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Wurzen Schatz im Wurzener Ringelnatzhaus entdeckt
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11:08 20.02.2020
Nach zähem Ringen: Im Juli 2019 starteten endlich die Sanierungsarbeiten am Geburtshaus des Dichters, Kabarettisten und Malers Joachim Ringelnatz. Die Investitionskosten betragen rund 747 000 Euro. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Wurzen

Alte Häuser sorgen mitunter bei ihrer Sanierung für die eine oder andere Überraschung. So auch das Ringelnatz-Geburtshaus im Crostigall 14. Die historischen Kostbarkeiten des einstigen Stadtgutes Schumann, in dem der Dichter, Kabarettist und Maler Joachim Ringelnatz am 7. August 1883 das Licht der Welt erblickte, hatten sich jedoch hinter einigen Schichten jüngeren Datums verborgen und traten erst jetzt durch den Umbau zutage.

Der Eröffnungstermin im August ist nicht in Gefahr

Laut Carl-Heinz Kraft, Fachbereichsleiter im Stadthaus, entdeckten die Denkmalschützer im Obergeschoss hinter der Tapete eine barocke Wand aus Holz, die den Zuschnitt des künftigen Veranstaltungssaals verändert und restauriert werden muss. Ebenfalls fündig wurden die Fachleute im Erdgeschoss. Die Rußschicht in der Ecke eines Nebenraumes deutete hier auf eine frühere Feuerstelle hin.

Überraschung hinter alten Tapetenresten: Die barocke Wand aus Holz soll jetzt von Restauratoren aufgearbeitet werden. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Kraft vermutet, dass jene Zeitzeugen einst bei den umfangreichen Objektarbeiten im Jahre 1983 aus dem Blickfeld verschwanden. Dass sie nicht verloren gehen, sei zu begrüßen. „Natürlich gilt es nunmehr für uns als Bauherr, die Auflagen des Denkmalschutzes zu erfüllen.“ Am voraussichtlichen Eröffnungstermin Anfang August zum Start des Ringelnatzsommers würde aber derzeit nicht gerüttelt. „Wir liegen sehr gut im Plan.“

Freigelegt: An dieser Stelle im Erdgeschoss des Ringelnatzhauses befand sich früher eine Feuerstätte. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Sanierungsarbeiten starteten im Juli des Vorjahres

Immerhin sei der Innenausbau im vollen Gange. Demnächst folgen die Sanierung des Dachstuhles sowie die Dacheindeckung und schließlich die Fassade, informiert Olaf Paak vom Sachgebiet Hochbau der Kommunalverwaltung. Spannend werde noch einmal das Farbkonzept, bevor dann endlich die Veranstaltungs-, Gedenk- und Begegnungsstätte bezugsfertig sei, so Paak.

Begonnen hatte die Sanierung zur Rettung des desolaten Geburtshauses nach zähem Ringen des Ringelnatzvereins gemeinsam mit vielen auswärtigen Unterstützern aus der Kunst- und Kulturszene im Juli des Vorjahres – Investitionskosten: circa 747 000 Euro. Die Stadt trägt davon rund 323 000 Euro aus eigener Tasche. Alles in allem wurden Aufträge an 16 Gewerke vergeben, die Bauplanung liegt in den Händen des Wurzener Büros Hagen Weidemüller.

Bereits vor dem Sanierungsstart untersuchte der Denkmalschutz das Gebäude und markierte erhaltenswerte Zeitzeugen, wie hier das Stück einer einst bemalten Wand. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Aufgrund des Vorhabens verließ der Ringelnatzverein vor genau einem Jahr sein angestammtes Quartier und zog in den ehemaligen Jugendtreff Schweizergarten. „Gemessen am langen Kampf um die Nutzung des Hauses schauen wir relativ gelassen dem Ende der Sanierung entgegen“, teilt die Gemeinschaft mit. Denn das Konzept, was, wann, wie und für wen im neuen Haus unternommen, gezeigt und getan werden soll, sei fix und fertig.

Beliebte Reihe „Freitags im Crostigall 14“ wird fortgesetzt

„Die beliebte Reihe Freitags im Crostigall 14 bleibt erhalten, findet mal im Saal, mal auf der Terrasse oder im neuen Raum unter der Leselampe statt“, verrät Vereinschefin Viola Heß. Projekte für alle Generationen, darunter Autorenpatenschaften, Sonntagslesungen, Ausstellungen verschiedenster Art oder Dichterbegegnungen, ergänzen das bewährte Angebot.

In den nächsten Schritten gehe es darum, das Geburtshaus so zu bestücken, dass sich die Gäste gleich mit der Eröffnung wohlfühlen können. „Wenn unser Finanzplan klappt, wird das Haus mit bequemen Stühlen und einladend eingerichtet“, fügt Mitstreiterin Gerlind Braunsdorf an und dankt zugleich den Spendern und Förderern, die dies ermöglichen.

Von Kai-Uwe Brandt

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