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Wurzen Heureka inszeniert Ritterspiele in Trebsen
Region Wurzen Heureka inszeniert Ritterspiele in Trebsen
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10:19 07.06.2019
Für das Publikum gehen die edlen Ritter hoch zu Ross auch durchs Feuer Quelle: Frank Schmidt
Trebsen

Mag sein, dass der eine oder andere sagt: Das Pfingstspektakel in Trebsen kennen wir schon. Und doch locken die als solches inszenierten legendären Ritterspiele in Schloss und Park der Muldestadt alljährlich Tausende Besucher aus nah und fern an. Denn das mit dem „das kennen wir schon“ dürfte nur die subjektive Wahrnehmung von Einzelnen sein.

In Trebsen lebt das Mittelalter neu auf

Zugegeben, das Ambiente lässt keine Kompromisse zu, wenn sich Schloss und Park für drei Tage unter einen Jahrhundert alten Schleier begeben, um darunter das Mittelalter aufleben zu lassen. Doch wer glaubt, sich in dieser Zeitepoche ganz gut auszukennen oder gar zurechtzufinden, wurde bisher und wird auch in diesem Jahr eines Besseren belehrt.

Bei dieser Nummer will man werde Apfel sein, noch seinen Kopf hinhalten. Und trotzdem finden sich dafür mutige Recken. Quelle: Frank Schmidt

Schon ein Blick ins dreitägige Programm zeigte, dass es wieder einige neue kulturelle Angebote geben wird. Zwar sind die Spielleute für Neuzeitler wie unsereins Zungenbrecher und daher namentlich kaum auszusprechen. Wohl aber „amüsant, fröhlich weltgewandt, dramatisch, elegisch, charismatisch, sym- und empatisch sowie politisch und vor allem kurzweilig“, verspricht Heiko Guter vom Veranstalter Heureka Zunftmärkte.

Mit mittelalterlicher Musik, beispielsweise von der Gruppe Scharlatan, wird für Ablenkung zwischen den Gefechten und für Kurzweil an allen drei Tagen gesorgt. Quelle: Frank Schmidt

Und in Gänze erfüllt das „Gaudium der Spielleute“ als „perfekt koordiniertes Gesamtensemble auf mehreren Bühnen und inmitten der Massen“ den Anspruch der Akteure vor und hinter den Kulissen. Eingebettet in fröhliches mittelalterliches Marktreiben erlebt das „geneigte Publikum“ über ein Dutzend Künstlergruppen, die sich mit Musik und Schauspiel aber auch mit Witz und Humor in Szene zu setzen wissen.

Wie hier im Schlosseninnehof geht es an allen Schauplätzen der Ritterspiele in Trebsen heiß her. Quelle: Frank Schmidt

Nur knapp die Hälfte davon haben sich in Trebsen schon einmal blicken lassen, etwa die Komödianten „Rokus Kokus“ und „Tanzwut“ oder „Flugträumer“ und „Scharlatan“. Das Gros der Spielleute aber ist das erste Mal dabei. „Von wegen, das kennen wir schon“, meint Heiko Guter augenzwinkernd.

Das Böse mit dem Guten bekämpfen

Nicht zu vergessen die gut 40 Leutchen vom Hofstaat, vom Knappen bis zum Persevanten, wie die Turnierhelfer genannt werden, über die als „Grieswärtel“ bezeichneten Aufseher bis hin zu den „Possenreitern“ des Georgsturniers – das ist das eigentliche Schauspiel, wenn die Ritterspiele in einer großen Holzarena zelebriert werden. Dieses Jahr muss sich der Schlossherr, Jochen Rockstroh, höchstpersönlich Gedanken machen, wie er das von ihm gebraute Nerchauer Pumpernickel vor der Macht des Bösen beschützt und in Sicherheit bringt.

Beim Hohen Gestech geht es in diesem Jahr um den edlen Gerstensaft aus der Nerchauer Brauerei. Und dafür fliegen auf dem Schlachtfeld die Fetzen. Quelle: Frank Schmidt

Denn im Hohen Gestech geht es um besagtes edles Gebräu. „Der alte Minkwitz, bekanntermaßen aus dem Meißener Land stammend und daher heimischen sauren Elbhangweinen zugetan“, so Rockstroh, „macht sich nichts aus dem zwar hochgelobten, jedoch für ihn gewöhnlichen Nerchauer Brauschaum. Ganz anders seine drei Söhne, Abraham, Nickel und Hanns der Jüngere.

Kommen, um zuzusehen und gesehen zu werden

Als jugendliche Heißsporne wollen sie um jeden Preis verhindern, dass irgendein dahergereister Haudegen das Brauhaus samt Schankrecht für den Gerstensaft übernimmt.“

Es gibt also viel zu bestaunen. „Und dafür erscheint man, um zuzusehen und um gesehen zu werden“, animiert der Schlossherr zum Kommen.

Mehr zum Programm und dem Drumherum der Pfingst-Ritterspiele gibt es im Internet unter www.heureka-Leipzig.de oder unter www.schloss-trebsen.com.

Von Frank Schmidt

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