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Wurzen Kein Papier auf Macherner Schul-Klos: Gemeinde sorgt für Abhilfe
Region Wurzen Kein Papier auf Macherner Schul-Klos: Gemeinde sorgt für Abhilfe
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10:33 23.01.2017
Toilettenpapier sollte auf Schultoiletten zum Standard gehören.  Quelle: Bildagentur-online
Machern

 Macherner Eltern sind von der Rolle. Durch Zufall sei bekannt geworden, dass es auf den Toiletten der Macherner Grundschule kein Klopapier gibt. Und zwar schon seit Jahren. „Offenbar hat bislang niemand daran Anstoß genommen“, wundert sich Carsten Hennig, Vater einer Erstklässlerin, der die Zustände kritisiert. Papier sei nur an den Waschbecken vorrätig. Davon konnte er sich selbst überzeugen. „Die Kinder sollen sich vor dem Toilettengang soviel Papier in die Kabine mitnehmen, wie sie glauben zu benötigen.“ Für den Macherner eine unzumutbare hygienische Situation. „Vielen Eltern ist die Praktik offenbar gar nicht bekannt.“ Dies habe er bei Gesprächen feststellen müssen, so der Betreiber eines Fitness-Studios. „Alle, mit denen ich darüber gesprochen habe, reagierten einigermaßen entsetzt.“

Für jüngere Kinder unzumutbar

Insbesondere für jüngere Kinder sei es eine Zumutung, unter diesen Umständen das WC aufzusuchen. „Die Kinder entwickeln doch eine Scheu vor dem Toilettengang, das kann nicht das Ziel sein“, meint der Familienvater. Bereits Anfang Dezember habe er sich deshalb an die Gemeindeverwaltung gewandt.

 In Brandis beispielsweise gibt es Papierspender in jeder WC-Kabine. „Das halten wir für selbstverständlich“, erklärt Stadtsprecherin Manja Schmähl auf Anfrage. Dies treffe sowohl auf die beiden Grundschulen, die Oberschule als auch das Gymnasium zu. „Auch bei uns gab es in der Vergangenheit Probleme, als Toiletten verstopft waren. Deshalb wurde auf ein Modell umgestellt, aus dem einzelne Blätter entnommen werden können“, hieß es aus der Brandiser Oberschule. Auch im benachbarten Borsdorf gönnt man den Schülern das Toilettenpapier in Reichweite.

Doreen Lieder: Toiletten war oft verstopft

Macherns Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) erklärt, wie es zu der Anweisung kam: „In den vergangenen Jahren waren die Schul-Toiletten immer wieder verstopft – in der Regel zweimal wöchentlich“. Kinder hätten sich einen Spaß daraus gemacht, größere Mengen Toilettenpapier zusammen zu knüllen und die Spülung zu betätigen. „Die Verstopfungen kosteten pro Einsatz 500 bis 800 Euro und die Anlagen waren zum Teil über Stunden nicht nutzbar“, schilderte Doreen Lieder. Bereits Mitte 2012 sei deshalb die Entscheidung getroffen worden, Papier nur im Waschraum - nicht in den Kabinen - bereitzustellen. Dazu habe es damals auch eine Begehung mit dem Landesjugendamt, Vertretern der Kreisbehörde und der Kommune gegeben. Seitdem seien Verstopfungen eher selten.

Beschwerden über die Regelung seien ihr erstmalig im Dezember vorigen Jahres zu Ohren gekommen, erklärt Doreen Lieder. Carsten Hennig wurde inzwischen Abhilfe versprochen. „In jeder Toilettenzelle ist jetzt wieder eine Papierrolle eingelegt“, erklärte die Ortschefin am Freitag. Für die Schule seien insgesamt 30 Papierrollenhalter bestellt worden. Gerechnet wird mit zwei Wochen Lieferzeit. Danach sollen die Halter durch den Hausmeister angebracht werden und das Klopapier wieder griffbereit sein. In den vergangenen Tagen hatte sich auch das Grimmaer Gesundheitsamt für die Papier-Frage interessiert. Es sei vereinbart worden, das Verhalten der Schüler zu beobachten, so die Bürgermeisterin. „Sollte sich der vorherige Zustand wieder einstellen, muss in Rücksprache mit dem Amt über andere Alternativen nachgedacht werden.“

Von Simone Prenzel

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