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Wurzen Richtfest für neue Brandiser Kita
Region Wurzen Richtfest für neue Brandiser Kita
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16:02 24.05.2019
Bürgermeister Arno Jesse, die Kita-Leiterin Maria Reichelt und Zimmermann Rainer Wittig begrüßen vom Baugerüst aus die Gäste zum Richtfest der neuen Kita.
Bürgermeister Arno Jesse, die Kita-Leiterin Maria Reichelt und Zimmermann Rainer Wittig begrüßen vom Baugerüst aus die Gäste zum Richtfest der neuen Kita. Quelle: Frank Schmidt
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Brandis

Ein schöneres Geburtstagsgeschenk hätte es für Maria Reichelt, Leiterin der Brandiser Kindertagesstätte „Regenbogen“ in der Pappelallee, nicht geben können: Am Freitag wurde das Richtfest für den Kita-Neubau Am Bahnhof gefeiert. Einen großen Blumenstrauß von Bürgermeister Arno Jesse (SPD) gab’s natürlich auch. Zusammen mit Zimmermann Rainer Wittig waren sie dem Rohbau – „zum Glück nur einstöckig“, wie Jesse scherzte – aufs Dach gestiegen, wo Wittig den Richtspruch verlas und Maria Reichelt die Ehre zuteil wurde, den letzten Nagel ins Gebälk zu schlagen. Wittigs Wunsch „Glück für den Bauherrn, in seinem Beutel sei stets Geld“ dürfte Jesse besonders gut gefallen haben. Denn mit einer Bausumme von 3,5 Millionen Euro, bezuschusst mit 1,5 Millionen Euro Fördermitteln, ist der Kita-Neubau „die größte Investition der Stadt seit zehn Jahren – und die wichtigste, denn es geht um Zukunft und Kinder“,so Jesse. Er zeigte sich stolz auf das Zwischenergebnis, zu dem auch die Einhaltung des Zeit- und Kostenplanes gehört, und auf alle daran Beteiligten. „Jetzt bekommt man langsam eine Ahnung, was hier entsteht“, sagte er und zeigte sich „sehr zuversichtlich, dass wir das Haus zur Jahreswende einrichten, vielleicht sogar schon beziehen können“.

Entfaltungsmöglichkeiten für Bornaer Kinder

Die beiden Architekten Kim Wortelkamp und Hauke Herberg vom Leipziger Quartier Vier ersetzten bei einem Rundgang die Ahnung durch eine konkrete Beschreibung. Bei dem Neubau bilden ein schmaler Verwaltungstrakt und das breite Haus der Kinder einen Winkel, der sich in Richtung Bergstraße und zu einem großen gemeinsamen Garten öffnet. „Ein Winkel hat die schöne Eigenschaft, dass er zum einen Schutz bietet und sich zum anderen zu einem Freiraum öffnet und so Entfaltungsmöglichkeit signalisiert“, erklärte Wortelkamp. Das Herzstück im Haus der Kinder ist das so genannte Kinderforum, ein Begegnungsraum mit abgesenktem Boden, sodass sich hier Sitzstufen ergeben. Von diesem gehen nach links drei Appartements der Kindergartenkinder ab und nach rechts drei der Krippenkinder. Zu jedem Appartement gehören zwei Gruppenzimmer – für den Kindergarten für je 20 Kinder und für die Krippe für je zehn Kinder – sowie eine gemeinsame Garderobe und ein gemeinsamer Privatgarten. Insgesamt wird die neue Kita 180 Kindern Platz bieten. Zwei große Bäder, ein Mehrzweckraum, zum Beispiel für Sport, ein Therapieraum, eine Cateringküche, Platz für Kinderwagen und Heizung ergänzen das Raumangebot.

Umnutzung in der Pappelallee

Der Kita - Neubau in Brandis aus der Vogelperspektive. Quelle: fsw-Drohne

Maria Reichelt zeigte sich begeistert von der Großzügigkeit der Räume. „Es ist ein tolles Objekt mit viel Licht durch die großen Fenster und die Oberlichter. Unser Team freut sich schon. Wir arbeiten bereits an unserem Konzept, das wir auch im Stadtrat vorstellen werden. Die Nähe zur Natur wird hier mit einfließen.“

Mit dem in greifbare Nähe gerückten Umzug der Kita von der Pappelallee stellt sich die Frage nach der Nachnutzung des dortigen Objektes beziehungsweise des Grundstücks. Die Drogeriekette Rossmann hatte bekanntlich Interesse signalisiert, nachdem es mit dem Ratskeller am Markt nicht geklappt hatte. Der Stadtrat hatte dem Bürgermeister daraufhin einen Prüfauftrag erteilt, ob Fördermittel für die im Oktober 2000 eingeweihte Kita zurückgezahlt werden müssen. „Nein“, liegt Jesse jetzt die Antwort von Innenministerium und Sächsischer Aufbaubank vor. Ein Gutachten listet zudem Kosten für eine Umnutzung durch die Stadt auf – 300000 bis 400000 Euro. „Mein Vorschlag ist deshalb, es auszuschreiben“, sagte Jesse. Auch Rossmann könnte dann ein Gebot abgeben. Bereits in der nächsten Stadtratssitzung am 28. Mai wird das Thema auf der Tagesordnung stehen.

Von Ines Alekowa

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