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Wurzen Lossatal investiert 1,5 Millionen Euro ins Kulturhaus
Region Wurzen Lossatal investiert 1,5 Millionen Euro ins Kulturhaus
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05:00 10.08.2018
Der Saal des Hohburger Kulturhauses ist regelmäßig geselliges Zentrum, wie hier beim traditionellen Nachbarbier. Quelle: Archiv
Lossatal/Falkenhain

Der Feldbrand an Haasens Bruch hielt erst kürzlich eine ganze Region in Atem. Nur der Feuerwehr war zu verdanken, dass die Flammen im angrenzenden Wald nicht noch verheerender wüteten. Zwar ist die Ursache weiter unklar, doch schafft die Gemeinde vorsorglich Tatsachen: „Wir haben das aus der Verankerung gerissene Sperrschild neu aufgestellt, um zu verhindern, dass dort weiter Autos reinfahren. Wer sich künftig nicht dran hält, wird rigoros abgestraft“, warnt Bürgermeister Uwe Weigelt (SPD) auf der jüngsten Gemeinderatssitzung. Gerade in der Ferienzeit sei am Steinbruch großes Begängnis gewesen. Wilde Camper, laute Musik, Lagerfeuer: „Die Leute kommen zum Teil von weither. Ehrlich gesagt fehlt mir jedes Verständnis dafür, dass die trotz extremer Trockenheit grillen“, schüttelt Weigelt den Kopf.

Wildes Campen ist ein Ärgernis

Wildes Campen – auch für Michael Bröcher (CDU) ein Ärgernis. Er monierte, dass im ehemaligen Waldbad Mark Schönstädt einzelne sogar Haare gewaschen hätten – „mit Shampoo!“ Für Helmut Lischke von der Unabhängigen Wählervereinigung Grund genug, über einen offiziellen Campingplatz nachzudenken: „Es besteht offenbar Bedarf. Und es soll ja niemand aus dem Lossatal verjagt werden.“ Der Frauwalder Gunther Vieweg (CDU) winkt ab: „Am Dammmühlenteich ist bereits ein Zeltplatz, da gibt’s noch genug Platz.“ Ähnlich sieht es BM Weigelt: „Erstens herrschen auf kostenpflichtigen Zeltplätzen klare Spielregeln, was wilden Campern nicht gefallen dürfte. Zweitens würden Vorleistungen in locker fünfstelliger Höhe auf uns zukommen und drittens ist ein Campingplatz dauerhaft ein Zuschussgeschäft.“

Altersgerechte Wohnungen

Das Lossatal will nachhaltig investieren. Aktuell ins Hohburger Kulturhaus. 1,5 Millionen Euro sollen – so der Plan – schon ab Anfang 2019 in Großen Saal, drittes Obergeschoss und Heizung fließen. Über die „Vitalen Dorfkerne“ winke eine 75-prozentige Förderung, sagt Gerhard Winkelmann, Leiter des Wirtschaftsbetriebes. Im Saal müssten hohe Brandschutz-Standards erfüllt werden. In der dritten Etage sollen acht altersgerechte Wohnungen entstehen. Hohburgs Ortsvorsteher Peter Brendler (SPD) empfiehlt unbedingte Zustimmung, Simone Tiesies (CDU) meldet dagegen Zweifel an: „Wir wollen in Thammenhain demnächst den Kindergarten neu bauen. Reicht denn das Geld dann noch?“ Kämmerer Norman Gebhardt gibt Entwarnung: Die Finanzierung sei gesichert. Am Ende passiert die Vorlage den Rat – bei einer Enthaltung. Einstimmig beschließen die Räte den Kauf eines Häckslers. 40 000 Euro kostet die Neuanschaffung. Sie zahle sich definitiv aus – gerade in stürmischen Zeiten wie diesen falle viel Holz an, argumentiert die Verwaltung. Rückendeckung bekommt sie von Angela Hübner (Bürger für Lossatal/BFL). Sie habe den Häcksler schon in Aktion gesehen und sei begeistert.

Qualität der Tongrube ist gut

Sommer, Sonne, Badesee: Rudolf Keymer (Linkspartei) erkundigt sich nach der Wasserqualität der Kaoline. Bürgermeister Weigelt versichert, dass es in der Hohburger Tongrube regelmäßige Proben gebe. Alles sei in Ordnung. Was der Lüptitzer Peter Hentzschel von seiner Nachtruhe nicht gerade behaupten könne. Vor den versammelten Gemeinderäten beklagt er den Lärm im Jugendklub, der ihn und seine Frau nicht schlafen lasse. Er habe die Polizei anrufen müssen: „Wieso werden die Öffnungszeiten weit überschritten?!“ Andreas Ludwig (BFL) hat vom Nachwuchs sogar ein Bier angeboten bekommen, das er mangels Durst ausschlug: „Mein Gott, es sind Ferien, und die jungen Leute haben 18. Geburtstag gefeiert. So wie wir früher. Ich fand es nicht so wild.“ Ähnlich äußert sich Ortsvorsteher Hennig Grigat: „In Zschorna feierten vielleicht 80 Jugendliche. Mit denen konntest du reden. Danach waren sie merklich leiser.“ Hauptamtsleiterin Heike Markus will zumindest im Fall Lüptitz alle Beteiligten zur Aussprache an einen Tisch bringen. Während seine Ehefrau die Hoffnung schon aufgegeben hat, sagt Peter Hentzschel zu: „Wir telefonieren.“

Von Haig Latchinian

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