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Wurzen Nach Unfall auf B107 in Rothersdorf: Was jetzt an der Haltestelle passiert
Region Wurzen Nach Unfall auf B107 in Rothersdorf: Was jetzt an der Haltestelle passiert
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17:08 10.12.2019
Nicht mehr als ein Schild am Straßenrand: die Bushaltestelle Rothersdorf. Quelle: Frank Schmidt
Bennewitz/Rothersdorf

Die Bushaltestelle an der Bundesstraße 107 in Rothersdorf in Richtung Wurzen ist nicht mehr als ein Schild auf dem grünen Randstreifen. Jetzt will die Gemeinde Bennewitz nachbessern. Die Haltestelle wird hauptsächlich von den wenigen Schulkindern des Ortsteiles genutzt.

Zwölfjährige wird beim Überqueren von Auto erfasst

Ein Unfall am 20. August dieses Jahres rückte die Haltestelle erneut in den Fokus der Gemeindeverwaltung. Ein zwölfjähriges Mädchen war hier von einem Auto angefahren und schwer verletzt worden. Es war mit dem Bus in Richtung Wurzen unterwegs und stieg in Rothersdorf an der Haltestelle Tabak-Baude aus. Unmittelbar danach hatte es hinter dem Bus die Fahrbahn überqueren wollen, als aus der Gegenrichtung ein Ford in Richtung Grimma kam und das Kind erfasste. Ein Rettungshubschrauber flog es in eine Klinik.

Trotz Ortsschildern wird gerast

Der Unfall hat die Notwendigkeit, die Sicherheit an der Bushaltestelle zu verbessern, noch einmal unterstrichen. Die B 107 ist viel befahren, Problem ist aber vor allem das Fahrverhalten vieler Autofahrer in der Ortsdurchfahrt Rothersdorf. „Es gibt viele, die sich nicht an die Geschwindigkeit halten“, sagt ein Anwohner. Daran habe auch das nach dem Unfall aufgestellte rotumrandete 50-kmh-Schild nichts geändert. „Nur ein Haus links und eines rechts – da denken offenbar viele, was soll da schon passieren.“ Raser beobachtet auch Sandy Schimkus immer wieder. Die Betreiberin der Tabak-Baude, deren Gäste allerdings meist mit Sonderbussen direkt auf den Parkplatz fahren, stand bei dem Unfall gerade in der Küche und half dann beim Absperren der Straße. Dass Rothersdorf der lockeren Bebauung wegen nicht als Ortschaft wahrgenommen wird, ist für sie keine Entschuldigung. „Ein Ortseingangsschild ist ein Ortseingangsschild.“ Sie würde sich deshalb wünschen, dass „hier öfter als bisher und länger geblitzt wird“.

>> Lesen Sie auch: Eine Zwölfjährige wird an der Haltestelle schwer verletzt

Laut Landratsamt hat das Ordnungsamt die mobile Geschwindigkeitsmessung bereits enger getaktet. „Dieser Bereich wird künftig monatlich überwacht, da die Auswertung der vergangenen Messungen gezeigt hat, dass die Anzahl der Verstöße im Vergleich zu den Durchfahrten recht hoch ist“, sagt Pressesprecherin Brigitte Laux. Bei sieben Kontrollen zwischen Januar und August 2019 standen 1508 Durchfahrten 213 Verstöße gegenüber, der schnellste Fahrer war mit 110 km/h unterwegs. Die Bushaltestelle berge in diesem Zusammenhang ein erhöhtes Gefährdungspotenzial, „weshalb eine präventive Verkehrsüberwachung besonders wichtig ist“. Laux: „Solche engmaschigen Kontrollen zeigen oft Wirkung und sind erste Maßnahmen vor Errichtung einer stationären Messanlage, wenn alle anderen verkehrstechnischen Maßnahmen ausgereizt sind.“ Da diese auch einen Eingriff in den Straßenverkehr darstellen, bedürfe es dafür einer verkehrsrechtlichen Begründung. „Üblicherweise ist dies eine Unfallhäufigkeit“, was in Rothersdorf nicht der Fall sei.

Barrierefreier Ausbau geplant

Geplant ist nun ein barrierefreier Ausbau der Bushaltestelle mit Fahrgastunterstand. Zusätzlich soll ein 20 Meter langer Fußweg mit Geländer zur Straße angelegt werden. Erst vor etwa drei Jahren war an der Bushaltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite der hier bereits bestehende, aber sichtbehindernde Wellblechunterstand durch ein Glashäuschen ersetzt worden. Dass die Bushaltestellen damals nicht gleich im Doppelpack in Angriff genommen wurden, erklärt die Bennewitzer Bauamtsleiterin Birgit Hardegen nicht nur mit den Kosten – die belaufen sich für eine derartige Verkehrsanlage auf rund 35.000 Euro –, sondern auch mit der erforderlichen Planung. „Ich kann an einer Bundesstraße nicht einfach ein paar Borde setzen.“ Mit eben dieser Vorbereitung beauftragte der Gemeinderat jetzt das Macherner Planungsbüro Hanke und machte dafür rund 3000 Euro locker. Die Planung dient auch als Vorlage zur Genehmigung durch das Landesamt für Straßen und Verkehr (Lasuv), das hier das letzte Wort hat. Mit Blick auf die langwierige Vorbereitung – Planung, Beantragung von Fördermitteln, eventuell notwendiger Grundstücksankauf, Ausschreibung – rechnet Hardegen nicht vor Ende nächsten Jahres mit der Realisierung des Vorhabens.

>> Zum Thema: Auch in Oberhain wurde nach einem schweren Unfall um die Sicherheit diskutiert

Von Ines Alekowa

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