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Wurzen Lossataler gegen den Bau eines offenen Güllelagers
Region Wurzen Lossataler gegen den Bau eines offenen Güllelagers
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17:34 14.02.2019
Der künftige Standort für den offenen Gülletank: Das Gelände der Agrargenossenschaft Lüptitz befindet sich unweit der Lossa und gerade einmal 150 Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Lossatal/Hohburg

Eigentlich sollte Hohburgs Ortsvorsteher Peter Brendler im Auftrag von Bürgermeister Uwe Weigelt (SPD) für Ende Januar eine Informationsveranstaltung zum Thema offenes Güllelager in Watzschwitz organisieren. Doch ein Termin kam bislang nicht zustande. Deswegen haben jetzt Einwohner von Hohburg und Watzschwitz das Heft des Handelns selbst in die Hand genommen.

Initiatoren sammeln über 250 Unterschriften

Am 20. Januar gründeten Winfried Kluge, Martin Trauzettel, André Petschler, Frank Lutze, Christoph Deutschmann und Thomas Jacob eine Bürgerinitiative (BI) mit dem Ziel, den Bau der Anlage zu verhindern. Zugleich organisierten sie eine Unterschriftenaktion und legten Listen unter anderem in der Hohburger Kaufhalle und Apotheke aus. Wie sehr das aktuelle Vorhaben der Agrargenossenschaft Lüptitz die Menschen vor Ort bewegt, zeigt allein schon die Resonanz. Binnen zweier Wochen füllten über 250 Bürger mit ihrem Namen die Zettel – und täglich werden es mehr.

Sorge um Beeinträchtigung der Wohnqualität

Der rasche Erfolg freut natürlich die Gründungsväter, sagte BI-Sprecher und Gemeinderat Kluge. Bis auf Ortsvorsteher Brendler hätten sogar alle Hohburger Ortschaftsräte unterzeichnet. Bei alledem wollen die Initiatoren nicht als Querulanten gelten. Sie, so Kluge, fürchten lediglich eine Beeinträchtigung der Wohn- und Lebensqualität, falls auf dem Silage-Gelände der Agrargenossenschaft ein offener Güllebehälter mit einem Durchmesser von 33 Meter sowie sechs Meter Höhe entsteht. Zumal sich der Standort unweit der Lossa und gerade einmal 150 Meter bis zum nächsten Wohnhaus – der Schickemühle – befindet.

Genehmigungsverfahren ruht derzeit

Auf diese Fakten wies bereits öfters der Watzschwitzer Martin Trauzettel hin, zuletzt im Dezember während der Lossataler Ratssitzung. Als unmittelbarer Nachbar einer künftigen Anlage suchte er den Kontakt zur Genehmigungsbehörde, dem Landratsamt. Von dort erhielt er unlängst ein Schreiben, dass das Verfahren im Moment ruhe. Ansonsten seien die Details rund um das Projekt dünn gesät.

Direkt im Blickfeld: Insbesondere die Bewohner der Schickemühle fürchten aufgrund der Nähe zum künftigen Standort der Gülleanlage um die Beeinträchtigung der Wohn- und Lebensqualität. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Erstmals von den Plänen erfuhren die Betroffenen am 14. Juni des Vorjahres zur Ortschaftsratssitzung in Hohburg. „Eine hoch emotionale Versammlung“, erinnerte sich Kluge noch gut daran. Bis heute aber blieben die Ängste und Sorgen aus Mangel an Informationen. „Insbesondere, was dann die Transporte der Gülle von Lüptitz nach Watzschwitz betrifft oder Fragen zur Sicherheit im Falle einer Havarie“, fügte Trauzettel an. Antworten wünschte sich die BI ferner in Sachen einer möglichen Geruchsbelästigung. „Immerhin liegt Hohburg im Talkessel, eingerahmt von Bergen“, ergänzte Kluge.

Bürgerinitiative bleibt kompromissbereit

Trotz der klaren Forderung, den Bau des Güllebehälters zu verhindern, will die nicht mitgliedschaftlich organisierte BI stets kompromissbereit bleiben. „Uns geht es ausschließlich darum, eine offene Anlage in Watzschwitz zu verhindern und dabei den Dialog mit allen Beteiligten zu erreichen, also auch mit der Agrargenossenschaft“, betonte Kluge zum Schluss.

Agrargenossenschaft muss Unterlagen nachbessern

Übrigens bestätigte Bürgermeister Weigelt zur Gemeinderatssitzung am Mittwochabend die Aussage Trauzettels, dass das Genehmigungsverfahren derzeit ausgesetzt sei. Laut Kreisbehörde müssten seitens des Antragstellers einige Unterlagen überarbeitet werden. „Das Verfahren beginnt neu.“ Insofern riet Weigelt, die Zeit bis dahin abzuwarten.

Interessenten, die sich dem Protest anschließen möchten, können sich jederzeit an die Bürgerinitiative „Güllelager Watzschwitz“ wenden. Kontakt über E-Mail: bi-guellelager@gmx.de.

Von Kai-Uwe Brandt

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