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Wurzen Schnelles Internet für Bennewitz in Aussicht
Region Wurzen Schnelles Internet für Bennewitz in Aussicht
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00:36 26.05.2018
Ein Kabelbündel aus Glasfaserkabeln vor einer so genannten Speedpipe (Leerrohr) für ein Glasfasernetzwerk.
Ein Kabelbündel aus Glasfaserkabeln vor einer so genannten Speedpipe (Leerrohr) für ein Glasfasernetzwerk. Quelle: LVZ-Archiv/dpa
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Bennewitz

Nach Thallwitz, Brandis und Borsdorf hat die Deutsche Glasfaser (DG) nun auch in Bennewitz das Angebot unterbreitet, das Breitbandnetz auszubauen. Zur jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Regionalmanager Michael Kölling das Vorhaben vor. Dass sich sein Speicherstick für die Powerpoint-Präsentation nicht öffnen ließ, wollte er ausdrücklich nicht als schlechtes Omen verstanden wissen. Schließlich müssen auch in Bennewitz zunächst mindestens 40 Prozent der Haushalte Interesse bekunden, ehe die DG zum Spaten greift.

In einer Befragung wird der Bedarf gebündelt

In Thallwitz waren es sogar mehr – 63 Prozent. „Die werden zur Fußball-WM schnelles Internet mit bis zu einem Gigabit/s nutzen können“, versprach Kölling. In Brandis, wo noch bis 28. Mai die dreimonatige Nachfragebündelung läuft, sind es aktuell 30 Prozent. „Und wir gehen davon aus, dass wir auch den Rest bekommen und Brandis erschließen werden“, gab sich der Manager optimistisch. In der Gemeinde Borsdorf ist die Bündelung gerade im Ortsteil Zweenfurth angelaufen – Stand: 25 Prozent. Alle Gemeinden hatten zuvor einen Kooperationsvertrag mit der DG geschlossen. Der Hintergrund: „Wir brauchen Multiplikatoren, die für das Vorhaben werben“, erklärte Kölling. „Und jeder einzelne im Gemeinderat wird das sein“, versicherte Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos). Immerhin kostet das Engagement der DG die Gemeinde keinen Cent. „Wir haben das Kapital“, sagte Kölling. Und auch der Bürger, der sich während der Nachfragebündelung positiv entscheidet, spart 750 Euro Anschlusskosten.

Schnelles Internet ist Voraussetzung für Ansiedlungen

„Wir bringen etwas, das jeder braucht“, schilderte Kölling die Vorteile des Glasfaserausbaus bis zur Wohnung. In ein paar Jahren werde der Bedarf bei 500 Mbit/s liegen, sagte er und führte die Nutzung von Streamingdiensten, Homeoffice, Smart Home, E-Learning an. „Dafür braucht man Bandbreite.“ Das Vorhandensein von schnellem Internet sei auch ein gutes Argument, wenn die Gemeinde auf Zuzug junger Familien setze. Und er knüpfte an die jüngste Diskussion um Schließung von Notfallkliniken und den Rückgang von Ärzten im ländlichen Raum an, womit Telemedizin eine immer größere Rolle zukäme. „Der Trend wird nicht aufzuhalten sein“, prophezeite Kölling.

In Bennewitz würde die DG Glasfaser in den Ortschaften Bennewitz, Altenbach, Schmölen und gegebenenfalls Deuben verlegen. In der Gemeinde sind ansonsten bereits verschiedene Provider unterwegs. „Nepperwitz und Pausitz sind vollständig erschlossen. Deuben und Grubnitz stehen kurz vor Abschluss einer vollständigen Erschließung“, gab Laqua einen Überblick. Bach, Rothersdorf, Neuweißenborn, Leulitz und Zeititz sind Fördergebiet. „Der Beschluss ist für August vorgesehen“, kündigte der Bürgermeister an. „Wenn wir das OK bekommen, könnten wir September/Oktober mit der Nachfragebündelung beginnen“, stellte der Manager in Aussicht. Dann werde die DG auch in Bennewitz Informationsabende anbieten und ein Büro im Rathaus einrichten.

Von Ines Alekowa