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Wurzen Polenzer Ortschaftsrat schaut sich Mängel auf Dorfrundgang an
Region Wurzen Polenzer Ortschaftsrat schaut sich Mängel auf Dorfrundgang an
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10:00 27.04.2019
Am Dorfteich: Nur noch trockenes Schilf sehen die Ortschaftsräte (v.l.) Andreas Böhme, Andreas Dietrich, Heidelore Hellmann und Marko Haberecht. Quelle: Ines Alekowa
Brandis/Polenz

Das Gemeindehaus an der Straße Zur Rodelbahn blieb diesmal zu – der Polenzer Ortschaftsrat hatte seine Beratung am Donnerstag auf die Straße verlegt. Einmal im Jahr zieht Ortsvorsteher Andreas Böhme (Linke) mit seinen Mitstreitern los, um bei einem Dorfrundgang Missstände zu protokollieren, für deren Behebung die Stadt Brandis in der Pflicht ist.

Das Gemeindehaus allein hätte da schon Seiten füllen können. Seit Jahren bemüht sich der Ortschaftsrat um eine Perspektive für das Objekt als Domizil für Vereine. „Seit 30 Jahren betteln wir wie die Hunde“, sagt Böhme. Über den aktuellen Stand soll jedoch in einer gesonderten Zusammenkunft am 2. Mai beraten werden.

Am Langheller: Die Ortschaftsräte um Ortsvorsteher Andreas Böhme (2.v.r.) schauen sich die ausgespülten Ufer des Teiches an. Quelle: Ines Alekowa

Lindenstraße wurde nach der Verlegung des Glasfaserkabels aufgebracht

Aber auch so brauchen die Ortschaftsräte Andreas und Gisela Dietrich (Linke), Marko Haberecht (Freie Wähler) und Heidelore Hellmann (Bürgerverein Brandis) sowie Simone Dietrich als Gast nur wenige Schritte zu laufen, um über ein weiteres Ärgernis zu stolpern: In der Lindenstraße war nach der Verlegung des Glasfaserkabels anstatt einer geschlämmten Steinsanddecke eine dicke Schicht Split aufgebracht worden – die Folge: Radfahrer kommen nur mühsam vorwärts. An anderen Stellen wurden die Straßeneinschnitte nur provisorisch geschlossen.

Immerhin gibt es einen Lichtblick für den mindestens 20 Jahre alten Spielplatz, von dem bereits die kaputte Wippe entfernt werden musste. „Die Stadt will ihn zeitgemäß erneuern. Es gibt schon Ideen“, weiß Böhme zu berichten. „Die größeren Schulkinder haben für den Erhalt des Spielplatzes sogar Unterschriften gesammelt und diese im Rathaus abgegeben“, ergänzt Andreas Dietrich. „Wir würden uns für die Kinder freuen, wenn hier bald Ersatz käme.“

Am Spielplatz: Ortsvorsteher Andreas Böhme hofft im Interesse der Kinder auf eine baldige Erneuerung der Spielgeräte. Quelle: E-Mail-LVD

Abdeckplatten der Einfassungsmauer sind locker

Am Containerplatz in der Wiesenstraße müssen die Ortschaftsräte feststellen, dass viele der Abdeckplatten der Einfassungsmauer locker sind. Marko Haberecht lässt die Muskeln spielen und nimmt die Platten vorsorglich herunter, bevor sie jemandem auf den Kopf fallen. Die Hecke daneben ist zumindest gestutzt, registriert Hellmann zufrieden. „Die sah lange ungepflegt aus.“

An der Macherner Straße entdecken die Ortschaftsräte bröckelnde Bordsteine – wieder einmal. Die hat Böhme schon im Jahr zuvor im Protokoll, das anschließend an die Stadtverwaltung geht, festgehalten. Natürlich weiß der Ortsvorsteher, dass die Stadt für Staatsstraßen nicht zuständig ist. „Aber sie kann den Mangel beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr anzeigen.“

Doch leider werde auf die Polenzer Mängelliste kaum reagiert, kritisiert er. „Das frustriert“, so Böhme. „Für die Polenzer ist nicht erkennbar, dass die Stadtverwaltung etwas für das Dorf tut. Deshalb sind die Leute auch politikmüde. Man kann sich nicht nur auf Kindergarten und Schulen konzentrieren. Die Masse der Bürger hier sind Senioren, man muss auch mal was für diese tun.“

Am Langheller: Marko Haberecht (r.) zeigt den anderen Ortschaftsräten, was am Teich alles nicht in Ordnung ist. Quelle: Ines Alekowa

Ausgetrockneter Dorfteich muss saniert werden

Zum Beispiel den beliebten, aber schon im vergangenen Jahr ausgetrockneten Dorfteich sanieren. „Früher schwammen hier Mandarin-Enten. Jetzt stirbt das Biotop“, sagt Haberecht. Zudem sei der Teich Löschwasserentnahmestelle gewesen. „Aber viele Grundstückseigentümer können ja mit Wasser aus ihrem Pool aushelfen“, meint er sarkastisch. Das Ganze sei „schon peinlich für die Stadt“. Laut Böhme soll das undichte Becken saniert werden. „Geld ist zwar im Haushalt eingeplant, aber jetzt haben wir schon fast Mai, und es hat sich noch nichts getan.“

Am Containerplatz: Marko Haberecht nimmt vorsorglich die lockeren Abdeckplatten herunter. Quelle: Ines Alekowa

Ein Stück weiter, in der Straße Am Teich, steht Otto Neumann am Zaun. „Na, Bürgermeister!“, begrüßt er Böhme. Und diktiert dem Ortsvorsteher seine Enttäuschung über den noch immer nicht realisierten Radweg nach Brandis ins Buch. „Statt dessen wird für Machbarkeitsstudien Geld ohne Ende verbrannt“, meint er. Böhme hätte gern noch mehr Bürgerhinweise aufgenommen. „Das ist eigentlich auch der Sinn dieses Rundganges. Aber leider ziehen sich die Bürger mehr und mehr zurück.“

Teich ist verschlammt

Auch am Langheller hinter der Seniorenresidenz erntet die kleine Gruppe nur neugierige Blicke. „Der Teich ist verschlammt, in den Eichen ist Totholz, die Uferbereiche sind ausgespült“, zählt Haberecht auf, wo hier Hand angelegt werden müsste. Schließlich ist der Langheller öffentlicher Bereich.

„Es gibt in Polenz noch so viele Dinge, die erledigt werden müssen“, fasst Böhme den Rundgang zusammen. Deshalb kandidiert der 69-Jährige, ebenso wie Andreas und Gisela Dietrich sowie Marko Haberecht, auch bei der Kommunalwahl am 26. Mai wieder für den Ortschaftsrat. Man werde bei Dingen, die den Polenzern wichtig sind, nicht locker lassen, versprechen sie. „Wir sind das zänkische Bergvolk“, sagt Andreas Dietrich. Und das klingt irgendwie stolz.

Von Ines Alekowa

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