Reisewarnung Spanien: Urlauber aus Grimma und Wurzen stornieren
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Wurzen Reisewarnung Spanien: Urlauber aus Grimma und Wurzen stornieren
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Reisewarnung Spanien: Urlauber aus Grimma und Wurzen stornieren

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19:21 18.08.2020
Nach der Reisewarnung für Spanien und Mallorca stornieren viele Grimmaer ihren Urlaub. Quelle: Clara Margais/dpa
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Grimma/Wurzen/Naunhof

In Corona-Zeiten ist nichts sicher. Schon gar nicht das Reisen. Nach einer vorsichtigen Öffnung des beliebtesten Ferienlandes der Deutschen steigen die Infektionszahlen. Es gilt seit wenigen Tagen wieder eine Reisewarnung für Spaniens Festland und die Balearen mit Ausnahme der Kanarischen Inseln.

Branche befürchtet lang anhaltende Unsicherheit bei Urlaubern

Auch für die regionalen Reisebüros bedeutet dies einmal mehr, sich auf die neue Lage anzupassen. „Es wird so schnell keine Stabilität in der Branche und schon gar nicht so etwas wie Normalität geben“, befürchtet Joachim Müller vom Grimmaer Reisebüro Muldental Reisen GmbH. Zum Glück würden derzeit die Kanaren noch als sicheres Corona-Reisegebiet gelten, sodass Umbuchen auf diese Inselgruppe im Atlantik möglich seien. „Rund 40 Prozent unserer Kundschaft machen davon Gebrauch“, so Müller. Zwar könne man in der aktuellen Situation keinen Urlaub auf den Kanaren zum Schnäppchenpreis erwarten, aber immerhin gebe es noch freie Kapazitäten. Und darüber hinaus garantierten Teneriffa, Gran Canaria & Co. ein nach wie vor ungetrübtes Reisevergnügen. „Kunden haben uns berichtet, dass sie wunderbare Urlaubstage verbracht haben.“

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Nur noch wenig Angebote für alternative Inseln

Diesbezüglich alles richtig gemacht zu haben scheint eine Kundin des Reisebüros Wahl in Wurzen, die, so informierte das Reisebüro auf LVZ-Anfrage, ihren Mallorca-Urlaub auf die Kanareninsel Lanzarote umgebucht habe. Dies sei jedoch ein Einzelfall. Denn alle anderen Spanien-Reisenden aus der Kundschaft seien entweder schon aus dem Urlaub zurückgekehrt oder hätten bereits vor der aktuellen Reisewarnung ihre Reise von sich aus storniert beziehungsweise umgebucht.

Naunhofer Büro muss Ende August schließen

Groß ist die Verunsicherung auch unter der Kundschaft des Reisebüros Naunhof. „Eine Kundin, die ursprünglich nach Varna in Bulgarien reisen und dann auf die Kanaren umbuchen wollte, ist wegen der Reisewarnung für Spanien so verunsichert, dass sie storniert hat“, berichtet Reisebüro-Betreiberin Lydia Braun. Der spontane Rückzug ziehe sich durch die gesamte Kundschaft. „Die Stornierung von Spanienreisen überwiegen bei Weitem die Umbuchungen“, so Braun, die das Tal für die Reisebranche für noch nicht durchschritten erachtet. „Österreich hat bereits Warnungen für seine südlichen Landesteile ausgesprochen, und Italien hat nachgezogen, sodass ich glaube, dass die Branche mit dem Thema auch im nächsten Jahr zu tun haben wird.“

Übernahme in unsicheren Zeiten

Die Geschäftsfrau hat ihre Konsequenzen gezogen, dass sie ihr Büro zum Ende des Monats schließen schließen muss. „Nach der Thomas Cook-Pleite hat es für uns keine Verschnaufpause gegeben, ich kann die laufenden Kosten bei gleichzeitig wegbrechenden Einnahmen nicht noch weitere Monate puffern, von den mentalen Belastungen ganz zu schweigen“, so Braun. Ihre Bestandskunden wolle sie bis September weiter betreuen und hoffe, alle an andere Agenturen übergeben zu können. „Eine einfache Sache wird dies in diesen unsicheren Zeiten aber nicht werden.“

In unsicheren Zeiten lebt derzeit auch Sabine Schwarz, Inhaberin von IHR Reisebüro in Machern. „Ich habe das Jahr abgehakt, konzentriere mich auf 2021 und hoffe, dass ich mit den beantragten Überbrückungshilfen das Überleben hinbekomme“, so Schwarz, die von einer auf Null gesunkenen Reiselust unter ihrer Kundschaft spricht. „Bei mir gehen Storno-Anfragen ohne Ende ein.“

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Von Roger Dietze