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Wurzen Lyriker André Schinkel an der Spitze von Wurzener Literatur-Gang
Region Wurzen Lyriker André Schinkel an der Spitze von Wurzener Literatur-Gang
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13:10 09.01.2020
André Schinkel, deutscher Lyriker und Prosaautor, trifft sich ein Jahr lang mindestens einmal im Monat mit Grundschülern aus Wurzen, um an einem Buch zu arbeiten.  Quelle: Jürgen Bauer
Wurzen

Die Mulde und Ringelnatz haben es dem heute in Halle lebenden Poeten André Schinkel angetan. Kein Wunder. Schinkel wurde in der Muldestadt Eilenburg geboren und 2006 auf Vorschlag von Wolf Biermann mit dem Ringelnatzpreis der Stadt Cuxhaven für den deutschen Poetennachwuchs geehrt. Nun übernimmt es André Schinkel, in zwei Wurzener Grundschulen auf Entdeckungssuche nach dem literarischen Nachwuchs zu gehen. Seine pädagogisch provokanten Kindergedichte wie „Katzenkackeallergie“ oder „Santas Versäumnisse“ sorgen stets für Jubel beim jungen Publikum. Und sie stiften zum Nachmachen an.

Literarische Entdeckungstour über ein Jahr

Möglich wird dies alles durch eine Initiative des Bundesverbandes der Friedrich-Bödecker-Kreise (FBK). Sie nennt sich „Wörterwelten. Autorenpatenschaften II – Literatur lesen und schreiben mit Autor*innen“. Finanziert werden die Autorenpatenschaften für ein Jahr über das Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Schriftsteller und Archäologe André Schinkel

André Schinkel wurde am 27. April 1972 in Eilenburg (Landkreis Nordsachsen) geboren. Er wuchs in Bad Düben sowie Holzweißig bei Bitterfeld auf und lebt seit seiner Lehrzeit in Halle (Saale). Während seines Studiums der Germanistik und Archäologie beschäftigte er sich mit der Literatur der Neuzeit sowie den meso- und neolithischen Kulturen Mitteleuropas. 1994 debütierte er mit dem Gedichtband „durch ödland nachts“, dem folgten bis heute mindestens weitere 13 Bücher. Schinkel arbeitet als Autor, Gutachter und Redakteur, für seine Gedichte, Erzählungen und Essays wurde er mit dem Georg-Kaiser-Förderpreis (1998) und dem Joachim-Ringelnatz-Nachwuchspreis für Lyrik (2006) ausgezeichnet. Er war hallescher Stadtschreiber, Stadtschreiber von Ranis und ist unter anderem Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste sowie des Deutschen PEN-Zentrums, einer deutschen Schriftstellervereinigung.

Rund 15 Kinder aus Wurzen haben damit ein Jahr lang die Möglichkeit, sich unter Anleitung von Schinkel in den Wörterwelten auszuprobieren. Am Ende wird alles in ein Buch verpackt, das auf der Buchmesse in Leipzig vorgestellt wird. Schinkel, bislang in Sachsen-Anhalt mit einer Literatur-Gang namens Anna Hood unterwegs, hat bereits zwei Bücher mit Anna-Hood-Gruppen geschrieben. Sich als Gang literarisch auf Entdeckungstour zu begeben, geht auf ein Kinderbuch von Jürgen Jankofsky zurück (www. anna-hood.de).

Projekt wird am 25. Januar im „Seepferdchen“ vorgestellt

In Wurzen gilt die Entdeckungsreise natürlich Joachim Ringelnatz, seiner Kindheit in Wurzen, seiner Geburtsstadt und seinem Geburtshaus. „Wir freuen uns, dass die Ringelnatz-Grundschule und die Diesterweg-Grundschule die Partner des Ringelnatz-Vereins bei diesem Projekt geworden sind“, freut sich Eva Makowka vom Vorstand des Ringelnatz-Vereins. Die Eltern können ihre Kinder derzeit an den beiden Schulen dafür anmelden. Am 25. Januar wird das Projekt und vor allem sein Autorenpate André Schinkel im „Seepferdchen“ in der Schweizergartenstraße zusammen mit einer Lesung ausführlich und mit Humor vorgestellt.

Ehrenschleife mit Informationsgehalt: Die mobile Wand unterrichtet über das aktuelle Bauvorhaben und die geplante Nutzung als Gedenkstätte und kulturellen Treffpunkt. Quelle: Ringelnatz-Verein

Mindestens einmal im Monat, während der Ferien öfter, trifft sich die Anna-Hood-Gang vom Crostigall zu Schreib-, Buch- und Illustrationswerkstätten, Exkursionen und Entdeckungstouren. Künstler aus Halle und Leipzig unterstützen die Autorenpatenschaft mit Spezialprojekten zu Druck und Illustration, Buchbinderei und Poesie. Eva Makowka, eine ehemalige Lehrerin, wird seitens des Ringelnatz-Vereins das Projekt organisieren und bis zum Erscheinen des Buches begleiten. Den Titel hat sich der Autorenpate Schinkel bereits ausgedacht „Die Anna-Hood-Gang und das Wunder vom Crostigall“.

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Vorgestellt wird das Werk natürlich im neu eröffneten Ringelnatz-Geburtshaus.

Von LVZ

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