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Wurzen Klimawandel im Kleinen: Zenapa startet im Geopark Porphyrland
Region Wurzen Klimawandel im Kleinen: Zenapa startet im Geopark Porphyrland
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09:51 27.04.2018
Auf Einladung von Gerhard Gey, Präsident des Geoparks Porphyrland, und Bürgermeister Thomas Pöge (3.v.l.) kamen die Landräte Henry Graichen (r.) und Kai Emanuel sowie die Leipziger Umweltamts-Leiterin Freifrau von Fritsch in Thallwitz zusammen. Ganz links der Bennewitzer Bürgermeister Bernd Laqua.  Quelle: Thomas Kube
Landkreis Leipzig/Thallwitz

 Geldsegen für den Umweltschutz: In Thallwitz fiel am Freitag der Startschuss für das EU-Projekt Zenapa im Geopark Porphyrland: Hinter der Abkürzung verbirgt sich der Begriff „Zero Emission Nature Protection Areas“, was Null-Emissionen in Naturschutzgebieten bedeutet. Der Geopark, der sich über die drei Landkreise Leipzig, Nord- und Mittelsachsen erstreckt, sprang quasi auf den letzten Metern auf den bereits fahrenden Zug auf. „Wir sind zu dem Projekt gekommen wie die Jungfrau zum Kinde“, plauderte Thomas Pöge, Bürgermeister der beteiligten Gemeinde Thallwitz (parteilos). Einer Zufallsbekanntschaft sei es zu verdanken, dass die Region nun vom millionenschweren Geldsegen profitieren könne.

Beteiligt sind insgesamt zwölf Partner aus acht Bundesländern sowie dem Großherzogtum Luxemburg. „Über eine Laufzeit von acht Jahren sollen 17 Millionen Euro für Zenapa fließen“, erklärte Thomas Anton vom federführenden Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (Ifas), einer Ausgliederung der Universität Trier. „Wir freuen uns sehr, dass auch der Geopark Porphyrland zu diesem Netzwerk gehört“, so der Ifas-Mann bei der Auftaktveranstaltung im Reußischen Hof in Thallwitz. Das ambitionierte Projekt nimmt Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks in den Fokus. „Hier soll untersucht werden, wie sich nationale und europaweite Klimaschutzziele umsetzen und mit Fragen des Artenschutzes in Einklang bringen lassen“, umriss der Wissenschaftler. Beteiligt sind 29 Landkreise und rund 400 Kommunen. „Im gesamten Zenapa-Gebiet wohnen rund zehn Millionen Einwohner,“ so Anton. „Die Projektkulisse erstreckt sich damit über etwa zehn Prozent der Gesamtfläche Deutschlands.“

Gerhard Gey, Präsident des Geoparks Porphyrland, begrüßte die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung in Thallwitz. Quelle: Thomas Kube

Effekte unter anderem in Sachen Umweltbildung erhofft sich Geopark-Präsident Gerhard Gey, der die Teilnehmer ebenfalls begrüßte. „Die Anliegen des Projektes entsprechen auch unserem Vereinszweck und bedienen zudem die Nachhaltigkeitsziele der Unesco.“ Thomas Anton wurde – so gut es am Anfang der Förderphase geht – auch konkret. „Jede der zwölf Regionen, auch das Porphyrland, wird einen Klimamanager erhalten. Dieser soll die Vorhaben vor Ort umsetzen und Anstöße geben.“ Allein für diese Schaltstelle fließen 300 000 Euro aus EU-Töpfen. Für rund 270 000 Euro soll die Erstellung sogenannter Quartierskonzepte gefördert werden. Im Gebiet des Geoparks wird es sechs davon gehen. Für die Gründung der Wurzener Landwerke, an denen die Modell-Kommunen Thallwitz, Lossatal, Bennewitz und Wurzen beteiligt sind, fließen zudem rund 45 000 Euro.„Insgesamt“, so Anton, „soll der Geopark über die gesamte Laufzeit mit 850 000 Euro von Zenapa profitieren.“

Über die Phase von Studien reicht das Vorhaben am Ende nach Überzeugung aller Akteure hinaus. Angepeilt sei bereits jetzt, im Laufe von Zenapa 1000 Privathaushalte und kleinere Betriebe mit Photovoltaikanlagen auszustatten. Außerdem sollen 15 000 Heizpumpen und 100 000 LED-Punkte neu installiert werden. Auch die Themen ökologische Gebäudedämmung oder der Anbau von Agrarholz spielen eine Rolle. Beteiligte Kommunen sollen in die Lage versetzt werden, Nachhaltigkeitsprojekte anzustoßen.

Ein Thema, dem sich auch der Landkreis Leipzig verschrieben hat. „Auch wir haben uns auf den Weg gemacht und widmen uns verstärkt dem Klimaschutz“, versicherte Landrat Henry Graichen (CDU). Unter anderem gehe es darum, dieselbetriebene Fahrzeuge in der Abfallwirtschaft umzurüsten und zukunftsweisende ÖPNV-Projekte auf den Weg zu bringen.

 „Den Schulterschluss suchen wir auch mit der Stadt Leipzig“, erklärte Gastgeber Thomas Pöge abschließend. Dazu sei bereits ein weiterer Förderantrag in der Pipeline, unter den Leipzigs OBM Burkhard Jung (SPD) erst kürzlich auf Pöges Initiative seine Unterschrift setzte.

Von Simone Prenzel

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