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Wurzen Museum Wurzen erweitert Ringelnatz-Kabinett um acht Exponate
Region Wurzen Museum Wurzen erweitert Ringelnatz-Kabinett um acht Exponate
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14:06 01.07.2019
Freude über den Zuwachs: Museumsleiterin Sabine Jung ist begeistert über die acht neuen Exponate für das Ringelnatz-Kabinett im Wurzener Museum. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Wurzen

Das Museum Wurzen präsentiert der Öffentlichkeit erstmals am 3. Juli seine erweiterte Ausstellung im Ringelnatz-Kabinett. „Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, die Ringelnatz-Sammlung zu bereichern“, sagt Museumsleiterin Sabine Jung. So seien jetzt insgesamt acht Werke von Joachim Ringelnatz (1883 – 1934) aus dem Besitz des Wurzener Sammlerpaares Hühn in der städtischen Einrichtung zu sehen. Darüber hinaus wurde das Kabinett neu gestaltet und um weitere Arbeiten aus dem Museumsdepot ergänzt.

Die Arbeiten stammen aus dem Jahren 1926 bis 1932

Der Zuwachs von Gemälden des Schriftstellers, Kabarettisten und Malers, der am 7. August 1883 als Hans Gustav Bötticher im Crostigall 14 zur Welt kam, begründet sich im Tausch mit der Familie Hühn. Bereits im Dezember 2017 stimmte der Stadtrat einem Wechsel des Polymobils in Privathand zu. Der Oldtimer, Baujahr 1907, war das erste Auto in Wurzen, welches der Direktor der Arnimschen Werke, Richard Funke, 1936 dem Museum schenkte. Im Gegenzug übereigneten Hühns die originalen Ringelnatz-Artefakte.

„Eines der acht von Ringelnatz gestalteten Arbeiten aus den Jahren 1926 bis 1932 ist ein außergewöhnlich aufwändig gestaltetes Mappenwerk mit sieben Illustrationen des seinerzeit überaus gefragten Zeichners Max Pretzfelder (1888 – 1950) zu unterschiedlich langen Ringelnatz-Texten über das Seemanns- und Matrosenleben“, betont Jung.

Hans Gustav Bötticher, alias Joachim Ringelnatz (1883 – 1934). Quelle: Kai-Uwe Brandt

Ringelnatz’ Doppelbegabung – das Schreiben und Malen – verdankte er Jung zufolge seinem Vater. Georg Bötticher (1849 – 1918) arbeitete als Musterzeichner und Chefdesigner in der Tapetenfabrik Wurzen und publizierte in der zweiten Lebenshälfte als sachsenweit bekannter Mundartdichter. Für den berühmten Sohnemann Hans Gustav wurde das Malen und Zeichnen auch während der Weltwirtschaftskrise zum zweiten finanziellen Standbein. Ringelnatz feierte Erfolge. Anteil daran hatten vor allem drei Galeristen und Kunsthändler – Alfred Flechtheim, der als Entdecker und Förderer gilt, die Brüder Karl und Josef Nierendorf sowie Hildebrand Gurlitt.

Ringelnatz – Seismograph seiner Zeit

„Wie nunmehr im Ringelnatz-Kabinett zu sehen ist, zeigt Ringelnatz gern Landschaften, das Meer und selten Menschen. Wobei er die Vogelperspektive liebte, was aus seiner zweiten Leidenschaft, der Fliegerei, herrührt“, so Jung. Die Museumsleiterin bezeichnet ihn gar „als Seismograph seiner Zeit, der Antennen für alles Inhumane einer skurrilen Wirklichkeit, für das Leben auf und hinter der Bühne der Großstadt hatte“.

Neue Ausstellung „Ringelnatz und die Männer“

Im Zusammenhang mit der Erweiterung der Exponate kündigt die promovierte Kunsthistorikerin schon mal einen weiteren Höhepunkt an. Nach mehr als einem Jahr intensiver Forschung und in Anlehnung der Ausstellung „Die Frauen und Ringelnatz“ (2013) wird am 4. August in der Stadtgalerie, Altes Rathaus, die Schau „Ringelnatz und die Männer“ eröffnet. „30 Persönlichkeiten, angefangen bei Gottfried Benn bis zu Julius Gescher, dem zweiten Mann von Ringelnatz’ Ehefrau Muschelkalk, liefern überraschende Einblicke.“

Das Ringelnatz-Kabinett im Wurzener Museum: Hier finden Gäste alles Wissenswertes über den Schriftsteller, Kabarettisten und Maler Joachim Ringelnatz. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Zuletzt erwähnt Jung noch, dass am 28. Juli in Wurzens Partnerstadt Warstein (Nordrhein Westfalen) die Ausstellung „Ringelnatz und die Frauen“ mit einer Matinee im Haus Kupferhammer an den Start geht. Um jedoch Bekanntschaft mit Joachim Ringelnatz zu machen, müsse niemand so weit fahren. „Unser Kabinett in der Domgasse 2 bietet mit der Umgestaltung jetzt alles für hoffentlich viele Wurzener Sommergäste.“

Von Kai-Uwe Brandt

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