Sommerferien im Landkreis: Das unternehmen die Lokalgrößen der Region
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Sommerferien im Landkreis: Das unternehmen die Lokalgrößen der Region

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10:09 10.08.2021
Grimmas Jugendblasorchester-Chef Reiner Rahmlow, Naunhofs Bürgermeisterin Anna-Luise Conrad und Ex-Fifa-Linienrichter Harald Sather freuen sich über einige freie Tage.
Grimmas Jugendblasorchester-Chef Reiner Rahmlow, Naunhofs Bürgermeisterin Anna-Luise Conrad und Ex-Fifa-Linienrichter Harald Sather freuen sich über einige freie Tage. Quelle: Kube, Pfeifer, Privat
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Landkreis Leipzig

Mittlerweile hat die dritte Woche der Sommerferien im Landkreis Leipzig begonnen. Das Wetter ist durchwachsen, die Stimmung deswegen aber nicht getrübt. Zumindest nicht bei folgenden mehr oder weniger bekannten Bewohnern des Landkreises. Sie freuen sich auf ihren Urlaub – und erzählen, wo es hingeht:

Der frühere Landrat Gerhard Gey steuert mit seiner Frau und zwei Enkelkindern den Spreewald an. „Wir machen eine Wasserwanderung“, freut sich der 70-jährige Grimmaer auf die gemeinsamen Tage. Mit auf Reisen gehen die 8 und 13 Jahre alten Mädchen der ältesten Tochter, die in Dresden zu Hause sind. Auf der Bootstour werden Ottilie und Rosina auch „sportlich gefordert sein“, erzählt der CDU-Politiker. Schwimmen könnten beide bereits. Ehepaar Gey denkt für den Herbst auch an eine Reise nach Sardinien. „Das steht aber noch in den Sternen“, so der Grimmaer.

Corona und die Flut im Westen als Hindernisse

Grimmas Stadtmusikdirektor Reiner Rahmlow zieht es Ende August für eine Woche nach Griechenland – gemeinsam mit seiner Gattin, dem Sohn und der Schwiegertochter. „Wir hoffen, dass uns Corona keinen Strich durch die Rechnung macht“, hofft er auf uneingeschränkte Reisemöglichkeiten. Ziel ist die Insel Rhodos, wo Rahmlows beim klassischen Strandurlaub alle Viere in der Sonne ausstrecken wollen. „Man muss ja mal wieder raus“, freut sich der Chef des Jugendblasorchesters Grimma auf die Stunden zum Erholen.

Die Leiterin der Grimmaer Stadtbibliothek „Johann Gottfried Seume“, Katrin Oertl, wollte mit ihrem Mann ursprünglich eine Radwanderung von Tier nach Köln unternehmen. Wegen der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands haben sie aber ihre Pläne ändern müssen und werden nun zwei August-Wochen lang durch das grüne Band wandern. Die ehemalige innerdeutsche Grenze ist ein Naturschutzgebiet.

Heiko Röser, in diesem Jahr frisch gewählter Leiter der Stadtfeuerwehr Rötha, hat seinen Sommerurlaub schon hinter sich. Eigentlich fliegt er mit seiner Familie gern in den Süden, wegen der Corona-Situation hat er in diesem Jahr darauf verzichtet. „Wir haben gesagt: Wir bleiben lieber zu Hause und renovieren. Das war mal wieder nötig.“

Entspannung nach einem verrückten Jahr

Die Schulleiterin der Oberschule Kitzscher, Dagmar Schulz, sehnt sich nach diesem verrückten Schuljahr so wie vermutlich alle ihre Kolleginnen und Kollegen nach Entspannung. Die hofft sie, an der Ostsee zu finden, wo sie zwei Wochen verbringen wird. „Ein bisschen wandern, baden gehen, damit man einfach mal runterfahren kann“, spricht sie über ihre Urlaubspläne.

