprogramm ist der dritte. Auch hier sind wir eine von nur vier Kommunen in Sachsen, die nun die Möglichkeit haben, bis 2025 Fördermittel von über vier Millionen Euro abzurufen, um Projekte aus dem Programm „Brandiser Mitte“ zu stemmen. Und schließlich ist auch die Verstetigung der „Mit-Mach-Stadt“ ein schöner Erfolg, insbesondere der Menschen, die sich dort einbringen, Ideen für die Stadt entwickeln und umsetzen.

Was hat Sie am meisten geärgert?

Beim Ratskeller sind wir nicht einen Schritt weiter gekommen. Dabei gab es schon Entwürfe gemeinsam mit dem Investor Rossmann. Dass die Denkmalpflege sich wieder zurückgezogen hat auf die ursprüngliche Position, ist sehr frustrierend. Es spricht einiges dafür, dass wir mit dem Erhalt umgehen müssen, auch wenn es teuer wird. Denn ich möchte nicht, dass der Ratskeller noch zehn Jahre eingerüstet steht.

Eine Reihe Wohnbauvorhaben wie Dorfanger Beucha oder Schachtgut Brandis haben 2017 den Stadtrat passiert. Aber finden Neubürger hier auch Arbeit? Was wurde getan, um den Wirtschaftsstandort Brandis zu stärken?

Wir haben 400 bis 600 Zuzügler pro Jahr, die aber eher zur Arbeit nach Leipzig pendeln. Den Standort stärken wir vor allem, indem wir Unternehmen in ihrer Entwicklung unterstützen. Zum Beispiel möchte Hörmann schon seit über einem Jahr ein weiteres Werk bauen. Probleme gab es beim Baurecht, Formsachen nur, aber auch die können ein Projekt verzögern. Wir sind die entscheidenden Schritte zusammen mit der Kreisentwicklung gegangen, sodass es wahrscheinlich 2018 losgehen kann. Für Garten-Kautz aus Beucha, extrem wachsend, haben wir eine Lösung im Gewerbegebiet gefunden, die Arbeitsplätze sichert. Auch für die Erweiterung des Autohauses Graupner wurde vieles am runden Tisch gelöst. Ebenso möchte Aldi erweitern – immer sind wir als Stadt hilfestellend dabei.

Am Weg zu einer familienfreundlichen Stadt, wie sie sich Brandis ins Leitbild geschrieben hat, sollten auch genügend Kita-Plätze liegen. Können Sie mit dem Fortschritt des Neubauvorhabens zufrieden sein?

Die großen Vorhaben erstrecken sich alle über mehrere Jahre, aber wie oben beschrieben sind wir in 2017 einen entscheidenden Schritt voran gekommen. Bebauungsplan und Bauantrag sind eingereicht, parallel läuft der Förderantrag. Das Ziel, ambitioniert aber schaffbar, ist, Mitte 2019 tatsächlich umzuziehen. Denn wir haben Wartelisten für Kitaplätze. Die Drohkulisse, dass Eltern klagen, steht.

Von den Jungen zur älteren Bevölkerung. Wo sehen Sie Handlungsbedarf?

Darin, unsere Hauptstraße besser begehbar zu machen für Senioren, insbesondere mit Rollator. Wir hoffen, mit Seniorenbeauftragtem Joachim Kühnel zu konkreten Vorschlägen zu kommen, die in die Haushaltberatung für 2019 einfließen können.

Brandis wurde im September ins Bund-Länder-Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen. Mit welchen der rund 40 Projekte wird 2018 begonnen?

Wir möchten, um dem Bedarf zu entsprechen, einen Parkplatz auf der Brache beim Gymnasium anlegen, ebenso auf dem städtischen Grundstück Rathausgasse 6. Und ich würde gern für die Innenstadtbelebung den Verfügungsfonds, wie in der Mit-Mach-Stadt diskutiert, für kleinere Sachen wie Telefonzelle mit Büchern und Fahrradladestation einrichten sowie ein Citymanagement ausschreiben.

