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Wurzen MDV-Chef radelt nonstop von der Ostsee nach Brandis
Region Wurzen MDV-Chef radelt nonstop von der Ostsee nach Brandis
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09:45 27.06.2019
Die Truppe um Steffen Lehmann beim Rennrad-Marathon von der Ostsee nach Brandis. Im Vordergrund Nico Skopnik (l.) und Christof Schor. Quelle: Privat
Brandis

Steffen Lehmann liebt sportliche Herausforderungen. Als Chef des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) ist er eher für die Themen Bus und Bahn zuständig. Doch in der Freizeit dreht sich vieles ums Rad. Nachdem gute Freunde aus Markkleeberg vor einigen Jahren an die Ostsee zogen, kam bei dem Brandiser deshalb eine Idee auf: Warum die Strecke nicht auch einmal mit dem Rennrad zurücklegen?

14 Fahrer nehmen die Strecke unter die Räder

Gesagt, getan. Bereits zum fünften Mal nahm eine flotte Gemeinschaft um den Waldsteinberger in diesem Jahr die Entfernung Brandis-Ostsee unter die Reifen. Nonstop ging es an einem Tag von der Küste bei Wismar gen Muldental. „Wir sind immer eine Truppe von etwa acht Leuten, das ist so der harte Kern“, berichtet der Brandiser. In diesem Jahr schwangen sich 14 Leute in den Sattel. In aller Frühe ging es in Robertsdorf, einem kleinen Ort der Gemeinde Blowatz nahe der Insel Poel, los. „Punkt 3 Uhr sind wir gestartet.“ Der Brandiser Ortsteil Waldsteinberg war abends gegen 21 Uhr erreicht. Nach anspruchsvollen 380 Kilometern.

Spreewald-Marathon als Einstiegsprogramm in die Saison

„Viele von uns bringen natürlich eine gewisse Grundfitness mit“, verrät der 51-Jährige. So eine Distanz nimmt sich schließlich keiner ganz untrainiert vor. „Die meisten kennen sich vom ESV Lok Beucha. Den ein oder anderen Triathlon haben wir schon zusammen absolviert.“ Als Einstiegsprogramm dient der Spreewaldmarathon, den die verrückten Sachsen jedes Jahr um die Osterzeit bewältigten. Alters- und berufsmäßig ist die Truppe bunt gemischt: „Von der jungen Wissenschaftlerin bis zum Senior ist alles dabei.“

Die gesamte Mannschaft am Startpunkt in Robertsdorf bei Wismar samt Begleitern und „Herbergseltern" – ehemalige Markkleeberger, die nun an der Ostsee leben. Die Idee zu der Tour hatte Steffen Lehmann (4.v.r.), Geschäftsführer des MDV. Quelle: Privat

„In diesem Jahr sind wir perfekt durchgekommen“, freut sich Steffen Lehmann. „Na klar, der Po tut schon weh“, kommt der Brandiser auf das am meisten beanspruchte Körperteil zu sprechen. „Auch die Handgelenke schlafen mit der Zeit ein.“ Generell ist die Mannschaft aber von Anfang bemüht, Tempo zu machen. Deshalb führt der Kurs auch nicht über idyllische Waldwege, sondern ausschließlich Asphalt. „Andernfalls würde man nicht vorwärtskommen und auf normalen Radwegen wäre auch der Gegenverkehr ein Problem“, begründet der 51-Jährige. Nonstop durchfahren schließt natürlich kleine Unterbrechungen ein. „Die erste Pause legen wir in der Regel nach 80 Kilometern ein, sieben bis acht weitere folgen.“ Am Abend zuvor schmieren alle fleißig Schnitten und Brötchen. 50 Tassen Kaffee sind außerdem mit an Bord des Begleitfahrzeugs, von dem das kleine Peloton versorgt wird. Das Fahrzeug befördert nicht nur Proviant, sondern sichert die Truppe in der Dunkelheit auch nach hinten ab.

Zwischen 200 und 300 Kilometern hat jeder seinen Tiefpunkt

War Aufgeben nie ein Thema? „Nein, eigentlich nicht. Es ist vor allem eine Kopfsache, das Ziel zu erreichen.“ Am Anfang wird voll durchgezogen. „Bis Kilometer 200 wird nach meiner Beobachtung durchaus intensiv geschnattert. Zwischen 200 und 300 Kilometern hat dann jeder seinen individuellen Tiefpunkt, bevor das nahe Ziel dann wieder Kräfte freisetzt.“ Bei der diesjährigen Tour herrschte leider Gegenwind, was die Sache nicht leichter machte. Dennoch stand am Ende eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 28 Kilometer pro Stunde auf der Uhr. Die reine Fahrzeit betrug 13,5 Stunden. Bis zum Ziel ging es exakt 1730 Höhenmeter nach oben und 1630 Meter bergab.

Routenplaner ist – wie kann es anders ein – der Mann, der von Berufs wegen für die Mobilität den Hut auf hat. „Ich bin verantwortlich, gebe die Route für alle vor“, erzählt Lehmann. Eingefleischte Rennradler nutzen dafür eine digitale App. „Mit einem Stöpsel im Ohr navigiere ich die Truppe ans Ziel.“ Im Vorjahr hat das nicht ganz so gut geklappt. „Da mussten alle wegen mir 50 Kilometer Umweg fahren. Das gab beinahe Klassenkeile“, schmunzelt der Waldsteinberger. Bei den Radlern haben sich dabei zwei Hauptrouten gen Ostsee durchgesetzt. „Die eine führt durch die Prignitz, Havelberg und Dessau. Die landschaftlich schönere verläuft über die Mecklenburger Seenplatte, ist allerdings etwas länger.“

Auf Tour von Blowatz nach Waldsteinberg. Quelle: Privat

Bei allen bisherigen Touren wurden die Brandiser von Stürzen verschont. Auch die Defekthexe schlug nur selten zu. „In diesem Jahr erwischte es einen Mitstreiter jedoch noch kurz vorm Ziel. In Taucha fuhr sich das Lager des Rennrads fest. Ihm blieb nur, ins Begleitfahrzeug umzusteigen.“

Der Empfang war für alle spektakulär. Familien und Freunde der wackeren Schar empfingen die Truppe im Waldsteinberger Forstweg. „Gitarre, Trommeln, bunte Luftballons – alles wurde aufgeboten.“ Und das Rennen endete fast wie in der Formel 1 – mit einer Sektdusche auf der heimischen Terrasse.

Von Simone Prenzel

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