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Wurzen So kann das Wurzener Land Energie sparen
Region Wurzen So kann das Wurzener Land Energie sparen
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08:00 17.01.2019
Bennewitz setzt auf Nahwärme. Quelle: Archiv
Bennewitz

Energie effizient einsetzen und sparen – das haben sich die Wurzener-Land-Gemeinden Bennewitz, Thallwitz und Lossatal auf die Fahne geschrieben. Für Bennewitz und Mark Ottendorf, Thallwitz und Röcknitz sowie für Falkenhain entstehen derzeit Quartierskonzepte.

Im Rathaus Bennewitz tauschten sich die Akteure jetzt über den Arbeitsstand aus. Die Quartierskonzepte sind wesentliche Bausteine im Zenapa-Projekt, über das die Konzepte und deren Umsetzung gefördert werden. Zenapa steht für Zero Emission Nature Protection Areas, was Null-Emissionen in Naturschutzgebieten bedeutet.

In Bennewitz soll eine durch Abwärme der Firma Rath, Hersteller für feuerfeste Werkstoffe, gespeiste Nahwärmeversorgung aufgebaut werden. „Zur Zeit blasen sie die Abwärme noch in Größenordnung übers Dach. Die Frage ist, wo kann man sie nutzbringend hinbringen“, sagte Klaus Pfeuffer von der Tilia GmbH, die das Konzept für Bennewitz erarbeitet.

Mini-Blockheizkraftwerk für Mark Ottendorf

Tilia entwickelte eine wirtschaftliche Basisvariante. Diese sieht den Anschluss von Rathaus, Schule und Wohnblöcken in der Bahnhofsstraße vor. In Mark Ottendorf, „wo die Leitungskosten zu Kita und Schullandheim in keinem Verhältnis zur Wärmeabnahme stehen“, empfiehlt Tilia dagegen ein Mini-Blockheizkraftwerk.

So sieht das Blockheizkraftwerk in Groitzsch aus. Ein ähnliches könnte bald in Mark Ottendorf stehen. Quelle: Andreas Döring

Die Firma will im Sommer zu bauen anfangen. Aufgrund der hausnummerngenauen Bestandsanalyse sei man „aus dem Stand aktionsfähig“. Für den Fall, dass Rath irgendwann keine Abwärme mehr zur Verfügung stellen kann, habe man ein Notfallkonzept in der Tasche, erklärt Pfeuffer, für das unter anderem vorhandene Kessel bestehen bleiben, „so dass man das Wärmenetz rückwärts bedienen kann“.

Grundschule muss erweitert werden

Aber die Sorge sei unbegründet. „Rath hat erst 2018 in einen neuen Ofen mit einer Laufzeit von 20 Jahren investiert.“ Die bei Rath vorhandene Kapazität könne im Gegenteil noch weiteren Wärmebedarf decken. Bauamtsleiterin Birgit Hardegen hatte darauf aufmerksam gemacht, dass die Grundschule erweitert werden soll. „Und wenn wir die Oberschule bekommen, muss sie 2026 in Betrieb gehen. Wir hoffen auf ein positives Signal aus Dresden im Februar.“

Der Thallwitzer Bürgermeister Thomas Pöge gab sich optimistisch: Man habe das Thema im Herbst im Wurzener Land gesetzt, erklärte er. „Der Bedarf ist da, die Frage ist, wie decken wir ihn ab. Entweder durch Erweiterung bestehender Schulen oder indem ein politisches Zeichen gesetzt und gesagt wird, der ländliche Raum ist uns wichtig, und wir bauen nach 20 Jahren wieder eine Schule hier. Ich denke, in diesem Jahr könnte man den Mut dazu haben“, spielte er auf die Landtagswahlen an.

3500 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr

In Falkenhain wurde ebenfalls der Bedarf im kommunalen, privaten und wirtschaftlichen Bereich erhoben. Sanierungspotenziale werden derzeit noch ermittelt und auch Entwicklungsschwerpunkte wie der Umbau der Kita oder die Nachnutzung der Mastanlage sollen in das Konzept einfließen, das im März vorliegen soll.

Für Thallwitz und Röcknitz stellte Karsten Wilhelm vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Hochschule Trier die Ergebnisse vor. Private Haushalte, kommunale Liegenschaften und Kleingewerbe verbrauchen in Röcknitz 11300 Megawattstunden und erzeugen 3500 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, in Thallwitz sind es 15650 Megawattstunden und 4800 Tonnen.

Energiegewinnung aus Agrarholz

„Der Anteil der kommunalen Liegenschaften daran ist zwar nur gering, die Vorbildfunktion für die Bevölkerung dafür um so größer“, sagte Wilhelm. Um die Klimabilanz zu verbessern, wird über Biogas aus Reststoffen der Tierhaltung ebenso nachgedacht wie über Energiegewinnung aus Agrarholz, angebaut auf 50 bis 60 Hektar.

„Aber die Gehölze sollten so angebaut werden, dass ein Biotopverbund entsteht, Erosions- und Gewässerschutz erreicht wird“, betonte Wilhelm. Beides, Quartiersentwicklung und Biodiversität als weiteres Ziel im Zenapa-Projekt, seien „gut kombinierbar“. Möglichkeiten, biologische Vielfalt zu fördern, gebe es viele.

Fledermäuse fühlen sich unter höhlenartigen Dachziegeln wohl. Quelle: dpa

So sollte Fassadenfarbe keine Giftstoffe enthalten, wo Fledermäuse heimisch sind, könnten Dachziegel mit Höhlen eingebaut werden. Wo Gebäude im Dunkeln mit LEDs beleuchtet werden, fliegen weniger nachtaktive Insekten. „Solche Dinge könnten zum Beispiel beim Umbau der ehemaligen Röcknitzer Mittelschule beachtet werden“, so Wilhelm.

Von Ines Alekowa

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