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Wurzen Kampfkandidatur im nördlichen Muldental
Region Wurzen Kampfkandidatur im nördlichen Muldental
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10:40 25.10.2018
Kai Ritter. Quelle: Foto: Thomas Kube
Wurzen/Trebsen

Intern war Kay Ritter gesetzt, für die CDU im nördlichen Muldental zur Landtagswahl im nächsten Jahr anzutreten. Doch jetzt sieht sich der Büroleiter der Abgeordneten Hannelore Dietzschold unerwartet Konkurrenz aus den eigenen Reihen gegenüber. Mit dem Trebsener Bürgermeister Stefan Müller wirft ein zweites Parteimitglied seinen Hut in den Ring. Am 30. Oktober kommt es zwischen beiden zur Kampfkandidatur.

„Zum Festkonzert des Landkreises am 3. Oktober in Markkleeberg sprachen mich CDU-Mitglieder, von deren Meinung ich viel halte, an, ob ich mir vorstellen könnte, als Landtagsabgeordneter zu arbeiten“, sagt Müller. „Das überraschte mich, und ich bat mir eine Bedenkzeit aus. Je länger ich mich mit dem Gedanken beschäftigt habe, umso mehr reifte mein Entschluss zu kandidieren.“

Hat lange überlegt, ob er kandidiert: Stefan Müller. Quelle: Thomas Kube

Seit 2009 vertritt Dietzschold den Wahlkreis 26 Leipziger Land 4, der die Kommunen Thallwitz, Lossatal, Wurzen, Bennewitz, Trebsen, Machern, Brandis und Borsdorf umfasst. Die Christdemokratin stellt sich am 1. September 2019 nicht wieder der Wahl, weil sie wenig später 66 wird und ihr, wie sie sagt, für fünf weitere Jahre die Kraft und Kondition fehlen.

Für belastbar hält sich Stefan Müller. Der 48-Jährige ist Leiter und Pflegedienstleiter des Naunhofer Diakonie-Altenpflegeheims „Charlotte Winkler“ und ehrenamtlicher Bürgermeister von Trebsen, wo er seit 1994 wohnt. „Durch diese Tätigkeiten stehe ich in gutem Kontakt zu den Menschen, kenne ihre Bedürfnisse und Problemlagen“, erklärt er. „Ich hoffe, ihre Belange bestens in den Landtag einbringen zu können.“

Er will, dass sich die Region gut entwickelt, und möchte „durch ehrliches Engagement dazu beitragen, verlorenes Vertrauen in die Politik wieder herzustellen.“ Sein besonderes Betätigungsfeld sieht er im sozialen Bereich.

„Es gibt keine Probleme, vor denen ich ausreiße“, betont Müller. „Den Tätigkeiten im Heim und Rathaus gehe ich gern nach, und ehrenamtlicher Bürgermeister könnte ich auch als Landtagsabgeordneter bleiben.“ Ungewohnt, das gibt er zu, wäre für ihn das Arbeitsumfeld. „Trebsen und Dresden klingen zwar ähnlich, aber der Politikbetrieb in der Landeshauptstadt würde für mich Neuland bedeuten.“

Galt bisher als sicher für die Landtatgswahl gesetzt: Kay Ritter. Quelle: Thomas Kube

„Ich weiß, welche Klingel ich drücken muss, ohne sie erst suchen zu müssen“, sagt der Wurzener Kay Ritter, der bis dato als einziger CDU-Kandidat galt. „Seit 17 Jahren bin ich in der Landespolitik als Mitarbeiter von Abgeordnetenbüros tätig, habe Netzwerke zum Wohle der Region aufgebaut. Die gute Arbeit, die ich mit Hannelore Dietzschold geleistet habe, möchte ich fortführen.“

Sollte er nominiert werden und die Wahl gewinnen, würde er sich besonders in den Bereichen Schulen und Soziales engagieren. „Dazu käme für mich, der ich seit 35 Jahren Fußballer bin, die Förderung des Ehrenamtes und der Vereinsarbeit“, erklärt der 47-Jährige, der stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender ist und sich in der Kommunalpolitik engagiert.

Dass Müller jetzt gegen ihn antritt, hält er für dessen legitimes Recht. „Das gehört dazu in einem demokratischen Land“, sagt er und betont, dass er vom Begriff Kampfkandidatur nichts hält. Diesen lehnt auch Dietzschold ab, die sich neutral gibt: „Wichtig ist, dass mein Nachfolger die Region mit Engagement und Herzblut vertritt.“

Nominierungsveranstaltung der CDU am 30. Oktober, ab 19 Uhr, im Herrenhaus Röcknitz

Von Frank Pfeifer

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