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Wurzen Nerchauer Grundschule zieht in sanierten Altbau
Region Wurzen Nerchauer Grundschule zieht in sanierten Altbau
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17:19 05.12.2012
Von Birgit Schöppenthau
Im neuen Klassenraum sitzen die Erstklässler der Grundschule Nerchau an kindgerechten Tischen. Quelle: Andreas Röse
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Grimma/Nerchau

Zwei Wochen saßen sie auf gepackten Kisten. Lernmaterialien wie Buchstabenspiele, Lesekästen, Zahlenstrahlen und Instrumente mussten umgeräumt werden. Kurz vor Unterrichtsbeginn strömten die Kinder aus ihrer alten Grundschule und stellten sich vor dem nun farbenfrohen, mittlerweile über 100 Jahre alten Schulhaus auf. Mit Schulranzen auf dem Rücken warteten sie ungeduldig auf dem Vorplatz. „Wisst ihr, was eine Million ist", fragte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) in die quirlige Menge. „Jaaaa", schallte es selbstbewusst. „Wisst ihr auch, wie viele Nullen eine Million hat", fragte das Grimmaer Stadtoberhaupt weiter. „Seeechs", ertönte es aus unzähligen Kehlen.

Mehr als zwei davon stecken in dem historischen Schulbau von Nerchau. Ortsvorsteher Uwe Cieslak (parteilos) erinnerte sich an das Tauziehen um das betagte Gebäude. Seit 1886 fungiere der Standort als Hort für lernende Kinder, bis 2006 die Mittelschule ausgezogen sei. „Das war das Aus für die frühere Volksschule", sagte Cieslack. Alle Bemühungen der einst selbstständigen Kommune um eine alternative Nutzung seien fehlgeschlagen. Mit dem Schulleiterwechsel und dem Konjunkturprogramm 2008 seien erneut Impulse gesetzt worden. Die Lehrer hätten Ganztagsangebote unterbreiten wollen, der Freistaat das Geld gegeben. „2009 haben wir mit der energetischen Sanierung der baulichen Hülle begonnen", so der Ortsvorsteher. Aber nachdem 400 000 Euro verbaut waren, mussten die Nerchauer einen Zwangsstopp einlegen. Weitere Fördermittel seien nicht geflossen, erklärte Cieslack. Aus eigener Kraft habe Nerchau den Innenausbau nicht stemmen können. „Die Schule stand wie ein hohler Vogel da."

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Nach der Eingemeindung nach Grimma erhielt das Projekt eine neue Dynamik. Die Umlenkung von 419 000 Euro Fördermitteln, die ursprünglich für das Computerkabinett der Böhlener Mittelschule gedacht waren, rief durchaus Kritiker auf den Plan. Dennoch wurde ab 2011 der Innenausbau vorangetrieben. „Für Nerchau war das eine ganz wichtige Investition", sagte Cieslack. „Durch die moderne Grundschule ist der Standort für die nächsten Jahrzehnte gesichert".

Der Bedarf ist nach Angaben von Schulleiterin Kerstin Lohrmann da. Fünf Schlüssel zu den Klassenräumen verteilte sie am gestrigen Morgen. Obwohl die Schule einzügig ist, gibt es derzeit zwei erste Klassen. „Die Enge in der alten Grundschule hat uns sehr zu schaffen gemacht", so Lohrmann. Jetzt sei mehr Platz für Lehrmaterialien. Fachkabinette für Musik und Englisch sowie ein größeres Computerkabinett stünden zur Verfügung. „Die Kinder haben Platz, sich zu entfalten", sagte die Schulleiterin.

Das bisherige vis-à-vis liegende Grundschulgebäude wird in den nächsten Monaten so umgebaut, dass im Frühjahr der Hort einziehen kann. Der Vorplatz der Schule ist durch Poller abgegrenzt und soll künftig autofrei bleiben. Mit dem benachbarten Abenteuerspielplatz und den vorhandenen Grünanlagen bietet er auch den notwendigen Bewegungsspielraum.

Birgit Schöppenthau