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Wurzen Kreativwirtschaft im Landkreis Leipzig spinnt Netzwerk
Region Wurzen Kreativwirtschaft im Landkreis Leipzig spinnt Netzwerk
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10:24 07.02.2019
Mit Gesine Sommer und Kathrin Falke sowie Maria Köhler und Andreas Tennigkeit (v.r.) im Präsidum wird bei einer Podiumsdiskussion über Zustand und Zukunft kreativer Arbeit im Landkreis gesprochen. Quelle: Frank Schmidt
Wurzen

Für ein Netzwerktreffen der Kultur- und Kreativwirtschaft im Landkreis Leipzig haben sich Kunst- und Kulturschaffende sowie Vertreter aus Vereinen der Region im Kulturhaus Schweizergarten zusammengefunden. Mit dem Ziel einer Bedarfsanalyse bildete diese Veranstaltung den Auftakt für eine gezielte Netzwerkbildung, der sich themenspezifische Folgeveranstaltungen anschließen sollen. So hatten die Veranstalter Angebote für die Organisation der Kultur- und Kreativwirtschaft im Visier.

Mit einer überschaubaren Zahl an Gästen und Besuchern, darunter Wurzens Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) und Landrat Henry Graichen (CDU) (v.l.), findet im Kulturhaus Schweizergarten das Netzwerktreffen Wurzen statt. Quelle: Frank Schmidt

Akteure diskutieren über Beratung und Vernetzung

Moderiert wurde der Abend von Katja Großer vom Sächsischen Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) unter dem Dach der Organisation „Kreatives Sachsen“. Ihre Aufgabe sei „die Beratung und Vernetzung von Kreativunternehmen in Nord- und Westsachsen.“ Mit Gesine Sommer von der Stabstelle Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung im Landkreis Leipzig und mit Maria Köhler vom Vorstand Kreatives Leipzig sowie der Brandiser Fotografin Kathrin Falke und dem Wurzener Figurenspieler Andreas Tennigkeit saßen sowohl administrative, als auch kreative Mitstreiter der Branche auf dem Podium. Sie gaben den Impuls für die Diskussion: Wohin geht´s – Zustand und Zukunft kreativer Arbeit im Landkreis Leipzig.

Branche bietet mehr Arbeitsplätze als Automobilwirtschaft

Von Defiziten in der Kultur- und Kreativwirtschaft wollte Großer nicht sprechen, vielmehr von Potenzialen. „Denn im Zuge der Industrie- und Wirtschaftsförderpolitik hatte man gar nicht auf dem Schirm gehabt, dass es da noch eine andere Branche mit ganz vielen kleinteiligen Unternehmen und Soloselbstständigen gibt, nämlich die Kreativwirtschaft, die in der Summe mehr Arbeitsplätze schafft als die sächsische Automobilindustrie“, ließ Großer aufhorchen. Und genau das Potenzial müsse besser vernetzt werden.

Ehrgeiziger Anspruch der Kreativwirtschaft

Kommentar von Frank Schmidt

Statt Defizite zu sehen, sollen Potenziale erkannt und genutzt werden. Die Kunst- und Kreativwirtschaft möchte neben Leuchttürmen wie der Automobilwirtschaft sichtbar werden. Das ist ein ehrgeiziger Anspruch, der angesichts der unzähligen Arbeitsplätze nur zu Recht aufgemacht wird. Die Wege dazukönnen so vielfältig beschritten werden, wie sich die Branche aufstellt. Aber am Netzwerk geht nichts vorbei.

Beispiel gefälligst? Ein Maschinenbaubetrieb möchte sein Marketing neu ausrichten. Statt dafür firmeninterne Ressourcen zu binden, werden Fachleute aus der Kreativwirtschaft verpflichtet. Werbeagenturen mit ihren Zeichnern, Malern und Druckern können das mitunter viel besser. Die wiederum haben Geschäftskontakte beispielsweise zum Messebau. So greift eine Hand in die andere.

Und schon ergeben sich Synergieeffekte, wie sie beim Netzwerktreffen in Wurzen angeregt worden sind. Auch wenn dafür erste Fäden gesponnen worden sind, scheint es nicht ganz so einfach zu sein, diese Fäden auch aufzunehmen. Denn für kreatives Handeln gibt es keine DIN oder Industrienorm. Kreatives Handeln ist individuell und speziell, so wie halt auch die Akteure, die sich beim Netzwerktreffenbeteiligten.

Wenn in diesem Kontext von Förderungen gesprochen wird, geht es nicht nur um Hilfen beim Überwinden von bürokratischen Hürden, dann ist auch die Rede vom Geld – das in öffentlichen Kassen immer weniger wird. Eben auch im Kulturraum Leipziger Raum.

Diese Tatsache könnten Projekte wie das Netzwerktreffen in Wurzen ausbremsen und lassen Zweifel an der Nachhaltigkeit aufkommen. Wenn also Potenziale erkannt und genutzt werden sollen, dürfen Defizite nicht außer Acht gelassen werden.

Mit Gesine Sommer und Kathrin Falke sowie Maria Köhler und Andreas Tennigkeit (v.l.) im Präsidum wird bei einer Podiumsdiskussion über Zustand und Zukunft kreativer Arbeit im Landkreis gesprochen. Quelle: Frank Schmidt

Branchenvertreter fordert Akzeptanz in der Verwaltung

Ein Prozess, wie in der Podiumsdiskussion deutlich wurde, der wachsen müsse, um das Branchenbewusstsein samt ihrer Wertschätzung in Industrie und Wirtschaft zu stärken. Aber auch auf Seiten der Politik und Verwaltung, respektive in der Wirtschaftsförderung müsse ein Umdenken einsetzen. An der nötigen Akzeptanz würde es sicher nicht mangeln, war sich Großer sicher. „Aber ich denke, für viele Verwaltungen ist das Feld ein Stück weit Neuland“, erklärte sie. Ein weiteres Instrument des Netzwerktreffens waren Diskussionsrunden an vier Themenwänden.

An verschiedenen Themenwänden, hier mit Katja Großer (hinten rechts), wird in kleinen Gruppen weiter diskutiert. Dabei werden auch erste Fäden für Netzwerke gesponnen. Quelle: Frank Schmidt

Effekte durch Kreativzentrum im Landkreis Leipzig diskutiert

Da wurde erstens hinterfragt, was ein Netzwerk leisten soll und was es, sofern individuell schon vorhanden, auszeichnet. Zweitens wurden Rahmenbedingungen in Bezug auf Infrastruktur und Auftragslage sowie die Wahrnehmung und Inspiration thematisiert. Drittens standen das Für und Wider von Unterstützungen auf der Agenda. Was hat bei der individuellen Entwicklung geholfen, was behindert? Oder welche Art der Unterstützung steht ganz oben auf der Wunschliste? Und viertens ging es um die Raumsituation, also um Angebot und Nachfrage sowie Anforderungen an Räume für kreative Arbeit. In diesem Kontext wurde sondiert, welche Effekte könnte eine Art Zentrum für die Akteure im Landkreis haben.

Fazit: „Uns ist es wichtig zu informieren, zu sensibilisieren und zu Kooperationen anzuregen, um zu zeigen, wie so etwas funktionieren kann, damit eben die Kreativwirtschaft langfristig ein ganz natürlicher Teil der breiten Branchenlandschaft wird, neben Maschinenbau, Automobilindustrie und chemische Industrie“, warb Großer für dieses Ziel.

Von Frank Schmidt

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