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11:16 25.11.2019
Andreas Woda (Mitte), Präsident des Kreissportbundes Landkreis Leipzig mit seinem Vorgänger Wolfgang Klinger (links) und Geschäftsführerin Andrea Heinze. Quelle: Olaf Krenz
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Borna/Grimma

Geld ist wichtig. Wer wüsste das besser als Andreas Woda, seines Zeichens Banker bei der Leipziger Volksbank. Aber es ist nicht alles, sagt der Mann, der seit Mai an der Spitze des Kreissportbundes (KSB) Landkreis Leipzig steht. „Auch die Wertschätzung spielt eine große Rolle“ – für die Ehrenamtlichen, ohne die im Breitensport überhaupt nichts läuft. Das will der Mann mit Wurzeln in Dresden stärker herausstellen.

Senioren als Übungsleiter

Dabei weiß er nur zu gut, dass es nicht leichter wird, Ehrenamtliche zu gewinnen. Zum einen hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt in den letzten Jahren derart verändert, dass viele Leute stärker im Beruf gefordert sind. „Dann wird es schwierig, am Abend noch eine Jugendmannschaft zu trainieren.“ Deshalb seien die Sportvereine stärker auf Ältere angewiesen, was wiederum keineswegs schlecht sei. Wenn Senioren als Übungsleiter aktiv sind, habe das eine soziale Komponente. Woda: „Das ist auch eine Bestätigung dafür, dass die Leute gebraucht werfen“ – und eben auch eine Wertschätzung.

43 000 Mitglieder in 330 Vereinen

Ohnehin steige die Bedeutung der Senioren. Wenigstens 20 Prozent der organisierte Sportler im Landkreis Leipzig seien mittlerweile in diesem Alter. Und den 330 Vereinen, die mit insgesamt 43 000 Mitgliedern im KSB organisiert sind, fällt es zunehmend schwerer, Nachwuchskräfte zu finden, was auch an der Mobilität, sprich den Wegzügen vieler junger Leute liegt. Um das Niveau der Vereinsarbeit zu halten, sei die Stärkung des Ehrenamtes zwingend.

Bildungsurlaub nutzen

Auch in finanzieller Hinsicht. Aktuell erhalten Ehrenamtliche eine maximale Ehrenamtspauschale von 720 Euro im Jahr. Ein Übungsleiter darf jährlich 2400 Euro hinzuverdienen, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen. Woda: „Da müsste es mehr geben.“ Zudem sollten die Möglichkeiten für Bildungsurlaub besser genutzt werden. Immerhin stehen Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit jährlich fünf Tage Bildungsurlaub zu.

Wertschätzung durch den Ehrenamtspreis

Zur Wertschätzung von ehrenamtlichen Aktivisten in den Sportvereinen gehört auch die alljährliche Auslobung des Ehrenamtspreises durch den Landkreis, aber auch die Auszeichnung von Ehrenamtlichen im Rahmen der Sportparty, zu der der KSB jedes Jahr nach Zwenkau einlädt.

Die Sportlerwahl des Landkreises Leipzig in der Stadthalle Zwenkau wird am Ende immer zum großen Tanzvergnügen. Quelle: Andreas Doering

Olympiasieger als Motivationshilfe

Nicht zu vergessen in der Motivation für die alltägliche Arbeit seien international erfolgreiche Sportler, von denen eine Reihe aus dem Landkreis stammt. Allen voran Philipp Wende aus Wurzen, der Doppelolympiasieger von London und Rio im Doppelvierer der Ruderer. Oder Robert Förster, Radsportler und Giro-d´Italia-Etappensieger mit Wurzeln in Markkleeberg.

Soziale Verantwortung

Für Andreas Woda, der an der KSB-Spitze die Nachfolge des langjährigen Vorsitzenden Wolfgang Klinger angetreten hat, liegt beim KSB eine soziale Verantwortung. Das gelte auch für den Umgang mit Migranten. Immerhin trainieren mittlerweile etwa „100 Sportler aus anderen Nationen in unseren Vereinen“.

Von Nikos Natsidis

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