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Wurzen Panitzscher wollen Geist aus Ortsjubiläum am Leben halten
Region Wurzen Panitzscher wollen Geist aus Ortsjubiläum am Leben halten
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00:21 20.01.2018
Vereinsvorstand:  Vize Matthias Schwarzmüller, Vorsitzende Kerstin Dittrich, Beisitzer Peter Reinecke, Schriftführerin Kerstin Tätzner, Schatzmeister Henning Schmidt (v.l.).
Vereinsvorstand: Vize Matthias Schwarzmüller, Vorsitzende Kerstin Dittrich, Beisitzer Peter Reinecke, Schriftführerin Kerstin Tätzner, Schatzmeister Henning Schmidt (v.l.). Quelle: Foto:
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Borsdorf/Panitzsch

„Wir wollen Schwung und Geist aus der 750-Jahr-Feier von Borsdorf und Panitzsch mitnehmen“, sagte Kerstin Dittrich. Am Dienstag wurde im Atrium der Grundschule der Verein „Panitzsch(er)leben – gestern, heute, morgen“ gegründet und die Panitzscherin zur Vorsitzenden gewählt.

Die Resonanz auf das Vorhaben war groß: 23 Gründungsmitglieder und weitere Gäste folgten der Einladung. Eigentlich, erklärte Dittrich zur Begrüßung, habe die Vereinsgründung ihren Ursprung in den Höhepunkten, mit denen die Panitzscher zur Jahrfeier beitrugen. „Unser Tag der offenen Höfe hatte Charme, die Revue Zeitsprünge hat viel Beifall gefunden. Wir haben gemerkt, wir können etwas bewegen. Und alle, die dabei waren, wollen mehr“, fasste Dittrich, die schon im Vorbereitungsteam mit federführend war, die Resonanz zusammen. Nun geht der Blick nach vorn. „Wir wollen das Zusammenleben im Dorf fördern und dabei dem Motto ,Mit Liebe handgemacht’ treu bleiben.“ Festgeschrieben ist das im Vereinszweck in der Satzung. Hier findet sich die Förderung von Kunst und Kultur in Form von Veranstaltungen in den Bereichen Musik, Film, Literatur, darstellende und bildende Kunst. Der Verein widmet sich der Erforschung der Dorfgeschichte und wirkt auf einen Ausstellungsort hin. Er will historische Kulturwerte, auch Immobilien, erhalten. „Und wir wollen die Bildung im geschichtlichen und kulturellen Bereich fördern, Kindern und Jugendlichen zeigen, dass Panitzsch eine schöne Heimat ist. Das ist unser besonderes Anliegen.“

Für den Satzungsbeschluss zeigte sich Versammlungsleiter Matthias Schwarzmüller bestens vorbereitet – vom gerichtlich geprüften Satzungsentwurf bis zum dokumentensicheren Stift für die Unterschriften der Gründer. Der Mitgliedsbeitrag wurde mit 20 Euro pro Jahr, Jugendliche zahlen nur fünf, auf eine moderate Höhe festgelegt, um keine finanziellen Hürden für ein Mitwirken aufzubauen.

Vereinsvorstand: v.l. Vize Matthias Schwarzmüller, Vorsitzende Kerstin Dittrich, Beisitzer Peter Reinecke, Schriftführerin Kerstin Tätzner, Schatzmeister Henning Schmidt Quelle: Ines Alekowa

Anschließend wurde der Vorstand gewählt, jeder Kandidat mit 100 Prozent. „Ein sagenhaftes Ergebnis“, kommentierte Wahlleiter Olaf Bendrat und schickte die Gewählten zur Konstituierung ums Viereck. Das Ergebnis: Dittrich leitet die Geschicke des Vereins als Vorsitzende und Schwarzmüller als ihr Stellvertreter. Zur Schriftführerin wurde Kerstin Tätzner bestimmt, Henning Schmidt zum Schatzmeister und Peter Reinecke zum Beisitzer. Nicht zum Vorstand gehören die Kassenprüferinnen Katharina Wagner und Sylvia Stein.

Dass er Panitzscher Geschichte augenzwinkernd betrachten kann, hatte Schwarzmüller schon bei der Revue gezeigt. Diesmal setzte er sich hinter die „Mattscheibe“ und berichtete taufrisch über Reaktionen aus dem Ausland zur Wahl. Ein Tweet kam auch aus dem Weißen Haus, nicht nur an Panitzsch, sondern gleich noch an Peking, Pantelitz und andere adressiert: „Make all places with P great again – ausgenommen Berlin.“

Matthias Schwarzmüller berichtet aus dem Wahlstudio. Quelle: Ines Alekowa

Dittrich dankte allen, die sich im Verein engagieren wollen. „Ich wünsche mir, dass uns Ausdauer, Ideen und Begeisterung begleiten mögen. Wir streben an, ein fester Punkt und berechenbarer Partner im Ort zu werden.“ Die frisch gekürte Vorsitzende warf auch gleich einen Blick auf den bevorstehenden Weg. „Natürlich wissen wir, dass uns neben wunderbaren Höhen auch Mühen der Ebene beschäftigen werden. Haben wir 2017 auf die Festwoche hingearbeitet, heißt es jetzt, sich eigene Aufgaben zu stellen.“ An Ideen mangelt es nicht. Sie nannte unter anderem die Wiederbelebung der Parkbühne, gestaltete Ortsrundgänge, Straßenkarneval, Buchlesungen. „Weitere Ideen sind willkommen.“ Außerdem wolle man Aktivitäten der Gemeinde im Rahmen der Möglichkeiten unterstützen. Selbstverständlich könne dies alles nicht gleich verwirklicht werden. „Die nächsten Beratungen werden deshalb Arbeitstreffen sein, das erste am 27. Februar.“ Mangels eines Vereinsdomizils stellt Pfarrer Reinhard Freier dafür den Gemeinderaum zur Verfügung. Ein Termin allerdings sei schon gebucht. Dittrich: „Am 5. Mai wollen wir noch mal die Revue aufführen.“

Von Ines Alekowa