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Wurzen Petition gestartet: Graben zwischen NFW und Netzwerk wird tiefer
Region Wurzen Petition gestartet: Graben zwischen NFW und Netzwerk wird tiefer
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12:31 28.05.2018
Schon auf der Kundgebung des Neuen Forum Wurzen vor zwei Monaten wurde Kritik am Netzwerk für Demokratische Kultur laut. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Wurzen

Mit einer Petition wendet sich das Neue Forum für Wurzen (NFW) an den Stadtrat. Er möge feststellen, in welchem Umfang das Netzwerk für Demokratische Kultur (NDK) mit städtischen Mitteln gefördert wurde und gefördert wird. Außerdem fragen die Petenten, ob und inwiefern das NDK städtische Förderung überhaupt „verdient“. Die Finanzierung des eingetragenen Vereins aus der öffentlichen Hand werfe ihrer Meinung nach Fragen auf, zuallererst hinsichtlich der Gemeinnützigkeit, heißt es in einem Flugblatt, das Wurzener Bürgern jetzt auch über Postwurfsendung zuging.

Das Netzwerk schließe Anhänger rechter Parteien und Organisationen von den Veranstaltungen im Bürgerzentrum D 5 aus, sei aber nicht bereit zu definieren, was man unter „rechts“ verstehen solle. Darüber hinaus, so das NFW, sei das NDK maßgeblich „für Wurzens Ruf als ,braunes Herz des Muldentals’ verantwortlich“. Bei jedem Konflikt zwischen Einwanderern und Einheimischen greife das Netzwerk dem Ergebnis polizeilicher Ermittlung vor. Dabei werfe es mit Behauptungen um sich, die „wenn nicht schon erkennbar falsch, so doch höchst einseitig und im Grunde verleumderisch“ seien.

Dietel: Netzwerk lebt vom „Rufmord an der Stadt“

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Anfang Februar gegründete Verein zur Arbeit des Netzwerks artikuliert. Bereits zur Kundgebung auf dem Wurzener Marktplatz vor zwei Monaten kündigte Vorsitzender Christoph Mike Dietel an, dass es für ihn und seine Mitarbeiter eine primäre Aufgabe sei, das Netzwerk in die Schranken zu weisen und seine Finanzierung mit Steuergeldern zu unterbinden. Es könne nicht angehen, all jene zu Rassisten und Nazis zu erklären, die sich kritisch über die Zuwanderung äußerten. Der Auffassung Dietels nach lebe das Netzwerk vom „Rufmord“ an der Stadt.

NdK lehnt „Vorladung“ ab

Unterdessen lehnte das Netzwerk eine Einladung zu einer Veranstaltung des NFW – die unter Ausschluss der Presse stattfinden soll – in den Schweizergarten ab: „Die Geschäftsführung und der Vorstand des NDK haben sich entschieden, dieser ,Vorladung’ nicht nachzukommen“, teilt Martina Glass mit. Einerseits sei die Beurteilung der Gemeinnützigkeit die Aufgabe des Finanzamtes, demgegenüber das NDK ebenso wie gegenüber Geldgebern und Unterstützern zur Rechenschaft verpflichtet sei. „Andererseits“, so die Geschäftsführerin weiter, „sehen wir mit Blick auf die beleidigenden und diskreditierenden Veröffentlichungen auf der Internetseite des Neuen Forum für Wurzen ... keine tatsächliche Gesprächsbereitschaft, sondern eher das Ziel, Stimmung zu machen gegen uns und unsere Arbeit.“

Erklärung des NDK zur „Vorladung“ des Neuen Forums für Wurzen für den 28.05.2018 Wurzen, 24.05.2018: Für den 28.05.2018...

Gepostet von Netzwerk für Demokratische Kultur am Donnerstag, 24. Mai 2018

Glass betonte, ihrerseits, bislang jedoch vergeblich, das Gespräch gesucht zu haben: „Weil wir nicht möchten, dass sich die Stimmung in der Stadt weiter polarisiert, und weil wir verstehen wollen, woher diese Wut auf das NDK kommt.“ Das Bürgerhaus D 5, in dem der Verein ansässig ist, sei ein offenes Haus, unterstrich Glass: Alle seien eingeladen, jederzeit die Arbeit und die Menschen, die sich hier beruflich und auch ehrenamtlich beispielsweise für Geflüchtete oder das Gedenken an die Opfer des Holocausts engagieren, kennen zu lernen: „Gerne beantworten wir Fragen der Bürger“, ergänzt Michaela Maischner, die seit langem im Vorstand des Vereines aktiv ist.

Petition wird im nächsten Stadtrat beraten

Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) bestätigt unterdessen den Eingang der Petition des NFW: „Das Schreiben liegt sowohl der Stadtverwaltung als auch den Fraktionen vor. In der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses beraten wir dazu und werden eine entsprechende Antwort formulieren.“

Von Haig Latchinian

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