Naunhofs Bürgermeisterin Anna-Luise Conrad freut sich auf eine Hütte in den Tiroler Bergen, draußen eine Wiese mit Kühen. „Ich möchte die Stille und Natur genießen, bei einem Urlaub daheim könnte ich nicht abschalten.“ Abschalten sollten nach ihrem Dafürhalten auch ihre beiden Kinder, und zwar deren Handys. „Hoffentlich haben wir dort keinen Empfang“, hofft sie. Lieber würde sie mit ihnen und ihrem Mann wandern, gemeinsam kochen und spielen.

Begegnen wird sie dabei voraussichtlich ihrem Trebsener Amtskollegen nicht, obwohl es ihn in die selbe Alpenrepublik verschlagen wird. Stefan Müller will höher hinaus. „Ich gehe jedes Jahr mit vier Freunden Bergsteigen. Wir waren schon auf den höchsten Gipfeln von Norwegen und Mazedonien“, sagt er. „Dieses Jahr hatten wir eigentlich den Kosovo im Auge, doch das war uns wegen Corona zu unsicher. Deswegen wird es nun der Großvenediger in den Österreicher Alpen.“ Beim Kraxeln könne er vom Alltagsstress abschalten. Mit Frau, Kind und Enkelin mache er im Oktober Urlaub.

Zu Hause ist es doch am Schönsten – Tagesausflüge sind beliebt

Der Grimmaer Harald Sather, Ex-Fifa-Linienrichter und Präsident des regionalen Fußballverbandes, verbringt den diesjährigen Sommerurlaub zusammen mit seiner Frau Ines in der Türkei: „Von ungetrübter Entspannung kann keine Rede sein. Unser Hotel befindet sich in Side, etwa fünf Kilometer von den verheerenden Waldbränden entfernt. Drei Tage lang haben wir die Löschflugzeuge an unserem Strandabschnitt im Meer starten und landen sehen.“ Es sei extrem heiß, die Temperaturen liegen am Tag bei um die 40 Grad im Schatten.

Auf Tagesausflüge beschränken sich in diesem Jahr Ingrid Riedel und ihr Mann Siegwald Bielesch vom Förderverein Kreuzkirche Kitzen. „Um länger wegzufahren, ist uns die Situation aufgrund von Corona einfach zu unsicher.“ So will das Paar unter anderem den Spreewald und Quedlinburg erkunden, statt wie sonst an die Ostsee zu fahren oder eine Städtetour mit den Bus zu unternehmen. In den Jahren zuvor reisten die Kitzener unter anderem nach Kroatien und Rom, waren mit einem Flusskreuzfahrtschiff auf der Donau sowie auf der Loire in Frankreich unterwegs. „Hinzu kommt, dass wir momentan sehr intensiv im Verein arbeiten“, sagt Ingrid Riedel, die sich federführend um die Sanierung der Kirche als auch die Veranstaltungsreihe Kultursonntage verdient macht. Zudem steckt sie derzeit in den Vorbereitungen für die nächste Mitgliederversammlung, die für den Herbst vorgesehen ist.

Gerhard und Katharina Landgraf setzen in diesem Jahr ebenfalls auf Tagesausflüge und wollen vor allem die nähere Umgebung mit ihren Fahrrädern erkunden. „Zwischen den Seen fährt es sich doch wunderbar“, sagt der Ortsvorsteher von Großstorkwitz (Stadt Pegau), der schon den Kahnsdorfer, den Witznitzer und Hainer See mit dem Rad umrundet hat. Ebenso stehen Ausflüge nach Leipzig, Zeitz und Hohenmölsen auf dem Plan. „Meine Frau löst derzeit ihre Büros auf und bereitet ihren Ausstieg aus der Politik vor“, erzählt er. Die Legislaturperiode laufe im September aus. Katharina Landgraf (CDU) ist seit Herbst 1990 Mitglied des Deutschen Bundestages und tritt zur Wahl nicht noch einmal an.

Von Frank Prenzel, Frank Pfeifer, André Neumann, Haig Latchinian, Kathrin Haase