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Wurzen Lebensretter schulen Brandiser Kita-Kinder
Region Wurzen Lebensretter schulen Brandiser Kita-Kinder
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18:06 23.07.2019
Fernglas hoch! Angestrengt halten die Mädchen und Jungen Ausschau, ob jemand in Seenot ist. Quelle: Ines Alekowa
Brandis

„Jetzt spielen wir Rettungsschwimmer“, verkündet Ramona Miersch den Fünf- und Sechsjährigen in der Brandiser Kindertagesstätte „Regenbogen“. Und die Knirpse packen Wasser und Sonnencreme in ihren imaginären Rucksack und „radeln“ zum Spielturm, der prima zum Rettungsturm taugt. Die aus Klopapierrollen gebastelten Ferngläser vor den Augen, entdecken sie auch schnell ein Mädchen, das im Wasser nach Hilfe ruft ...

Zusammen mit Katja Handke und deren Sohn Florian, ebenfalls Mitglieder der Ortsgruppe (OG) Parthenaue der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), macht Ramona Miersch die Mädchen und Jungen fit für den nächsten Badeausflug.

Baderegeln: Florian Handke erklärt das richtige Verhalten im und am Wasser. Quelle: E-Mail-LVD

Maria Reichelt, die Kita-Leiterin, musste nicht lange überlegen, als das Angebot der DLRG sie erreichte. „So etwas zu wissen, kann nie schaden.“ Und so werden, wie schon wenige Tage zuvor in der Kita Beucha, die Baderegeln geübt, zum Beispiel dass man als Nichtschwimmer nur so weit ins Wasser gehen sollte, dass man noch stehen kann. Diese Phase hat Florian (13) lange hinter sich gelassen. Als begeisterter Sportler – nicht nur im nassen Element – ist er seit 2015 bei der DLRG aktiv und besitzt bereits das Deutsche Lebensrettungsabzeichen in Bronze. Jetzt erklärt er den Kindern die Bedeutung der DLRG-Flaggen, wie man sie am Ost- und Nordseestrand sieht, und bei der roten wusste danach jedes Kind: Alle großen und kleinen Badegäste raus aus dem Wasser!

Tag des bewachten Badestrands war voller Erfolg

„Man kann mit dem Thema nicht zeitig genug anfangen“, so Miersch. Denn das Beachten simpler Verhaltensregeln könne Unfällen vorbeugen. „Zum Beispiel sind Schwimmtiere keine Schwimmhilfe“, betont Katja Handke. Erst vor wenigen Tagen hatte sie am Autobahnsee Beucha beobachtet, wie ein Kind von einem aufblasbaren Schwimmtier gerutscht war – zum Glück ohne schlimme Folgen. Die DLRG-Ortsgruppe Parthenaue hatte hier am 23. Juni erstmalig einen „Tag des bewachten Badestrands“ durchgeführt.

Die Rettungsschwimmer informierten über die Gefahren am und im Wasser und demonstrierten Rettungsmaßnahmen. Florian Handke brachte interessierten Badegästen den richtigen Umgang mit Rettungsball und Gurtretter näher. Bei einem Rundgang um den See übten Leonie, Vanessa und Josephine den Umgang mit den Funkgeräten. Und für die kleinen Badegäste gab es eine Spiel- und Malstraße. „Viele Leute haben gesagt, dass sie die Veranstaltung toll fanden, vor allem wegen der Kinder“, freut sich Katja Handke. Für nächstes Jahr sei deshalb auch schon eine Wiederholung geplant.

Einsatzspektrum der Lebensretter breit gefächert

Die DLRG-OG Parthenaue besteht erst seit einem knappen Jahr und hat 33 Mitglieder, darunter, wie die Handkes, gehen ganze Familien dem Ehrenamt nach. „Und natürlich freuen wir uns jederzeit über neue Mitglieder“, betont der Technische Leiter Ralph Kösters. Denn das Einsatzspektrum der Lebensretter ist breit gefächert. So stand in einer gemeinsamen Ausbildung mit den Ortsfeuerwehren Beucha, Brandis und Polenz im Juni am Autobahnsee Rettung und Erstversorgung im Mittelpunkt. Philipp Handke zeigte, wie man Arterienverletzungen richtig abbindet. Katja Handke erläuterte wichtige Schritte zur Herz-Lungen-Wiederbelebung, und Ralph Kösters schilderte den Umgang mit einem Defibrillator.

Mitglieder sichern Badebetrieb ab

Auch zum Stadtfest in Brandis traf man die Ortsgruppe an. „Wir übernahmen mit unseren Sanitätern die Absicherung und kümmerten uns um medizinische Probleme. Zudem informierten wir an unserem Stand über die verschiedenen Aktivitäten als DLRG-Ortsgruppe“, so Kösters. Zum Beispiel darüber, dass zwei frisch gebackene Rettungsschwimmer in den Ferien in verschiedenen Bädern helfen, den regulären Badebetrieb abzusichern. „Im wiedereröffneten Waldbad arbeitet Melanie Rüstau und in der Sachsentherme Josephine Kösters als Rettungsschwimmer“, informiert Kösters. „Und in Kürze werden sechs unserer Mitglieder an den Küsten der Ostsee im Zentralen Wasserrettungsdienst tätig.“ Als nächster großer Einsatz wird bereits der Triathlon des ESV Lok Beucha am 31. August geplant, wo die OG Parthenaue mit Rettungsschwimmern die Absicherung übernehmen wird.

Im September beginnt übrigens der nächste Kurs für Rettungsschwimmer. Die aktuellen Informationen dazu sind in Kürze unter https://parthenaue.dlrg.de zu finden.

Von Ines Alekowa

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