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Wurzen Landkreis Leipzig holt Antidrogen-Zug in die Region
Region Wurzen Landkreis Leipzig holt Antidrogen-Zug in die Region
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09:53 28.06.2019
Der Antidrogenzug Revolution Train machte bereits 2018 Station in Borna. Quelle: Andreas Döring
Landkreis Leipzig

Der Landkreis will es im Kampf gegen Drogen nicht beim Verteilen von Flyern belassen: Im kommenden Jahr setzt man erneut auf die Wirkung des Antidrogenzuges Revolution Train. „Die Resonanz auf das Projekt war so positiv, dass wir uns zu einer Neuauflage entschlossen haben“, erklärt Jugendamtsleiter Jens Ranft im Namen des Landkreises.

Für zwei Tage hatte der gepanzerte Koloss im Juni 2018 auf Gleis 1 des Bornaer Bahnhofs Station gemacht. Über tausend Besucher wurden durch die Abteile gelotst, darunter 30 Schulklassen aus der gesamten Region. In sechs Waggons stellt der Revolution Train die Chronologie einer Suchtkarriere nach. Angefangen vom ersten Drink in der Disco über spätere Alkoholexzesse, Ärger mit der Polizei bis zum endgültigen Abrutschen in den Drogensumpf.

Zug ist außergewöhnliche Präventionsmaßnahme

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Der Antidrogen-Zug machte vergangenes Jahr zwei Tage Station in Borna. Quelle: Andreas Döring

„Der Revolution Train hat bei allen Beteiligten einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, bestätigt Kristin Koch, zuständige Projektbetreuerin im Jugendamt. „Die Nachfrage nach Plätzen war enorm, als der Zug in Borna Station machte. Wir konnten damals gar nicht alle Anfragen befriedigen.“ Einige Besucher, die den Zug unbedingt von innen sehen wollten, hätten sogar eine Art Sitzstreik abgehalten, verdeutlicht die Mitarbeiterin das Ausmaß des Interesses.

Der Antidrogen-Zug machte vergangenes Jahr zwei Tage Station in Borna. Quelle: Andreas Döring

Befragung wirft Schlaglicht auf Umgang mit Rauschmitteln

Dass der Landkreis keine Oase der Glückseligen ist, belegen seit Jahren steigende Zahlen in den Suchtberatungsstellen. Ein Schlaglicht auf den Umgang mit legalen und illegalen Rauschmitteln liefert aber auch eine Befragung, die mit dem Revolution Train einher ging. Bei ihrem Aufenthalt füllten 571 Kinder und Jugendliche entsprechende Fragebögen aus. Mit teilweise erschreckenden Ergebnissen: Über 70 Prozent hatten bereits Kontakt mit Alkohol. Vereinzelt bereits im Alter von sieben, acht Jahren.

Ein Drittel der 13-Jährigen hatte in den letzten 30 Tagen Alkohol konsumiert. Bei den 15-Jährigen waren es bereits über 60 Prozent. Neugier und Bekannte spielen beim ersten Griff zum Glas oder zur Zigarette eine große Rolle. So gaben über 80 Prozent der Jugendlichen an, ihre erste Zigarette von Freunden erhalten zu haben. Über 13 Prozent kreuzten bei den Antwortmöglichkeiten „geklaut“ an.

Schülerbefragung ab September an allen Schulen geplant

Der Antidrogen-Zug machte vergangenes Jahr zwei Tage Station in Borna. Quelle: Andreas Döring

Jugendamtsleiter Jens Ranft betont, dass die Fragebögen nur ein Schlaglicht werfen und soziologischen Maßstäben nicht Stand halten. Deshalb plane der Landkreis im Rahmen der Kooperation „Prävention im Team“ ab Herbst eine eigene, umfassende Schülerbefragung. „Diese soll sich an alle Kinder und Jugendlichen ab der 5. Klasse richten.“

Der Antidrogen-Zug machte bereit 2018 Station in Borna. Dargestellt wird unter anderem das Ende einer Drogen- und Alkoholfahrt. Quelle: Andreas Döring

Bereits jetzt beginnen auch erste Vorbereitungen für den Aufenthalt des Revolution Train. Der Aufwand, den Zug eigens aus Prag nach Sachsen zu holen, ist enorm und mit hohen Kosten verbunden. Deshalb werden erneut Sponsoren gesucht, um den Stopp im Landkreis 2020 finanziell zu unterstützen. Wo der 160 Meter lange gepanzerte Zug einrollt, steht noch nicht fest. „Wir brauchen einen Bahnhof und ein freies Gleis“, benennt Ranft die logistischen Voraussetzungen. „Die Entscheidung über den Ort ist noch nicht gefallen.“

Von Simone Prenzel

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