Sie sprechen von Innenstadtbelebung. Aber Geschäfte schließen. Kann die Stadt dem entgegenwirken?

Nur bedingt. Es sind nicht unsere Immobilien und unternehmerische Entscheidungen. Die Geschäftsaufgaben haben zu tun mit Generationswechsel und Strukturwandel im Handel. Wir wollen im Rahmen des Citymanagements Leerstandsmanagement anbieten, aber die Hausbesitzer müssen mitspielen. Auch dass der Stadtbus am Markt hält und nicht am ehemaligen Bahnhof, ist eine flankierende Maßnahme. Und wenn wir für den Ratskeller einen Nutzer suchen, dann einen, der Menschen in die Stadt zieht.

Vieles, was Sie genannt haben, bezieht sich auf die Kernstadt. Was ist angedacht, damit sich die Ortsteile nicht abgehängt fühlen?

Ich kann den Eindruck verstehen. Er ist aber nicht ganz richtig. Das Dorfanger-Grundstück haben wir nicht verkauft wegen 400 000 Euro für die Stadtkasse, sondern weil es Entwicklungspotenzial für Beucha birgt. Im jüngsten Stadtrat haben wir die Ausschreibung der Bauplätze am Sportplatz Polenz beschlossen. Wir wissen, da gibt es Bedarf an Wohnraum, aber die Stadt kann es finanziell nicht stemmen. Mittel fließen 2018 auch in die Fassadensanierung der Kita Beucha – in relevanter Größenordnung.

Von der besseren Busanbindung profitiert Beucha und mit PlusBus ganz besonders Polenz. In Beucha möchten wir mit der nächsten Umstellung im August das Gewerbegebiet noch besser anbinden.

Beim Radweg Brandis-Polenz kann ich einen Erfolg vermelden: Die ersten beiden Leistungsphasen sind nahezu fertig. Sie untersuchen unter anderem Trassenverlauf und -breite, damit sich die Landesdirektion für eine Variante entscheiden kann. Im März werden wir das Ergebnis im Ortsrat präsentieren. Wir haben einen Besorgungsvertrag mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr, zuständig für die Staatsstraße, das heißt, wir machen die Arbeit, Lasuv übernimmt die Kosten.

Die Stadt hat ja einige Projekte für Leader in der Pipeline, aber der Eindruck ist, sie stecken dort fest. Täuscht er?

Es stimmt: Im Moment ist nicht ein Projekt so, dass es umgesetzt werden kann. Der Strukturfehler bei Leader ist, dass der Koordinierungskreis die Projekte prüft, und der Landkreis das Verfahren anschließend nochmal aufrollt. Dabei verliert man unendlich viel Zeit. Aber es sieht so aus, dass wir hoffentlich 2018 den Kinderspielplatz Kleinsteinberger Straße in Beucha sowie die Machbarkeitsstudien Kulturhausverein Beucha und Klettersteig Waldsteinberg umsetzen können. Beim Geopfad um die Bergkirche bin ich skeptisch. Wenn der Denkmalschutz bei seiner Forderung nach Komplettüberplanung bleibt, werden wir ihn zurückziehen. Denn diese kostet 30 000 Euro, und wir wollen nur ein paar Bänke aufstellen und die Granittreppe machen. Auch beim Stadtpark ist das Verfahren durch Denkmal- und Naturschutz kompliziert. Aber da werden wir eine Lösung finden.

Welche weiteren Vorhaben der Stadtpolitik sollen Ende 2018 umgesetzt sein?

Beim Thema Breitband haben wir noch einmal die Chance, Brandis über einen privaten Investor mit Glasfaser auszubauen. Ein weiteres Projekt ist der Bau der Kreisstraße von Beucha bis zur Brücke Richtung Albrechtshain. Dort sind wir für die Fußwege verantwortlich. Darüber hinaus stehen noch etliche weitere Vorhaben auf der Agenda, über 70 habe ich für den Stadtrat im Dezember aufgelistet.

Von Ines Alekowa

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