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Wurzen Kreishandwerkerschaft will die Meisterpflicht zurück
Region Wurzen Kreishandwerkerschaft will die Meisterpflicht zurück
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12:39 26.04.2019
Die Kreishandwerkerschaft Landkreis Leipzig/Nordsachsen macht sich für die Wiedereinführung der Meisterpflicht stark. Quelle: Britta Peders
Landkreis Leipzig

Die Kreishandwerkerschaft macht sich für die Wiedereinführung der Meisterpflicht in Deutschland stark. Damit unterstützt die Vertretung der Innungshandwerker in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen die Strategie der Bundesregierung, in sieben Berufen wieder die Meisterpflicht einzuführen, wie sie bis zum Jahr 2004 bestand. Damals hatte die rot-grüne Bundesregierung mit dem Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (damals SPD) mit der Handwerksreform die Zahl der Berufe mit Meisterpflicht von 94 auf etwa 40 reduziert.

Ausbildungszahlen gingen deutlich zurück

Das Ziel seinerzeit war, die Zahl der Fachkräfte zu erhöhen. „Das ging aber nach hinten los“, sagt Ingo Schöne, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Denn unterm Strich gingen die Ausbildungszahlen seither nennenswert zurück, auch zwischen Delitzsch, Eilenburg und Oschatz sowie im Muldental und im Leipziger Land. Seit Inkrafttreten der Reform dürfen sich Fließenleger ebenso wie Gebäudereiniger selbstständig machen ohne einen Meisterbrief zu haben. Was sich in Endeffekt auf die Qualität der Arbeit auswirken kann.

Kunden können Probleme mit Gewährleistungen bekommen

In jedem Fall aber, so Schöne, bestehe die Gefahr, dass es für Kunden Probleme mit der Gewährleistung geben kann. Warum? „Weil sich viele dieser Betriebe ohne Handwerksmeister nur einige Jahre am Markt halten.“ Wenn sie dann wieder weg sind, ist auch der Gewährleistungsanspruch von Kunden schwerer durchzusetzen, der bei Bauleistungen bei fünf Jahren liegt.

Meisterlose Betriebe können günstigere Preise anbieten

Viele der Betriebe mit Leuten, die maximal ein Gesellenstück gefertigt haben, sind Ein-Mann-Unternehmen. Die können auch deshalb eher in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen, weil den Unternehmern eine fundierte Ausbildung in Sachen Betriebswirtschaft, Kalkulation und Controlling fehlt, wie sie im Rahmen einer Meisterausbildung Standard ist. Allerdings, räumt der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft ein, sei es durchaus denkbar, dass die meisterlosen Betriebe günstigere Preise anbieten können: Weil sie keine Mitarbeiter zu bezahlen haben und sich auch Abgaben an die Berufsgenossenschaft sparen können.

Auswirkungen auch auf die Unternehmensnachfolge

Vor allem aber habe die Aufhebung des Meisterzwangs dazu geführt, dass es weniger Nachwuchs gibt. „Die Ausbildungsquote ist stark zurückgegangen“. so Schöne. Kein Wunder. Wenn nur Meisterbetriebe ausbilden dürfen und es weniger davon gibt, handelt es sich um eine absehbare Entwicklung. Ganz abgesehen davon, dass Inhaber von Meisterbetrieben immer schwerer Leute finden, die ihre Firmen dereinst übernehmen können.

Von Nikos Natsidis

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